Topografie der WMH bei Alzheimer-Demenz

Neuro-Depesche 1-2/2021

Assoziation mit Neuroimaging-Biomarker

Zertifizierte Fortbildung
Die regionalen Hyperintensitäten der weißen Substanz (WMH) gelten als Marker für zerebrovaskuläre Erkrankungen. Sie können auch mit pathologischen Merkmalen der Alzheimer-Demenz (AD) korrelieren, einschließlich Beta-Amyloid (Aβ)-Plaques und Neurodegeneration. In einer Bildgebungsstudie wurde nun die regionale WMH-Verteilung im Zusammenhang mit Aβ-Last, gesteigertem Glukosemetabolismus und Volumenreduktion der grauen Substanz (GM) untersucht.
Eine gemischte Poulation von 155 Personen unterzogen sich FLAIR-MRT, AV45-PET, FDG-PET und T1-MRT-Scans. Sie waren kognitiv gesund oder wiesen subjektive, objektive kognitive Dysfunktionen oder eine manifeste AD auf.
 
Signifikante Korrelationen mit Glukosestoffwechsel und GMV
Mit einem größeren WMH-Gesamtvolumen korrelierte ein gesteigerter Glukosestoffwechsel (FDG-SUVR), sowohl im Gesamthirn als auch in den posterioren Lappen, der Corona radiata, der Capsula interna sowie Körper und Splenium des Corpus callosum [CC] (je p < 0,05). Regionale und voxelbasierte WMH im hinteren CC sowie in parietalen, okzipitalen und frontalen Hirnbereichen waren mit einem niedrigeren temporo-parietalen Glukosestoffwechsel assoziiert (p < 0,005, unkorrigiert; p < 0,05 adjustiert).
Außerdem stand mit einem höheren WMH-Volumen in allen zwölf Regions of interest (ROIs) ein niedrigeres GM-Volumen (GMV) in signifikantem Zusammenhang (je p < 0,05). Mit einigen regionalen WMH-Befunden – u. a. in posterioren Regionen, CC sowie oberer und vorderer Corona radiata, in der Radiatio optica und im Kortikospinaltrakt – war das medialtemporale GMV ebenfalls negativ korreliert. GMV und Glukosemetabolimus (FDG-SUVR) zeigten keinerlei signifikante positive Korrelationen.
 
Zusammenhänge mit Aß-Last?
Zwischen WMH-Volumen in den ROIs und den kortikalen Aβ-Ablagerungen (AV45- SUVR) bestanden keine signifikanten Assoziationen (je p > 0,1). Auch in den VBMbasierten Analysen ergab sich keine signifikante positive Assoziation zwischen regionaler WMH-Verteilung und globaler Aβ-Last. Bei Anlegung einer geringeren statistischen Schwelle waren immerhin die WMH-Läsionen im Splenium, das sich bis zum Körper des Corpus callosum erstreckt, signifikant mit einer stärkeren Aβ-Ablagerung assoziiert. JL


Hinweis: Dieser Artikel ist Teil einer CME-Fortbildung.

Kommentar
Hyperintensitäten der WM (WMH), korrelieren mit einigen AD-typischen Biomarkern. Die Veränderungen inkl. Aβ-Deposite scheinen in posterioren Hirnregionen zu kumulieren.
Quelle: Gaubert M et al: Topographic patterns of white matter hyperintensities are associated with multimodal neuroimaging biomarkers of Alzheimer’s disease. Alzheimers Res Ther 2021; 13(1): 29 [Epub 18. Jan.; doi: 10.1186/s13195-020-00759-3]
ICD-Codes: G30.9
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