Multiple Sklerose

Ocrelizumab beim 4. EAN-Kongress in Lissabon
Neue Vierjahres- und Sicherheitsdaten

Ocrelizumab ist sowohl bei schubförmiger MS (RMS) als auch bei früher primär progredienter MS (PPMS) zugelassen, bisher wurden mehr als 50 000 Patienten behandelt. Die anhaltende Wirksamkeit des anti-CD20-Antikörpers auf die MS-Kernparameter sowie die aktuellen Sicherheitsdaten legten jetzt MS-Experten auf einem von Roche unterstützten Satellitensymposium beim 4. EAN-Kongress dar.

Quelle: Satellitensymposium: „Ocrelizumab: Redefining the management of Relaps-ing MS & Primary Progressive MS“, 4. Kongress der European Academy of Neurology (EAN), Lissabon, 16. Juni 2018; unterstützt von Roche. Ocrelizumab: Ocrevus®

Cladribin-Tabletten bei RRMS
So verhalten sich Lymphozyten, T- und B-Zellen

Schwere Lymphopenien sind eine gefürchtete Nebenwirkung immunmodulierender MS-Medikamente. Wie die orale Kurzzeittherapie mit Cladribin-Tabletten, die eine selektive Immunrekonstitutionstherapie (SIRT) darstellt, sich auf die Änderungen von Lymphozyten und den Subsets an B- und T-Zellen auswirkt, wurde in einem von Merck unterstützten Poster beim 70. AAN dargestellt.

Quelle: Posterpräsentation: P5.364 Per Soelberg Soerensen et al.: Long-term Lymphocyte Counts in Patients with RRMS Treated with Cladribine Tablets 3.5 mg/kg: Total Lymphocytes, B-, and T-cell Subsets. 70. Jahrestagung der American Academy of Neurology (AAN), Los Angeles, 26. April 2018. Poster unterstützt von der Merck KgaA Cladribin-Tabletten: Mavenclad®

Neuropsychologische Studien ausgewertet
Entscheidungsfindung stark beeinträchtigt?

Eine MS geht häufig mit kognitiven Beeinträchtigungen und Verhaltensproblemen einher, die die Alltagsbewältigung und die Erfüllung beruflicher Aufgaben erschweren. Gerade die Entscheidungsfindung scheint von der Erkrankung gestört zu werden. Ein Team von Schweizer Neurologen und Psychologen erstellte nun eine deskriptive Zusammenschau der Ergebnisse von Entscheidungsfindungstests bei MS-Patienten.

Quelle: Neuhaus M et al.: Decision-making in multiple sclerosis patients: a systematic review. Mult Scler Int 2018; 7835952 [Epub 12. März; doi: 10.1155/2018/7835952]

DMF im MS-Behandlungsalltag
Wirksamkeitsvergleich in der ‚Real world‘

Mit dem oralen Dimethylfumarat (DMF) wurden weltweit schon mehr als 310 000 Patienten behandelt. Auf der 70. Jahrestagung der AAN in Los Angeles vorgestellte Daten belegen die klinische Wirksamkeit von DMF in der ‚Real world‘. Dies zeigen u. a. zwei von Biogen unterstützte Poster zum retrospektiven Vergleich mit anderen aktuellen MS-Medikamenten anhand des deutschen MS-Registers der NeuroTransData (NTD).

Quelle: Posterpräsentation: P1.351 Braune S et al.: Propensity score matched comparative effectiveness ...; P1.373 Braune S et al.: Propensity score matched comparative ... 70. Jahrestagung der American Academy of Neurology (AAN), Los Angeles, 22. April 2018. Poster unterstützt von Biogen Dimethylfumarat: Tecfidera®

Pharma Neu
Gilenya®: Zulassung in USA auch für Kinder
Nach eindeutig positiven Ergebnissen der doppelblinden Phase- III-Studie PARADIGMS hat die US-amerikanische FDA Fingolimod (Gilenya®, Novartis) als erste krankheitsmodifizierende Therapie bei pädiatrischen MS-Patienten zugelassen. In dieser ersten Phase-III-Studie bei Kindern und ...
Neue Daten
Mavenclad® bei hochaktiver MS wirksamer
Eine post-hoc Analyse der zweijährigen Studie CLARITY zeigt, dass Cladribin-Tabletten (Mavenclad®, Merck) das Risiko einer nach 6 Monaten bestätigten EDSS-Progression im Gesamtkollektiv der MS-Patienten vs. Placebo um 47% reduzierte. Bei den Patienten mit hoher Krankheitsaktivität...
Bilanzierte Diät in Phase-II-Studie erfolgreich
PLP10 senkt ARR und Behinderungsprogression
Seit Jahren wird diskutiert, ob mehrfach ungesättigte Fettsäuren (polyunsaturated fatty acids, PUFA) einen Einfluss auf die MS haben. In einer klinischen Proof-of-concept-Studie reduzierte die bilanzierte Diät PLP10, eine spezielle Kombination von Omega (Ω)-Fettsäuren und Vitaminen als Add-on, bei Patienten mit schubförmiger MS (RRMS) sowohl die jährliche Schubrate (ARR) als auch die Behinderungsprogression signifikant.
Posterpräsentation: Monemvasiou D et al.: The Neuroaspis® PLP10 Nutraceutical Intervention as an adjuvant treatment for Multiple Sclerosis, Poster 19, Vital Foods 2017, Genf, 9.–11. Mai 2017. Unterstützt von Aniva International S.A. PLP10: Neuroaspis®
Mesenchymale Stammzellen aus dem Fettgewebe
AdMSC in Phase-I/II-Studie zumindest sicher
Für Patienten mit sekundär-progressiven MS (SPMS) sind die Behandlungsoptionen nach wie vor begrenzt. Mit der Infusion autologer mesenchymaler Stammzellen aus dem Fettgewebe (Adipose-derived mesenchymal stem cells, AdMSC) besteht ein neuer Therapieansatz, dessen Machbarkeit und Sicherheit jetzt in einer kleinen randomisierten, Placebo-kontrollierten und dreifach verblindeten Phase-I/II-Studie geprüft wurde.
Fernández O et al. für die Research Group Study EudraCT: Adipose-derived mesenchymal stem cells (AdMSC).... PLoS One 2018; 13(5): e0195891. [Epub 16. Mai; doi: 10.1371/journal.pone.0195891]
Neue Registerdaten vom AAN zur Basistherapie
IFNß in Schwangerschaft und Stillzeit sicher
In der bislang größten prospektiven Kohortenstudie zur Sicherheit der Therapie der MS mit Interferon-beta (IFNß) 1a in der Schwangerschaft wurde jetzt bestätigt, dass es keine Hinweise darauf gibt, dass die seit mehr als 20 Jahre eingesetzten Medikamente dieser Klasse in irgendeiner Weise die Schwangerschaft negativ beeinflussen – ob die Frauen sie vor der Konzeption oder danach in jedwedem Trimester anwenden. Auch das Stillen scheint sicher. Dies zeigen zwei beim 70. Jahrestreffen der AAN 2018 präsentierte Poster.
Posterpräsentation: Hellwig K et al.: Cumulative Data from the European Interferon Beta Pregnancy Registry [P4.357], Hellwig K et al.: Interferon-ß /glatiramer acetate treatment during lactation in women with Multiple Sclerosis [P4.360]. 70th Annual Meeting der American Academy of Neurology (AAN), Los Angeles, 21.–27. April 2018
Stoßtherapie mit Methylprednisolon
CAVE: Leberschädigung „gar nicht so selten“
Bei akuten Schüben werden MS-Patienten seit Jahrzehnten mit hochdosierten Kortikosteroiden behandelt. Dass es unter einer Methylprednisolon-Pulstherapie offenbar nicht selten zu – teils schweren – Leberschädigungen kommt, zeigt die erste prospektive Studie zu dieser Thematik, durchgeführt am MS-Center der Gemelli-Klinik in Rom.
Nociti V et a.: Liver injury after pulsed methylprednisolone therapy in multiple sclerosis patients. Brain Behav 2018: e00968. [Epub 4. Mai; doi: 10.1002/ brb3.968])
MS-Datenerhebung in Ontario
Erhöhte Prävalenz durch sinkende Mortalität?
In den letzten Dekaden hat sich die Prävalenz der MS stark erhöht. Auf der Suche nach den Gründen nahmen kanadische Wissenschaftler in einer großen populationsbasierten Kohorte die Beziehung zwischen erhöhter MS-Prävalenz und den Parametern Inzidenzund Mortalitätsrate, Geschlecht und geografische Verteilung unter die Lupe. Hauptgrund für die steigende MS-Prävalenz in Ontario könnte die rückläufige Mortalität sein.
Rotstein DL et al.: Temporal trends in multiple sclerosis prevalence and incidence in a large population. Neurology 2018; 90: :e1435-e1441 (Epub ahead 16. März 2018; doi 10.1212/ WNL.0000000000005331
THC/CBD bei MS-bedingter Spastik
SAVANT bestätigt die positiven Erfahrungen

Die aktuelle europäische SAVANT-Studie bestätigt, dass das Oromukosalspray mit den synergistisch wirkenden Inhaltsstoffen THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol) eine wirksame und nebenwirkungsarme Add-on-Therapie der Spastik bei MS und den damit einhergehenden Schmerzen darstellt. Die Ergebnisse wurden auf einem Pressegespräch von Almirall beim diesjährigen DGKN-Jahrestreffen vorgestellt.

Quelle: Pressegespräch: „Cannabinoide: Therapeutische Option nur für die MS-Spastik?“, 62. Jahrestagung der DGKN, Berlin, 15. März 2018. Veranstalter: Almirall THC/CBD: Sativex®

Kognitive Defizite bei pädiatrischen MS-Patienten
Auch die exekutiven Funktionen sind betroffen

Die Auswirkungen der MS auf die Kognition pädiatrischer Patienten wurde bereits in einer Reihe von Studien untersucht. In einer deutschen Studie wurden nun die Auswirkungen der Erkrankung insbesondere auf die exekutiven Funktionen der Kinder und deren Relation zur klinischen Parametern geprüft.

Quelle: Wuerfel E et al.: Cognitive deficits including executive functioning in relation to clinical parameters in paediatric MS patients. PLoS one 2018; 13: e0194873 (Epub 22. März; doi.org/10.1371/journal. pone.0194873]

Kanadische Zahlen
MS bei First Nations nur halb so häufig

Genetische und umweltbedingte Faktoren werden für die Ätiologie der MS diskutiert. Jetzt zeigt eine Untersuchung, dass die Prävalenz der MS bei den First Nations, den indianischen Ureinwohnern Kanadas, nur halb so hoch ist wie in der übrigen Bevölkerung.

Quelle: Marrie RA et al.: Lower prevalence of multiple sclerosis in First Nations Canadians. Neurol Clin Pract 2018; 8(1): 33-9

Pädiatrische Multiple Sklerose
Eine Übersicht zum Stand der Dinge

Die Prävalenz- und Inzidenzraten der MS im Kindesalter (Pediatric-onset MS, POMS) steigen weltweit – und spezifische immunmodulatorische Behandlungen fehlen noch. In einer systematischen Übersicht der Literatur fassten zwei Experten jetzt den aktuellen Wissensstand zur pädiatrischen MS zusammen.

Quelle: Alroughani R, Boyko A: Pediatric multiple sclerosis: a review. BMC Neurol 2018; 18(1): 27 [Epub 9. März; doi: 10.1186/s12883-018-1026-3]

Orale Kurzzeittherapie mit Cladribin-Tabletten
Über vier Jahre anhaltende Wirksamkeit

Für Patienten mit aktiver schubförmiger MS (RMS) stellen die seit August 2017 in der EU zugelassenen Cladribin-Tabletten die erste einfach orale Kurzzeitbehandlung dar. Ihre Wirksamkeit hält bis zu vier Jahre an. Aktuelle Ergebnisse und Erfahrungen zu den Therapieffekten, der Behandlungssicherheit und Fragen der Familienplanung wurden jetzt auf einer Fachpressekonferenz von Merck in Frankfurt vorgestellt.

Quelle: Fachpressekonferenz: 4. MS-Presseclub von Merck: „100 Tage MAVENCLAD: Die selten einzunehmende orale MS-Therapie mit nachhaltiger Wirksamkeit”, 25. Jan. 2018, Frankfurt a. Main. Verantalter: Merck Serono GmbH Cladribin-Tabletten: Mavenclad®

Neurofilament light chain
Krankheitsaktivität mit Serum-NFL messbar?

Die Neurofilament-Leichtkette (NFL) ist ein Element des neuronalen Zytoskeletts und bei neurodegenerativen Krankheiten vermehrt nachweisbar. Jetzt wurde in einem großen Kollektiv untersucht, ob die NFL-Spiegel in Liquor und Serum bei der MS mit der klinischen oder radiologischen Krankheitsaktivität in Zusammenhang stehen.

Quelle: Novakova L et al.: Monitoring disease activity in multiple sclerosis using serum neurofilament light protein. Neurology 2017; 89(22): 2230-71

„Durchbruch in der MS-Therapie"
Ocrelizumab bei RMS und PPMS

Im Studienprogramm ORCHESTRA war Ocrelizumab bei schubförmiger MS (RMS) und – als erstes MS-Medikament überhaupt – bei primär progredienter MS (PPMS) wirksam. Die Studiendaten dieser zielgerichteten B-Zell-Therapie und ihr günstiges Nutzen-Risiko- Profil legten jetzt MS-Experten auf der Launch-Pressekonferenz von Roche dar.

Quelle: Launch-Pressekonferenz: „OCREVUS® – Durchbruch in der Multiple-Sklerose-Behandlung“, Frankfurt, 24. Jan. 2018. Veranstalter: Roche Ocrelizumab: Ocrevus®

Umstellung auf DMF und DMF-Langzeittherapie
Überlegene klinische Wirkung im Therapiealltag

Das oral einzunehmende Dimethylfumarat (DMF) bietet hierzulande seit vier Jahren eine wirksame Therapie der schubförmig remittierenden MS (RRMS). Dass dessen Wirkung auf wichtige Kernparameter der Erkrankung auch langfristig anhält, berichteten deutsche Neurologen auf einer Pressekonferenz von Biogen in München. Sie erläuterten auch die klinischen Implikationen der DMF-Erfahrungen aus klinischen Studien und der „Real world“ für den Praxisalltag. Gegenüber anderen Basistherapeutika erwies sich DMF im Hinblick auf die Reduktion der klinischen Krankheitsaktivität überlegen.

Quelle: Fachpressekonferenz: „Tecfidera®: Flexible RRMS-Therapie – Erfahrungen aus Klinik und Praxis“, München, 22. Feb. 2018. Veranstalter: Biogen Dimethylfumarat: Tecfidera®

Therapie-Optionen
NICE empfiehlt Mavenclad®
Die neuen Cladribin-Tabletten (Mavenclad®, Merck) stellen die erste orale Kurzzeittherapie der Multiplen Sklerose (MS) dar, die bei Verabreichung an maximal 20 Tagen eine bis zu vier Jahre anhaltende klinische Wirksamkeit erzielen kann, so die Studienlage. Das im August 2017 von der Europä
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