IFNß-1a (s.c.) per elektronischem Autoinjektor | Neuro-Depesche 3/2019

Adhärenz-Rate über 2 Jahre > 85 %

Adhärenz ist bei MS-Patienten eine wesentliche Voraussetzung für die Wirksamkeit der verlaufsmodifizierenden Therapie und damit auch für die Langzeitprognose. In der abschließenden Analyse der Studie READOUT smart ergab sich jetzt für die subkutane Verabreichung von Interferon-beta (IFNß)-1a mit dem elektronischen Autoinjektor RebiSmart® eine außerordentlich hohe Adhärenz: Sie betrug über zwei Jahre gemittelt mehr als 85 %.

Der RebiSmart®-Autoinjektor erleichtert dem Patienten die Selbstinjektion von IFNß-1a (s.c.). Einstellbar sind u. a. Injektionstiefe und -geschwindigkeit. Darüber hinaus ermöglicht die Auslesefunktion des RebiSmart® die Dokumentation der verabreichten Injektionen und damit der objektiven quantitative Adhärenz.
An der nicht-interventionellen Studie READOUTsmart nahmen 392 Patienten (69,6 % Frauen) teil, darunter 83,7 % mit schubförmig- remittierender MS. Die Patienten injizierten sich mit dem RebiSmart® – jeweils dreimal wöchentlich – für die ersten zwei Wochen 8,8 μg (Starterpaket), in Wochen 3 und 4 dann 22 μg sowie ab der 5. Woche 44 μg. Über zwei Jahre erfasst wurde die Adhärenz quantitativ (Anteil der geplanten Injektionen) und qualitativ (Anteil der Wochen mit korrekter Behandlung). Weitere Studienendpunkte waren u. a. die selbsteingeschätzte Adhärenz (auf einer Skala von 0 - 10) und die vom Patienten beurteilten Veränderungen von Fatigue, Depression und Lebensqualität sowie die Kognition.
Insgesamt konnten 368 Patienten (93,9 %) ausgewertet werden. Die durchschnittliche quantitative Adhärenz betrug über die gesamten zwei Jahre 85,3 %. In den Monaten 1 - 12 hatte sie bei 89,6 % und in den Monaten 13 - 24 bei 83,3 % gelegen. Die mittlere qualitative Adhärenz betrug 67,0 % (Monate 1 - 24). Verschiedene Patientenvariablen wie Geschlecht oder Alter (< 37 vs. ≥ 37 Jahre), vorherige Medikation, Dosis (44 vs. 22 μg) oder eine Patientenbetreuung hatten auf die Adhärenz keinen wesentlichen Einfluss.
Eine hohe quantitative Adhärenz ging interessanterweise mit einer leichten, aber signifikanten Besserung von Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit und Arbeitsgedächtnis nach den Durchschnittswerten des Symbol Digit Modalities Test (SDMT) einher (Adhärenz ≥ 85 %: + 3,2 [p = 0,0167 vs. Baseline] gegenüber Adhärenz < 85%: + 2,4 [p = 0,0844 vs. Baseline]). JL
Quelle:

Rieckmann P et al: Adherence to subcutaneous IFN b-1a in multiple sclerosis... Adv Ther 2019; 36(1): 175-86.

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