Kinder mit Epilepsie | Neuro-Depesche 9/2020

a-Synuclein und IL-1β als Biomarker?

Zertifizierte Fortbildung
Die Suche nach nicht-invasiven Biomarkern für neuroinflammatorische bzw. -degenerative Erkrankungen umfasst auch die Epilepsie. Jetzt erwiesen sich in einer prospektiven Studie die Serumkonzentrationen von a-Synuclein und Interleukin (IL) 1β als potenzielle Prognosemarker.
Unter 125 pädiatrischen Patienten im durchschnittlichen Alter von etwa neun Jahren litten 115 unter einer Epilepsie und zehn unter erworbenen demyelinisierenden ZNS-Erkrankungen wie akuter disseminierter Enzephalomyelitis (ADEM), MS, Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen (NMOSD) und transverser Myelitis (TM). Dem Vergleich dienten 146 neurologisch gesunde, altersentsprechend entwickelte Kinder.
Innerhalb von 48 Stunden nach einem epileptischen oder fieberbedingten Krampfanfall bzw. einem akuten Schub neurologischer Symptome wurde den Kindern Blut abgenommen. Die a-Synuclein- und Zytokinspiegel (IFN-β, IFN-γ, IL-1β, IL-6, IL-10 und TNF-a) wurden mittels Singleund Multiplex-ELISA-Kits bestimmt, die Exosomen im Serum mithilfe der Exo- Quick-Ausfällung extrahiert. Die Konzentrationen wurden abgeglichen mit der Schwere und Dauer der Erkrankung, dem Alter bei Krankheitsbeginn und der Anzahl an verordneten Antiepileptika.
Die Exosom-a-Synuclein-Werte zeigten eine signifikante Korrelation mit den a‑Synuclein-Werten im Serum der Teilnehmer (r = 0,5915; p < 0,0001). Bei Patienten mit Epilepsie und demyelinisierenden ZNS-Erkrankungen waren die Serum-a- Synucleinspiegel gegenüber den Kontrollen signifikant erhöht (je p < 0,05). Sie korrelierten darüber hinaus signifikant mit den Schweregraden beider Erkrankungskategorien (r = 0,2132 bzw. r = 0,5892; je p < 0,05).
Die IL-1β-Serumspiegel dagegen korrelierten lediglich mit der Anzahl der bei den epilepsiekranken Kindern eingesetzten Antiepileptika (r = 0,3428; p < 0,001). Bei den übrigen Zytokinen (IFN-β, IFN-γ, IL-6, IL-10 und TNF-a) ergaben sich zwischen Patienten und Kontrollen keine maßgeblichen Unterschiede. JL


Hinweis: Dieser Artikel ist Teil einer CME-Fortbildung.

Kommentar

Erstmals wurde gezeigt, dass a-Synuclein im Serum von Kindern mit Epilepsie und verschiedenen erworbenen demyelinisierenden ZNS-Störungen nicht nur signifikant erhöht war, sondern seine Konzentrationen auch mit der Schwere der Erkrankungen korrelierten. Damit könnten sich diese Werte als objektive Prognosemarker eignen. Die mit der Anzahl der Antiepileptika zunehmenden Serumspiegel des proentzündlichen Zytokins IL-1b bei den Kindern deuten auf einen potenziellen Nutzen als Marker einer pharmakoresistenten Epilepsie hin.
Quelle: Choi J et al.: Serum a-synuclein and IL-1β are increased and correlated with measures of disease severity in children with epilepsy: potential prognostic biomarkers? BMC Neurol 2020; 20(1): 85 [Epub 9. März; doi: 10.1186/s12883-020-01662-y]
ICD-Codes: G40.9

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