Parkinson Syndrome

Große Kohortenstudie
Spannungskopfschmerz erhöht Parkinson-Risiko

In einer landesweiten bevölkerungsbasierten Kohortenstudie wurde in Taiwan retrospektiv untersucht, inwieweit ein Spannungskopfschmerz unabhängig von anderen Faktoren das Parkinson-Risiko erhöht. Die Resulate lassen aufhorchen.

Quelle: Yang FC et al.: Increased risk of Parkinson‘s disease following tension-type headache: a nationwide population-based cohort study. Oncotarget 2017; 9(2): 2148-57

Auf kortikale Oszillationen adaptierte tiefe Hirnstimulation (THS)
Technik hat sich als „durchführbar“ erwiesen

Die THS wird bei Parkinson-Patienten eingesetzt, wenn auch die optimierte medikamentöse Behandlung zur Symptomkontrolle nicht mehr ausreicht. US-Neurologen untersuchten bei zwei Patienten, inwieweit die neu entwickelte, mittels Motorkortex-Signalen auf den aktuellen Stimulationsbedarf adaptierte THS durchführbar (‚feasible’) ist.

Quelle: Swann NC et al.: Adaptive deep brain stimulation for Parkinson‘s disease using motor cortex sensing. J Neural Eng 2018 15(4): 046006 [Epub 9. Mai; doi: 10.1088/1741-2552/aabc9b]

Pilotstudie zum ‚Go! To Sleep´-Programm
Computer-CBT gegen Schlafstörungen?

Bis zu 88% aller Parkinson-Patienten leiden unter Schlafstörungen, doch die medikamentöse Therapie wirkt oft nicht ausreichend. Ob sich Insomnien mit einer spezifischen „ressourcenschonenden“ Variante der kognitiven Verhaltenstherapie, der computerized CBT for Insomnia (CCBT-I) bessern lassen, wurde jetzt in den USA untersucht.

Quelle: Patel S et al.: A computerized cognitive behavioral therapy randomized, controlled, pilot trial for insomnia in Parkinson Disease (ACCORD-PD). J Clin Mov Disord 2017 4: 16 [Epub 21. Aug.; doi: 10.1186/s40734- 017-0062-2]

Morbus Parkinson
Körperliches Training fördert die Kognition

Immer mehr Studien belegen, dass ein körperliches Training neben der Motorik auch die Kognition von Parkinson-Patienten verbessern kann. In einer Metaanalyse gingen brasilianische Wissenschaftler dieser Thematik nach.

Quelle: Cascaes da Silva F et al.: Effects of physical exercise programs on cognitive function ... PLoS ONE 2018; 13(2): e0193113 [Epub 27. Feb.;doi.org/10.1371/journal.pone.0193113]

Therapieoptionen
Parkinson-Therapie mit Apomorphin-Pumpe
Namhafte Parkinson-Experten befassten sich auf dem von Desitin unterstützten 9. Hamburger Fachgespräch Parkinson mit dem Status quo der Therapie. So sollte nach Prof. Dr. Wolfgang Jost von der Parkinson-Klinik Ortenau wegen der häufig im fortgeschrittenen Stadium auftretenden ...
US-Veteranen mit Morbus Parkinson
Deutlich mehr kardiovaskuläre Risikofaktoren?
Körperliche Begleiterkrankungen und kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes können Verlauf und Progression des idiopathischen Parkinson-Syndroms beeinflussen. Diese Zusammenhänge wurden jetzt in einer retrospektiven Fallkontrollstudie mit US-Kriegsveteranen näher untersucht.

Quelle: Kotagal V et al.: Cardiovascular risk factor burden in veterans and non-veterans with Parkinson disease. J Parkinsons Dis 2018; 8(1): 153-60

Prävalenz und Risikofaktoren
Überaktive Blase bei Morbus Parkinson

Patienten mit Morbus Parkinson leiden unter zahlreichen nicht-motorischen Symptomen, darunter auch Beschwerden wie Harndrang und hohe Miktionsfrequenz. Urodynamische Studien ergaben bei den Betroffenen eine hohe Prävalenz an Detrusorhyperaktivität. Die Häufigkeit einer überaktiven Blase (Reizblase) und die Risikofaktoren dafür wurden nun in einer populationsbasierten Kohortenstudie näher untersucht.

Quelle: Lin FY et al.: Increased risk of overactive bladder in patients with idiopathic Parkinson‘s disease: Insight from a nationwide population-based cohort study. PLoS One 2018; 13(3): e0193783 [Epub 2. März; doi: 10.1371/journal.pone.0193783]

Weitere Resultate der EARLYSTIM-Studie
Verhaltensprobleme durch STN-THS?

In der EARLYSTIM-Studie wurde geprüft, ob die tiefe Hirnstimulation (THS) des Nucl. subthalamicus (STN) bei Patienten in frühen Parkinson-Stadien mit motorischen Komplikationen der medikamentösen Behandlung allein überlegen ist. Eine Sekundäranalyse untersuchte nun, ob sich die STN-THS auf Verhaltensauffälligkeiten auswirkt.

Quelle: Lhommée E et al. für die EARLYSTIM study group: Behavioural outcomes of subthalamic stimulation and medical therapy... Lancet Neurol 2018; 17(3): 223-31

Aerobes Intensivtraining
Wird die Progression gebremst?

In einer multizentrischen US-amerikanischen Phase-II-Studie wurde bei neudiagnostizierten Patienten mit Morbus Parkinson geprüft, ob die Symptomzunahme durch ein aerobes Intensivtraining gebremst werden kann. In der Patientengruppe mit der höchsten Trainingsintensität fand sich tatsächlich ein Effekt auf die klinische Progression.

Quelle: Schenkman M et al.: Effect of high-intensity treadmill exercise on motor symptoms in patients with de novo Parkinson disease: a phase 2 randomized clinical trial. JAMA Neurol 2018; 75(2): 219-26

Safinamid wirkt auf Motorik und NMS
Praxiserfahrungen entsprechen den Studien

Das dual wirkende Safinamid kann bei Parkinson-Patienten nicht nur die Motorik und Fluktuationen, sondern auch nicht-motorische Symptome (NMS) wie Schmerzen bessern und die Lebensqualität erhöhen. Dass dabei die Ergebnisse klinischer Studien den praktischen Erfahrungen im Behandlungsalltag entsprechen, wurde jetzt auf der von Zambon unterstützten internationalen „Parkinson-Akademie“ in Barcelona bestätigt.

Quelle: Europäisches Expertentreffen: „Parkinson-Akademie“, Barcelona, 01. Feb. 2018. Veranstalter: Zambon Safinamid: Xadago®

Koffein als früher Biomarker für M. Parkinson?

Können die Serumspiegel von Koffein bzw. seinen Metaboliten als Biomarker zur Frühdiagnose des Morbus Parkinson herangezogen werden? Dies legt nun eine Studie nahe.

Quelle: Fujimaki M J et al.: Serum caffeine and metabolites are reliable biomarkers of early Parkinson disease. Neurology 2018; 90: e404-e411; doi: 10.1212/ WNL.00000000000048882

Safinamid bei Morbus Parkinson
Stimmung und Depression anhaltend gebessert

Parkinson-Patienten leiden sehr häufig unter nichtmotorischen Symptome (NMS), die sich oft schwer behandeln lassen und die Lebensqualität der Patienten verschlechtern. Dies umfasst Antriebsarmut, Anhedonie und Stimmungsstörungen bis hin zur klinischen Depression. Die Studienlage zu dem innovativen, dopaminerg und nicht-dopaminerg wirkenden Safinamid wurde jetzt durch eine aktuelle Publikation zu den Effekten auf affektive NMS ergänzt: Das als Add-on zu L-Dopa eingesetzte Medikament beeinflusst nicht nur die motorischen Fluktuationen, relevante Dyskinesien und die gesamte Motorik, es kann auch Stimmung und Depression der Patienten anhaltend verbessern.

Quelle: Cattaneo C et al.: Long-term effects of safinamide on mood fluctuations in Parkinson‘s disease. J Parkinsons Dis 2017; 7(4): 629-34

Metananalyse zu L-Dopa-induzierten Dyskinesien
Adenosin-A2A-Antagonisten im Tiermodell

L-Dopa geht mit schnellem Wirkbeginn, starker Besserung der Motorik, sehr guter Verträglichkeit bei einer Dauertherapie, aber auch mit motorischen Fluktuationen und Dyskinesien einher. Spezifisch auf L-Dopa-induzierte Dyskinesien (LID) wirkende Medikamente gibt es bislang nicht. In einer Metaanalyse tierexperimenteller Studien wurde geprüft, was die Klasse der Adenosin-A2A-Antagonisten dabei leisten könnte.

Quelle: Wang WW et al.: A meta-analysis of adenosine a2a receptor antagonists on levodopa-induced dyskinesia in vivo. Front Neurol 2017; 8: 702 [Epub 22. Dez.; doi: 10.3389/fneur.2017.00702 ]

Parkinson-Patienten kognitiv getestet
Korrelieren subjektive Probleme mit objektiven Defiziten?

Subjektive kognitive Beeinträchtigungen werden von Parkinson-Patienten sehr häufig berichtet. Doch ob den Beschwerden regelmäßig auch objektivierbare Defizite zugrunde liegen, ist weitgehend unbekannt. Mögliche Korrelationen deckte nun eine Vergleichsstudie mit neuropsychologischer Testung an 250 Patienten auf.

Quelle: Hong JY et al.: Subjective cognitive complaints and objective cognitive impairment in Parkinson‘s disease. J Clin Neurol 2018; 14(1): 16-21

Motorik, NMS, NPS und MCI
Was reduziert die Lebensqualität am stärksten?

Nicht-motorische Symptome (NMS) der Parkinson-Krankheit können sich auf die Lebensqualität negativer auswirken als die motorischen Beeinträchtigungen. Jetzt wurden von Schweizer Neurologen die Korrelationen von neuropsychiatrischen Symptomen (NPS) wie Depression und Angst und einer leichten kognitiven Beeinträchtigung (Mild cognitive impairment, MCI) untereinander und mit der Lebensqualität geprüft.

Quelle: Wiesli D et al.: Influence of mild cognitive impairment, depression, and anxiety on the quality of life of patients with Parkinson disease. Dement Geriatr Cogn Dis Extra 2017; 7(3): 297-308

Therapie mit Ropinirol und L-Dopa
Risikofaktoren für Tagesmüdigkeit und Depression?

Die Auffassung ist etabliert, dass dopaminerge Therapien, insbesondere Dopaminagonisten, bei Parkinson-Patienten als Nebenwirkung eine (teils massive) Tagesmüdigkeit hervorrufen können. Risikofaktoren dafür – und den möglichen Einfluss einer Depression – wurden jetzt in einer nicht kleinen Patientenkohorte untersucht, die mit Ropinirol und L-Dopa behandelt wurde.

Quelle: Kang SY et al.: Sleepiness and depression in Parkinson‘ s disease patients treated with ropinirole and levodopa. J Mov Disord 2017; 10(3): 123-9

90. Kongress der DGN, 20.–23. September 2017 in Leipzig
Update des Neurologie-Spektrums

Zum 90. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Leipzig kamen rund 6000 deutsche und internationale Besucher. Die vier Tage waren dem Update des gesamten Spektrums der Neuromedizin gewidmet – von Schlaganfall über Demenzen, Bewegungsstörungen, MS etc. bis zu seltenen Erkrankungen.

Große schwedische Kohortenstudie
Parkinson-Risiko nach Vagotomie verringert

Morbus Parkinson ist durch eine a-Synucleinopathie gekennzeichnet, die in olfaktorischen und gastrointestinalen Nerven zu beginnen und auch den Nervus vagus zu betreffen scheint. Jetzt wurde in einer schwedischen Register-basierten Kohortenstudie untersucht, ob eine Vagotomie dementsprechend das Parkinson-Risiko reduzieren kann.

Quelle: Liu B et al.: Vagotomy and Parkinson disease: A Swedish register-based matched-cohort study. Neurology 2017; 88(21): 1996-2002

Möglicher Umwelteinfluss
Parkinson-Risiko durch fettreduzierte Milch?

Der Verzehr von Milchprodukten könnte das Risiko erhöhen, einen Morbus Parkinson zu entwickeln. Nun untersuchten US-Neurologen in einer großen Kohorte, ob Milchprodukte generell oder aber fettreduzierte Varianten das Parkinson-Risiko beeinflussen.

Quelle: Hughes KC et al.: Intake of dairy foods and risk of Parkinson disease. Neurology 2017 [Epub 8. Juni; doi: 10.1212/WNL.0000000000004057]

Safinamid als Zusatztherapie
Anhaltend wirksam – auch NMS gebessert

Wirkfluktuationen bei fortgeschritten erkrankten Parkinson-Patienten betreffen nicht nur die motorischen, sondern auch die nicht-motorischen Symptome (NMS). Dass Safinamid als Add-on auf beide Symptombereiche wirkt, legten renommierte Neurologen auf einem von Zambon unterstützten Satellitensymposium beim 3. EAN-Kongress dar.

Quelle: Satellitensymposium: „Safinamide as a valuable add-on-therapy: Exploring new approaches to PD management through patient case presentations“, 3. Kongress der European Academy of Neurology (EAN), Amsterdam, 26.06.2017. Unterstützt von Zambon Safinamid: Xadago®

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