Zerebrovaskuläre Erkrankungen

Der Pflegeschlüssel kann entscheiden.

Nach einer prospektiven multizentrischen Studie aus den USA besteht eine dosisabhängige Assoziation zwischen der Mortalität bei Schlaganfall und der Zahl der Patienten pro spezialisierter Pflegekraft. Kamen 1,5 Pflegekräfte auf zehn Betten, lag die Mortalität nach Schlaganfall über 30 Tage bei 15,2%...

Quelle: Bray BD et al.: Associations between stroke mortality and weekend working by stroke specialist physicians and registered nurses. PLoS Med 11 (2014)

VHF: Sekundärprophylaxe mit NOAKs vs. Vit.-K-Antagonisten
Hirnblutungsrisiken nach Schlaganfall

Vit.-K-Antagonisten und die neuen oralen Antikoagulanzien (NOAKs) werden bei Schlaganfall/TIA-Patienten mit Vorhofflimmern (VHF) zur Sekundärprophylaxe eingesetzt. Ob zerebrale Mikroblutungen bei diesen antikoagulierten Patienten mit einer erhöhten Gefahr von Hirnblutungen einhergehen und diese prädizieren, wurde jetzt in der multizentrischen Beobachtungsstudie CROMIS-2 untersucht.

Quelle: Wilson D et al.: Cerebral microbleeds and intracranial haemorrhage risk ... Lancet Neurol 2018; 17(6): 539-47; Cordonnier C: Balancing risks versus benefits of anticoagulants in stroke prevention. Ebda. 487-88

Schon eine Zigarette am Tage ist zu viel
Auch geringster Nikotinkonsum erhöht das Schlaganfallrisiko

In einer systematischen Übersicht und Metaanalyse wurden die Risiken für einen Schlaganfall und eine koronare Herzkrankheit (KHK) bei einem Konsum von nur ein bis fünf Zigaretten quantifiziert. Die Gefährdung war ganz erheblich größer als erwartet: Anscheinend gibt es für den Nikotinkonsum nach unten keine Sicherheitsgrenze.

Quelle: Hackshaw A et al.: Low cigarette consumption and risk of coronary heart disease and stroke: meta-analysis of 141 cohort studies in 55 study reports. BMJ 2018; 360: j5855 [Epub 24. Jan.; doi: 10.1136/bmj. j5855]

Neu bei Glioblastom
Mit TTF die Überlebenszeiten verlängert

Patienten mit Glioblastom haben bekanntlich eine schlechte Prognose. Jetzt wurde eine neuartige Therapiemethode erfolgreich getestet. In einer offenen (aber randomisierten) Studie an fast 700 Patienten verlängerte die Tumorfeldtherapie (Tumor-Treating Fields, TTF) signifikant das Gesamtüberleben um etwa fünf Monate.

Quelle: Stupp R et al Effect of tumor-treating fields plus maintenance temozolomide vs maintenance temozolomide alone on survival in patients with glioblastoma: a randomized clinical trial. JAMA 2017; 318(23): 2306-16

US-Leitline veröffentlicht
Therapie des ischämischen Schlaganfalls II: Thrombektomie

Zur Frühtherapie des akuten ischämischen Schlaganfalls haben die maßgeblichen US-Fachgesellschaften – American Heart Association (AHA) und American Stroke Association (ASA) – Anfang 2018 neue Guidelines publiziert. Sie betreffen systematisch alle innerhalb der ersten 14 Tage durchzuführenden Interventionen wie Bildgebung, Blutdruckkontrolle, Antikoagulation, Thrombolyse und Thrombektomie. Für bestimmte Patientengruppen wurde nun das Zeitfenster für eine Thrombektomie erheblich erweitert.

Quelle: Powers WJ et al. für das American Heart Association Stroke Council: 2018 Guidelines for the Early Management of Patients With Acute Ischemic Stroke: A Guideline for Healthcare Professionals From the American Heart Association/American Stroke Association. Stroke 2018; 49 [Epub 24. Jan; doi: 10.1161/ STR.0000000000000158]

Schlaganfallgefahr bei Frauen mit Migräne
Aktuelle Konsensempfehlungen zur Kontrazeptiva-Verordnung

Migräne-Patienten haben ein erhöhtes Schlaganfallrisiko, vor allem jene mit Aura. Mit der Frage, ob das Risiko durch hormonelle Kontrazeptiva noch vergrößert wird, befasste sich eine Arbeitsgruppe der European Headache Federation (EHF) und der European Society of Contraception and Reproductive Health (ESC). Nach ihrer systematischen Datenschau formulierten die Fachgesellschaften 13 Konsensus-basierte Empfehlungen.

Quelle: Sacco S et al.: Hormonal contraceptives and risk of ischemic stroke in women with migraine: a consensus statement from ... J Headache Pain 2017; 18(1): 108 [Epub 30. Okt.; doi: 10.1186/s10194-017-0815-1]

US-Leitline veröffentlicht
Neues zur Therapie des ischämischen Schlaganfalls

Die American Heart Association (AHA) und die American Stroke Association (ASA) haben 2018 neue Guidelines zur Frühtherapie des akuten ischämischen Schlaganfalls erarbeitet. Diese umfasst bildgebende Verfahren, Blutdrucksenkung, Thrombektomie, Thrombolyse, Thrombozytenaggregationshemmer und Antikoagulanzien sowie alle anderen (sofort oder) innerhalb von zwei Wochen erfolgenden therapeutischen und sekundärprophylaktischen Maßnahmen.

Quelle: Powers WJ et al. für das American Heart Association Stroke Council: 2018 Guidelines for the Early Management of Patients With Acute Ischemic Stroke: A Guideline for Healthcare Professionals From the American Heart Association/American Stroke Association. Stroke 2018; 49 [Epub 24. Jan; doi: 10.1161/ STR.0000000000000158]

Thrombektomie bei Schlaganfall
Zeitfenster bis zu 24 Stunden?

Profitieren Patienten mit schweren klinischen Ausfällen trotz relativ kleiner Infarktgröße auch jenseits des evidenzbasierten Zeitfensters von 6 h von der endovaskulären Thrombektomie? Dies wurde in der prospektiven Studie DAWN untersucht.

Quelle: Nogueira RG et al. für die DAWN Trial Investigators: Thrombectomy 6 to 24 hours ... N Engl J Med 2018; 378(1): 11-21

RUN DMC über neun Jahre
Klare Progression der zerebralen Mikroangiopathie

In der Studie Radboud University Nijmegen Diffusion Tensor and Magnetic Resonance Imaging Cohort wurden die Progressions- und Remissionsraten der Mikroangiopathie über neun Jahre untersucht. Es zeigte sich eine klinisch relevante nicht-lineare Dynamik.

Quelle: van Leijsen EMC et al.: Nonlinear temporal dynamics of cerebral small vessel disease: The RUN DMC study. Neurology 2017; 89(15): 1569-77

Blutungen unter ASS-Dauertherapie
Ältere Patienten stärker gefährdet

Etwa 40%–66% aller Erwachsenen im Alter ab 75 Jahren nehmen in den USA und Europa täglich Thrombozytenaggregationshemmer wie Acetylsalicylsäure (ASS) ein, davon etwa die Hälfte zur Sekundärprophylaxe nach ischämischem Ereignis. In einer prospektiven bevölkerungsbasierten Kohortenstudie wurden nun die Blutungsrisiken unter einer ASS-Dauertherapie untersucht.

Quelle: Li L et al.: Age-specific risks, severity, time course, and outcome of bleeding on long-term antiplatelet treatment after vascular events: a population-based cohort study. Lancet 2017; 390(10093): 490-9

90. Kongress der DGN, 20.–23. September 2017 in Leipzig
Update des Neurologie-Spektrums

Zum 90. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Leipzig kamen rund 6000 deutsche und internationale Besucher. Die vier Tage waren dem Update des gesamten Spektrums der Neuromedizin gewidmet – von Schlaganfall über Demenzen, Bewegungsstörungen, MS etc. bis zu seltenen Erkrankungen.

Kälberblutextrakt
Kognition nach Schlaganfall gebessert?

Der deproteinierte Kälberblutextrakt Actovegin entfaltet verschiedene pleiotrope Effekte. Seine Wirksamkeit auf kognitive Beeinträchtigungen nach Schlaganfall wurde jetzt in der randomisierten, kontrollierten Studie ARTEMIDA (A Randomized Trial of Efficacy, 12 Months International Double-Blind Actovegin) untersucht.

Quelle: Guekht A et al.: ARTEMIDA Trial (A Randomized Trial of Efficacy, ... Stroke 2017; 48(5): 1262-70

Patienten mit Schlaganfall
MRT zeigt Zeichen für vorbestehende Hirnschädigung

Schon vor einem akuten Schlaganfall können vaskuläre Risikofaktoren zur zerebralen Hypoperfusion beitragen und damit auch den vulnerablen Hippokampus schädigen. Die Zusammenhänge zwischen vaskulären Risikofaktoren, ischämischem Schlaganfall und MRT-Markern der Hirnalterung wurden nun in der australischen Studie Cognition and Neocortical Volume After Stroke (CANVAS) untersucht.

Quelle: Werden E et al.: Structural MRI markers of brain aging early after ischemic stroke. Neurology 2017; 89(2): 116-24

Registerstudie zu spontanen Hirnblutungen
Cholesterin-Spiegel korrelieren negativ mit dem Outcome

Epidemiologische Studien zeigten Zusammenhänge zwischen einer Hypercholesterinämie und einem niedrigen Hirnblutungsrisiko. Der Einfluss der Cholesterin-Spiegel sowohl auf die Blutungsschwere als auch auf das Dreimonats-Outcome der Patienten wurde jetzt in einer taiwanesischen Registerstudie überprüft.

Quelle: Chen YW et al.: Low cholesterol level associated with severity and outcome of spontaneous intracerebral hemorrhage: Results from Taiwan Stroke Registry. PLoS One 2017; 12(4): e0171379 [Epub 19. Apr.; doi: 10.1371/journal.pone.0171379]

Kinder mit TS-bedingten Anfällen
Ketogene Diät wirkt auch auf die Kognition und das Verhalten

Die Tuberöse Sklerose (TS) führt bei bis zu 90% der Kinder zu – häufig schwer behandelbaren – Krampfanfällen. In einer retrospektiven Studie wurden die Effekte einer ketogenen Diät auf die bislang therapierefraktären Anfälle der Kinder mit TS sowie auf Kognition und Verhalten geprüft.

Quelle: Park S et al.: Ketogenic diet for the management of epilepsy associated with tuberous sclerosis complex in children. J Epilepsy Res 2017; 7(1): 45-9

Movement Disorders Society (MDS)
Neue Diagnosekriterien für die PSP

Die internationalen Experten der MDS-endorsed PSP Study Group haben evidenz- und konsensbasiert neue klinische Diagnosekriterien für die Progressive Supranukleäre Blickparese (PSP) erarbeitet. U.a. definierten sie vier neue Diagnosekategorien.

Quelle: Höglinger GU et al. für die Movement Disorder Society- endorsed PSP Study Group: Clinical diagnosis of progressive supranuclear palsy: The movement disorder society criteria. Mov Disord 2017; 32(6): 853-64

Ein neuer, revolutionärer Therapieansatz?
microRNA's bei ischämischem Schlaganfall

Ein Neurologen-Team legte in einem Review dar, warum sog. microRNA‘s bei Schlaganfällen einen neuen Behandlungsansatz darstellen könnten. Sie wirken auf vielfältige Art den ischämischen Hirngewebsschädigungen entgegen.

Quelle: Khoshnam SE et al.: Emerging roles of microRNAs in ischemic stroke as possible therapeutic agents. J Stroke 2017 [Epub 8. Mai; doi: 10.5853/jos.2016.01368]

Service
Schlaganfall: Neue Motivationsbroschüre

Für Menschen mit erhöhtem Schlaganfallrisiko ist eine dauerhafte Lebensstiländerung meist unerlässlich. Nun hat die Initiative Schlaganfallvorsorge – ein Zusammenschluss der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren- Organisationen e.V. (BAGSO), der Stiftung Deutsche ...

Ischämischer Schlaganfall bei Kindern
Inzidenz epileptischer Anfälle und die wichtigsten Risikofaktoren

Wie häufig kommt es nach einem arteriellen ischämischen Schlaganfall (AIS) pädiatrischer Patienten zu epileptischen Anfällen bzw. zu einer Epilepsie-Erkrankung? Die Studienlage dazu ist mit Inzidenzen von 13% bis 67%, die zudem stark vom Lebensalter abhängen, sehr heterogen. Außerdem ist unklar, welche Prädiktoren es für die oft dramatischen Folgen gibt. Diese Fragen beantworteten jetzt US-Neurologen anhand einer retrospektiven Analyse von mehr als 200 Kindern. Im Fokus stand das Outcome der Patienten nach zwei Jahren.

Quelle: Billinghurst LL et al.: Incidence and predictors of epilepsy after pediatric arterial ischemic stroke. Neurology 2017; 88(7): 630-7

Schlaganfallrisiko bei dissezierendem Carotis-Aneurysma
Ergebnisse der CADISS-Studie und mehr...

Eine Dissektion zervikaler Arterien (CAD) ist eine wichtige Ursache für Schlaganfälle bei jungen Erwachsenen. Bei 13% bis 49% der CAD-Patienten liegt ein angiographisch nachweisbares dissezierendes Aneurysma (DA; auch „Pseudoaneurysma“) vor, dessen Bedeutung für das Schlaganfallrisiko allerdings unklar ist. Wie der natürliche Verlauf ist und welche Prognose die Patienten hinsichtlich eines Schlaganfalls haben, wurde anhand der Ergebnisse der CADISS-Studie und einer systematischen Literaturübersicht geprüft.

Quelle: Larsson SC et al.: Prognosis of carotid dissecting aneurysms: Results from CADISS and a systematic review. Neurology 2017; 88(7): 646-52

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