Morbus Parkinson (IPS)

Prävalenz und Risikofaktoren
Überaktive Blase bei Morbus Parkinson

Patienten mit Morbus Parkinson leiden unter zahlreichen nicht-motorischen Symptomen, darunter auch Beschwerden wie Harndrang und hohe Miktionsfrequenz. Urodynamische Studien ergaben bei den Betroffenen eine hohe Prävalenz an Detrusorhyperaktivität. Die Häufigkeit einer überaktiven Blase (Reizblase) und die Risikofaktoren dafür wurden nun in einer populationsbasierten Kohortenstudie näher untersucht.

Quelle: Lin FY et al.: Increased risk of overactive bladder in patients with idiopathic Parkinson‘s disease: Insight from a nationwide population-based cohort study. PLoS One 2018; 13(3): e0193783 [Epub 2. März; doi: 10.1371/journal.pone.0193783]

Weitere Resultate der EARLYSTIM-Studie
Verhaltensprobleme durch STN-THS?

In der EARLYSTIM-Studie wurde geprüft, ob die tiefe Hirnstimulation (THS) des Nucl. subthalamicus (STN) bei Patienten in frühen Parkinson-Stadien mit motorischen Komplikationen der medikamentösen Behandlung allein überlegen ist. Eine Sekundäranalyse untersuchte nun, ob sich die STN-THS auf Verhaltensauffälligkeiten auswirkt.

Quelle: Lhommée E et al. für die EARLYSTIM study group: Behavioural outcomes of subthalamic stimulation and medical therapy... Lancet Neurol 2018; 17(3): 223-31

Aerobes Intensivtraining
Wird die Progression gebremst?

In einer multizentrischen US-amerikanischen Phase-II-Studie wurde bei neudiagnostizierten Patienten mit Morbus Parkinson geprüft, ob die Symptomzunahme durch ein aerobes Intensivtraining gebremst werden kann. In der Patientengruppe mit der höchsten Trainingsintensität fand sich tatsächlich ein Effekt auf die klinische Progression.

Quelle: Schenkman M et al.: Effect of high-intensity treadmill exercise on motor symptoms in patients with de novo Parkinson disease: a phase 2 randomized clinical trial. JAMA Neurol 2018; 75(2): 219-26

Safinamid wirkt auf Motorik und NMS
Praxiserfahrungen entsprechen den Studien

Das dual wirkende Safinamid kann bei Parkinson-Patienten nicht nur die Motorik und Fluktuationen, sondern auch nicht-motorische Symptome (NMS) wie Schmerzen bessern und die Lebensqualität erhöhen. Dass dabei die Ergebnisse klinischer Studien den praktischen Erfahrungen im Behandlungsalltag entsprechen, wurde jetzt auf der von Zambon unterstützten internationalen „Parkinson-Akademie“ in Barcelona bestätigt.

Quelle: Europäisches Expertentreffen: „Parkinson-Akademie“, Barcelona, 01. Feb. 2018. Veranstalter: Zambon Safinamid: Xadago®

Koffein als früher Biomarker für M. Parkinson?

Können die Serumspiegel von Koffein bzw. seinen Metaboliten als Biomarker zur Frühdiagnose des Morbus Parkinson herangezogen werden? Dies legt nun eine Studie nahe.

Quelle: Fujimaki M J et al.: Serum caffeine and metabolites are reliable biomarkers of early Parkinson disease. Neurology 2018; 90: e404-e411; doi: 10.1212/ WNL.00000000000048882

Safinamid bei Morbus Parkinson
Stimmung und Depression anhaltend gebessert

Parkinson-Patienten leiden sehr häufig unter nichtmotorischen Symptome (NMS), die sich oft schwer behandeln lassen und die Lebensqualität der Patienten verschlechtern. Dies umfasst Antriebsarmut, Anhedonie und Stimmungsstörungen bis hin zur klinischen Depression. Die Studienlage zu dem innovativen, dopaminerg und nicht-dopaminerg wirkenden Safinamid wurde jetzt durch eine aktuelle Publikation zu den Effekten auf affektive NMS ergänzt: Das als Add-on zu L-Dopa eingesetzte Medikament beeinflusst nicht nur die motorischen Fluktuationen, relevante Dyskinesien und die gesamte Motorik, es kann auch Stimmung und Depression der Patienten anhaltend verbessern.

Quelle: Cattaneo C et al.: Long-term effects of safinamide on mood fluctuations in Parkinson‘s disease. J Parkinsons Dis 2017; 7(4): 629-34

Metananalyse zu L-Dopa-induzierten Dyskinesien
Adenosin-A2A-Antagonisten im Tiermodell

L-Dopa geht mit schnellem Wirkbeginn, starker Besserung der Motorik, sehr guter Verträglichkeit bei einer Dauertherapie, aber auch mit motorischen Fluktuationen und Dyskinesien einher. Spezifisch auf L-Dopa-induzierte Dyskinesien (LID) wirkende Medikamente gibt es bislang nicht. In einer Metaanalyse tierexperimenteller Studien wurde geprüft, was die Klasse der Adenosin-A2A-Antagonisten dabei leisten könnte.

Quelle: Wang WW et al.: A meta-analysis of adenosine a2a receptor antagonists on levodopa-induced dyskinesia in vivo. Front Neurol 2017; 8: 702 [Epub 22. Dez.; doi: 10.3389/fneur.2017.00702 ]

Parkinson-Patienten kognitiv getestet
Korrelieren subjektive Probleme mit objektiven Defiziten?

Subjektive kognitive Beeinträchtigungen werden von Parkinson-Patienten sehr häufig berichtet. Doch ob den Beschwerden regelmäßig auch objektivierbare Defizite zugrunde liegen, ist weitgehend unbekannt. Mögliche Korrelationen deckte nun eine Vergleichsstudie mit neuropsychologischer Testung an 250 Patienten auf.

Quelle: Hong JY et al.: Subjective cognitive complaints and objective cognitive impairment in Parkinson‘s disease. J Clin Neurol 2018; 14(1): 16-21

Motorik, NMS, NPS und MCI
Was reduziert die Lebensqualität am stärksten?

Nicht-motorische Symptome (NMS) der Parkinson-Krankheit können sich auf die Lebensqualität negativer auswirken als die motorischen Beeinträchtigungen. Jetzt wurden von Schweizer Neurologen die Korrelationen von neuropsychiatrischen Symptomen (NPS) wie Depression und Angst und einer leichten kognitiven Beeinträchtigung (Mild cognitive impairment, MCI) untereinander und mit der Lebensqualität geprüft.

Quelle: Wiesli D et al.: Influence of mild cognitive impairment, depression, and anxiety on the quality of life of patients with Parkinson disease. Dement Geriatr Cogn Dis Extra 2017; 7(3): 297-308

Therapie mit Ropinirol und L-Dopa
Risikofaktoren für Tagesmüdigkeit und Depression?

Die Auffassung ist etabliert, dass dopaminerge Therapien, insbesondere Dopaminagonisten, bei Parkinson-Patienten als Nebenwirkung eine (teils massive) Tagesmüdigkeit hervorrufen können. Risikofaktoren dafür – und den möglichen Einfluss einer Depression – wurden jetzt in einer nicht kleinen Patientenkohorte untersucht, die mit Ropinirol und L-Dopa behandelt wurde.

Quelle: Kang SY et al.: Sleepiness and depression in Parkinson‘ s disease patients treated with ropinirole and levodopa. J Mov Disord 2017; 10(3): 123-9

90. Kongress der DGN, 20.–23. September 2017 in Leipzig
Update des Neurologie-Spektrums

Zum 90. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Leipzig kamen rund 6000 deutsche und internationale Besucher. Die vier Tage waren dem Update des gesamten Spektrums der Neuromedizin gewidmet – von Schlaganfall über Demenzen, Bewegungsstörungen, MS etc. bis zu seltenen Erkrankungen.

Große schwedische Kohortenstudie
Parkinson-Risiko nach Vagotomie verringert

Morbus Parkinson ist durch eine a-Synucleinopathie gekennzeichnet, die in olfaktorischen und gastrointestinalen Nerven zu beginnen und auch den Nervus vagus zu betreffen scheint. Jetzt wurde in einer schwedischen Register-basierten Kohortenstudie untersucht, ob eine Vagotomie dementsprechend das Parkinson-Risiko reduzieren kann.

Quelle: Liu B et al.: Vagotomy and Parkinson disease: A Swedish register-based matched-cohort study. Neurology 2017; 88(21): 1996-2002

Möglicher Umwelteinfluss
Parkinson-Risiko durch fettreduzierte Milch?

Der Verzehr von Milchprodukten könnte das Risiko erhöhen, einen Morbus Parkinson zu entwickeln. Nun untersuchten US-Neurologen in einer großen Kohorte, ob Milchprodukte generell oder aber fettreduzierte Varianten das Parkinson-Risiko beeinflussen.

Quelle: Hughes KC et al.: Intake of dairy foods and risk of Parkinson disease. Neurology 2017 [Epub 8. Juni; doi: 10.1212/WNL.0000000000004057]

Safinamid als Zusatztherapie
Anhaltend wirksam – auch NMS gebessert

Wirkfluktuationen bei fortgeschritten erkrankten Parkinson-Patienten betreffen nicht nur die motorischen, sondern auch die nicht-motorischen Symptome (NMS). Dass Safinamid als Add-on auf beide Symptombereiche wirkt, legten renommierte Neurologen auf einem von Zambon unterstützten Satellitensymposium beim 3. EAN-Kongress dar.

Quelle: Satellitensymposium: „Safinamide as a valuable add-on-therapy: Exploring new approaches to PD management through patient case presentations“, 3. Kongress der European Academy of Neurology (EAN), Amsterdam, 26.06.2017. Unterstützt von Zambon Safinamid: Xadago®

Add-on bei Morbus Parkinson
Effiziente Feineinstellung mit Safinamid

Mit Safinamid als Zusatztherapie zu L-Dopa lassen sich Wirkfluktuationen und die Off-Zeiten von Parkinson-Patienten spürbar verbessern. Die umfangreichen Studiendaten und Erfahrungen mit dem dual – dopaminerg und antiglutamaterg – wirkenden Safinamid legten Parkinson-Experten jetzt auf einem Satellitensymposium von Zambon auf dem DGN-Kongress in Leipzig dar.

Quelle: Satellitensymposium: „Safinamid – Neue Chancen und Möglichkeiten zur Verbesserung motorischer und nicht-motorischer Symptome beim M. Parkinson“, 90. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), Leipzig, 22. Sept. 2017; Veranstalter: Zambon Safinamid: Xadago®

Therapie-Optionen
Rotigotin-Pflaster bei Parkinson und RLS

Die transdermale Anwendung des nicht-ergolinen Dopaminagonisten Rotigotin (Leganto®, Bayer Vital) gewährleistet eine stabile Wirkstoff-Plasmakonzentration über 24 h. Die resultierende kontinuierliche Rezeptorstimulation bietet bei Parkinson-Patienten eine günstige Voraussetzung f&...

Schlafstörungen
Kognitive Probleme bei Patienten mit RBD

Verschlechtern alle oder bestimmte Schlafstörungen die kognitiven Funktionen von Parkinson-Patienten? Dass dies für die REM-Schlaf-Verhaltensstörung (Rapid-eye-movement sleep behaviour disorder; RBD) zutrifft, belegt jetzt eine chinesische Studie.

Quelle: Huang J et al.: Cognitive function characteristics of Parkinson’s disease with sleep disorders. Parkinson Dis 2017 [Epub 18. April; doi: org/10.1155/2017/4267353]

Regelmäßige körperliche Übungen
Beweglichkeit und Lebensqualität gebessert

In einer Studie über zwei Jahre wurde untersucht, inwieweit regelmäßige körperliche Übungen Motorik und Lebensqualität von Parkinson-Patienten verbessern können.

Quelle: Rafferty MR et al.: Regular exercise, quality of life, and mobility in parkinson‘s disease: a longitudinal analysis of .... J Parkinsons Dis 2017; 7(1): 193-202

Parkinson-Frühstadium
Aß42 prädiziert Gangverschlechterung

Eine Neurologen-Gruppe untersuchte prospektiv, ob verschiedene Liquor-Proteine von Parkinson-Patienten im frühen Krankheitsstadium Einfluss auf das Fortschreiten L-Dopa- resistenter Gangstörungen haben. Sie fanden einen Zusammenhang zwischen der Progression und den ß-Amyloid-Konzentrationen.

Quelle: Rochester L et al.: Decrease in Aß42 predicts dopa-resistant gait progression in early Parkinson disease. Neurology 2017; 88(16): 1501-11

Interessanter Zusammenhang
Spielt H. pylori beim Ansprechen auf L-Dopa eine Rolle?

Studien legen nahe, dass die Anwesenheit von Helicobacter pylori bei Parkinson-Patienten die benötigte Dosis an Dopaminergika erhöhen kann. Dies und andere Befunde waren Anlass, die klinischen Merkmalen von Parkinson-Patienten mit und ohne H. pylori-Infektion zu vergleichen und zu untersuchen, ob sich durch die antibiotische Eradikation des Keimes das Ansprechen auf L-Dopa und die Symptomatik verändern.

Quelle: Mridula KR et al.: Association of Helicobacter pylori with Parkinson‘s disease. J Clin Neurol 2017; 13(2): 181-6

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