Behandlung der MS in verschiedenen Lebensphasen

Neuro-Depesche 11-12/2020

Alters- und geschlechtsspezifische Besonderheiten beachten

Je besser die Therapie der MS auf die individuelle Situation des Patienten angepasst ist, umso größer sind die Erfolgsaussichten. Die Behandlung in verschiedenen Altersgruppen und Lebensphasen wurden auf einem virtuellen Symposium von Teva auf dem 93. DGNKongress diskutiert. Ein Fokus lag auf der Therapie mit dem langzeitbewährten Glatirameracetat, das u.a. auch für Patientinnen mit Kinderwunsch eine günstige Option ist.
Da die MS meist über mehrere Jahrzehnte verläuft, sind beim Therapiemanagement Altersspezifika zu beachten. „Bei älteren MS-Patienten sollten die altersbedingten Veränderungen des Immunsystems berücksichtigt werden“, betonte Prof. Peter Flachenecker, Bad Wildbad.
So nimmt die entzündliche MS-Komponente inkl. Schubrate im Verlauf und besonders in höherem Alter generell ab. Damit einhergehend sinkt allerdings auch die Wirksamkeit der immunmodulatorischen Medikamente, während die Sicherheitsrisiken einer Therapie aufgrund der allgemeine Vulnerabilität und der im Alter zunehmenden Komorbidität mit anderen Krankheiten steigen. Tatsächlich haben Studien gezeigt, so Flachenecker, dass einige MS-Therapien im Alter mit erhöhten Risiken einhergehen. Für Glatirameracetat (GA) ist dagegen ein anhaltend günstiges Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil über eine Therapiedauer von bis zu 27 Jahren belegt.
Dem MS-Management vor allem älterer und/oder kognitiv und motorisch beeinträchtigter Patienten kommt entgegen, das GA in der 40 mg Dosierung auch mittels Fertigpen injiziert werden kann. Dass die flexible Anwendung mit dem Pen auch jüngere, berufstätige MS-Patienten schätzen, zeigt u. a. die hohe Akzeptanz von 88 % in der Interimsanalyse der Studie COP-APPLY (DGN-Poster IP039).
Ein Großteil der MS-Patientinnen befindet sich bekanntlich im gebärfähigen Alter. so Birte Elias-Hamp, Hamburg. „Es ist wichtig, dass wir aktiv mit den Patientinnen über ihren Kinderwunsch sprechen und Therapieentscheidungen vorausschauend treffen“, betonte die niedergelassene Neurologin. GA kann bis zur Konzeption eingesetzt werden und – da Registerdaten keine Anzeichen für Sicherheitsprobleme bei Schwangeren ergaben – nach Nutzen- Risiko-Abwägung auch in der Schwangerschaft. JL
Quelle: Teva-Symposium Virtuell: „Behandlung der MS im Lebensbogen“. 6. Nov. 2020 auf dem 93. DGN-Kongress.
ICD-Codes: G35
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