Multiple Sklerose

THC/CBD bei MS-bedingter Spastik
SAVANT bestätigt die positiven Erfahrungen

Die aktuelle europäische SAVANT-Studie bestätigt, dass das Oromukosalspray mit den synergistisch wirkenden Inhaltsstoffen THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol) eine wirksame und nebenwirkungsarme Add-on-Therapie der Spastik bei MS und den damit einhergehenden Schmerzen darstellt. Die Ergebnisse wurden auf einem Pressegespräch von Almirall beim diesjährigen DGKN-Jahrestreffen vorgestellt.

Quelle: Pressegespräch: „Cannabinoide: Therapeutische Option nur für die MS-Spastik?“, 62. Jahrestagung der DGKN, Berlin, 15. März 2018. Veranstalter: Almirall THC/CBD: Sativex®

Kognitive Defizite bei pädiatrischen MS-Patienten
Auch die exekutiven Funktionen sind betroffen

Die Auswirkungen der MS auf die Kognition pädiatrischer Patienten wurde bereits in einer Reihe von Studien untersucht. In einer deutschen Studie wurden nun die Auswirkungen der Erkrankung insbesondere auf die exekutiven Funktionen der Kinder und deren Relation zur klinischen Parametern geprüft.

Quelle: Wuerfel E et al.: Cognitive deficits including executive functioning in relation to clinical parameters in paediatric MS patients. PLoS one 2018; 13: e0194873 (Epub 22. März; doi.org/10.1371/journal. pone.0194873]

Kanadische Zahlen
MS bei First Nations nur halb so häufig

Genetische und umweltbedingte Faktoren werden für die Ätiologie der MS diskutiert. Jetzt zeigt eine Untersuchung, dass die Prävalenz der MS bei den First Nations, den indianischen Ureinwohnern Kanadas, nur halb so hoch ist wie in der übrigen Bevölkerung.

Quelle: Marrie RA et al.: Lower prevalence of multiple sclerosis in First Nations Canadians. Neurol Clin Pract 2018; 8(1): 33-9

Pädiatrische Multiple Sklerose
Eine Übersicht zum Stand der Dinge

Die Prävalenz- und Inzidenzraten der MS im Kindesalter (Pediatric-onset MS, POMS) steigen weltweit – und spezifische immunmodulatorische Behandlungen fehlen noch. In einer systematischen Übersicht der Literatur fassten zwei Experten jetzt den aktuellen Wissensstand zur pädiatrischen MS zusammen.

Quelle: Alroughani R, Boyko A: Pediatric multiple sclerosis: a review. BMC Neurol 2018; 18(1): 27 [Epub 9. März; doi: 10.1186/s12883-018-1026-3]

Orale Kurzzeittherapie mit Cladribin-Tabletten
Über vier Jahre anhaltende Wirksamkeit

Für Patienten mit aktiver schubförmiger MS (RMS) stellen die seit August 2017 in der EU zugelassenen Cladribin-Tabletten die erste einfach orale Kurzzeitbehandlung dar. Ihre Wirksamkeit hält bis zu vier Jahre an. Aktuelle Ergebnisse und Erfahrungen zu den Therapieffekten, der Behandlungssicherheit und Fragen der Familienplanung wurden jetzt auf einer Fachpressekonferenz von Merck in Frankfurt vorgestellt.

Quelle: Fachpressekonferenz: 4. MS-Presseclub von Merck: „100 Tage MAVENCLAD: Die selten einzunehmende orale MS-Therapie mit nachhaltiger Wirksamkeit”, 25. Jan. 2018, Frankfurt a. Main. Verantalter: Merck Serono GmbH Cladribin-Tabletten: Mavenclad®

Neurofilament light chain
Krankheitsaktivität mit Serum-NFL messbar?

Die Neurofilament-Leichtkette (NFL) ist ein Element des neuronalen Zytoskeletts und bei neurodegenerativen Krankheiten vermehrt nachweisbar. Jetzt wurde in einem großen Kollektiv untersucht, ob die NFL-Spiegel in Liquor und Serum bei der MS mit der klinischen oder radiologischen Krankheitsaktivität in Zusammenhang stehen.

Quelle: Novakova L et al.: Monitoring disease activity in multiple sclerosis using serum neurofilament light protein. Neurology 2017; 89(22): 2230-71

„Durchbruch in der MS-Therapie"
Ocrelizumab bei RMS und PPMS

Im Studienprogramm ORCHESTRA war Ocrelizumab bei schubförmiger MS (RMS) und – als erstes MS-Medikament überhaupt – bei primär progredienter MS (PPMS) wirksam. Die Studiendaten dieser zielgerichteten B-Zell-Therapie und ihr günstiges Nutzen-Risiko- Profil legten jetzt MS-Experten auf der Launch-Pressekonferenz von Roche dar.

Quelle: Launch-Pressekonferenz: „OCREVUS® – Durchbruch in der Multiple-Sklerose-Behandlung“, Frankfurt, 24. Jan. 2018. Veranstalter: Roche Ocrelizumab: Ocrevus®

Umstellung auf DMF und DMF-Langzeittherapie
Überlegene klinische Wirkung im Therapiealltag

Das oral einzunehmende Dimethylfumarat (DMF) bietet hierzulande seit vier Jahren eine wirksame Therapie der schubförmig remittierenden MS (RRMS). Dass dessen Wirkung auf wichtige Kernparameter der Erkrankung auch langfristig anhält, berichteten deutsche Neurologen auf einer Pressekonferenz von Biogen in München. Sie erläuterten auch die klinischen Implikationen der DMF-Erfahrungen aus klinischen Studien und der „Real world“ für den Praxisalltag. Gegenüber anderen Basistherapeutika erwies sich DMF im Hinblick auf die Reduktion der klinischen Krankheitsaktivität überlegen.

Quelle: Fachpressekonferenz: „Tecfidera®: Flexible RRMS-Therapie – Erfahrungen aus Klinik und Praxis“, München, 22. Feb. 2018. Veranstalter: Biogen Dimethylfumarat: Tecfidera®

Therapie-Optionen
NICE empfiehlt Mavenclad®
Die neuen Cladribin-Tabletten (Mavenclad®, Merck) stellen die erste orale Kurzzeittherapie der Multiplen Sklerose (MS) dar, die bei Verabreichung an maximal 20 Tagen eine bis zu vier Jahre anhaltende klinische Wirksamkeit erzielen kann, so die Studienlage. Das im August 2017 von der Europä
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Neuer oraler S1P-Rezeptor-Modulator bei schubförmiger MS
Aktuelle Phase-III-Daten zu Ozanimod

Der neuartige selektive Sphingosin-1-Phosphat-1/5 (S1PR1/5)-Rezeptor-Modulator befindet sich in klinischer Entwicklung zur Behandlung der schubförmigen MS (RMS). Die aktuellen, beim 7. ECTRIMS/ACTRIMS-Kongress in Paris präsentierten Ergebnisse der beiden Phase-III-Studien SUNBEAM und RADIANCE belegen die Wirksamkeit. Sie wurden jetzt auf einem Fachpressegespräch des Unternehmens Celgene diskutiert.

Quelle: Pressegespräch: „MS in progress: aktuelle Entwicklungen bei Multipler Sklerose“, München, 15. Dez. 2017. Veranstalter: Celgene

Zehnjahresdaten belegen frühe Defizite und Progression
Stumme MS-Läsionen verschlechtern Kognition

Nur jede achte bis zehnte Hirnläsion bewirkt bei MS-Patienten ein schubartiges Ereignis – doch die Krankheit schreitet auf einem subklinischen Niveau fort. Inwieweit klinisch asymptomatische MS-Läsionen die Kognition verschlechtern können, wurde nun in einer kleinen französischen Langzeitstudie über zehn Jahre untersucht.

Quelle: Wybrecht D et al.: New brain lesions with no impact on physical disability can impact cognition in early multiple sclerosis: A ten-year longitudinal study. PLoS One 2017; 12(11): e0184650 [Epub 17. Nov.; doi: 10.1371/journal.pone.0184650]

Auch bei MS: „Time is brain"
Alemtuzumab: Perspektiven der Impulstherapie

Ohne dass Patienten mit schubförmig remittierender MS (RRMS) eine kontinuierliche MS-Medikation einnehmen müssen, lassen sich durch Alemtuzumab nachhaltig die Schubrate reduzieren, die Behinderungsprogression verlangsamen und der Hirnvolumenverlust abbremsen. Aktuelle Daten belegen die über sieben Jahre anhaltende Wirkung der Impulstherapie auf alle wichtigen Aspekte der MS-Aktivität, berichteten deutsche MS-Experten auf einem Pressegespräch von Sanofi Genzyme in Köln.

Quelle: Pressegespräch: „Brain Health – Benefits einer frühen MS-Therapie“, Köln, 5. Dez. 2017. Veranstalter: Sanofi Genzyme Alemtuzumab: Lemtrada®

Deutsche Praxisdaten
Niedrige Biotin-Spiegel bei 40% der Patienten

Das Vitamin Biotin hat in hoher Dosierung in klinischen Studien einen signifikanten Therapieeffekt auf die chronisch-progressive MS entfaltet. Leiden MS-Patienten vielleicht allgemein an einem Mangel? Deutsche Neurologen haben nun die – sehr einfach bestimmbaren – Biotin-Spiegel ihrer MS-Patienten untersucht.

Quelle: Maier-Janson W et al.: Biotin-deficiency and lower biotin ranges in MS patients – where is the connection? J Neurol Sciences 2017; 381 (Suppl.): 782 [Epub 15. Okt.; doi:10.1016/j.jns.2017.08.2208]

7th Joint ECTRIMS/ACTRIMS Meeting, 25.−28. Okt. 2017 in Paris
Progressive MS-Formen im Fokus von Forschung und Therapie

Ende Oktober fand das 7. gemeinsame Treffen des European und Americas Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ECTRIMS/ACTRIMS) statt. Wie die Organisatoren mitteilten, fanden 10 157 Besucher aus fast 100 Ländern den Weg nach Paris. Ein klarer wissenschaftlicher Fokus lag auf diesem Kongress bei den progressiven Verlausformen. Dies betraf sowohl den Übergang von einer schubförmigen MS (RRMS) in eine sekundär-progressive MS (SPMS) und den Verlauf bei Patienten mit primär-progressiver MS (PPMS) als auch neue bzw. zukünftige Behandlungsoptionen. Neben zahlreichen Erstpräsentationen neuer Phase-II- und -III-Studienergebnisse wurden neue MS-Leitlinien und überarbeitete Diagnosekriterien vorgestellt.

Hochdosiertes, pharmazeutisch reines Biotin bei progredienter MS
MD1003 auch im „Real life" wirksam

MD1003 hat sich in der Behandlung von Patienten mit primär und sekundär progredienter MS in der Phase-III-Studie MS-SPI in der Verbesserung vorbestehender Behinderungen als wirksam erwiesen. Jetzt wurden auf einem von MedDay unterstützten Satellitensymposium auf dem 7. gemeinsamen ECTRIMS/ACTRIMS-Treffen neue unterstützende klinische Daten vorgestellt.

Quelle: Satellitensymposium: „New horizons in progressive multiple sclerosis“, 7. gemeinsames ECTRIMS/ACTRIMS-Treffen, 26. Okt. 2017, Paris. Unterstützt von MedDay

Erste orale Kurzzeittherapie
Neue ECTRIMS-Daten zu Cladribin

Seit September dieses Jahres sind Cladribin-Tabletten auch in der EU für MS-Patienten mit hoher Krankheitsaktivität zugelassen. Die Kurzzeittherapie mit oraler Verabreichung an maximal 20 Tagen innerhalb von zwei Jahren hat nachweislich eine bis zu vier Jahre anhaltende klinische Wirkung. Die Wirksamkeit von Cladribin bei schubförmiger MS bestätigen nun verschiedene Studienauswertungen, die beim 7. gemeinsamen ECTRIMS/ACTRIMS-Kongress in Paris vorgestellt wurden. Außerdem belegen neue Sicherheitsanalysen das positive Risiko-Nutzen-Profil dieser oralen Kurzzeittherapie.

Quelle: Poster Poster P1143, P1878, P1142, P667, P1141 und P770, 7. gemeinsamer ECTRIMS-/ACTRIMS-Kongress, Paris, 24–28. Okt. 2017 Cladribin-Tabletten: Mavenclad®

COPTIVITY-Analyse beim ECTRIMS
Vorteile nach Umstellung auf GA40

Seit etwa drei Jahren ist das immunmodulatorische Glatirameracetat (GA) für Patienten mit schubförmiger MS auch als dreimal wöchentliche Injektion von 40 mg (GA40) verfügbar. Ein beim ECTRIMS 2017 in Paris vorgestelltes, von TEVA unterstütztes Poster belegt nun anhand der Interimsanalyse der nicht-interventionellen Studie COPTIVITY das Wirksamkeits- und Verträglichkeitsprofil in der „Real world“. Neben der Schubrate besserten sich auch Patient-reported Outcomes (PRO) wie Fatigue und Kognition.

Quelle: Poster Ziemssen T et al.: Multicenter open-label non-interventional study assessing the alteration of activity in ambulatory patients with relapsing forms of MS (RMS) under treatment with COPAXONE 40 mg tiw – results of an interim analysis of the NIS COPTIVITY, Poster P2.1273, ECTRIMS 2017, Paris. Unterstützt von Teva Glatirameracetat: Copaxone®

Subanalysen der MS-STAT-Studie
Doch mehr dran an Statinen bei SPMS?

In der randomisierten, Placebo-kontrollierten MS-STAT-Studie hatte hochdosiertes Simvastatin bei Patienten mit sekundär-progressiver MS (SPMS) die jährliche Hirnatrophie- Rate verringert. Jetzt wurden diverse sekundäre Endpunkte wie Kognition, neuropsychiatrische Symptome (NPS) und Lebensqualität ausgewertet.

Quelle: Chan D et al.: Effect of high-dose simvastatin on cognitive, neuropsychiatric, and health-related quality- of-life measures in secondary progressive multiple sclerosis: secondary analyses from the MS-STAT randomised, placebo-controlled trial. Lancet Neurol 2017; 16(8): 591-600

Dimethylfumarat und Natalizumab
Die Therapie an der MS-Aktivität ausrichten

Mit Dimethylfumarat (DMF) steht seit mehr als drei Jahren für die schubförmige MS eine orale verlaufsmodifizierende Therapie zur Verfügung. Für Patienten mit (hoch) aktiver MS besteht mit Natalizumab eine hochwirksame Option. Der Stellenwert dieser Therapien und aktuelle Behandlungsdaten aus der „Real world“ waren Gegenstand eines Biogen-Symposiums auf dem 90. DGN-Kongress in Leipzig.

Quelle: Satellitensymposium: „Therapie der Multiplen Sklerose: Vielfalt – Individualisierung – Orientierung“, 90. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), Leipzig, 21. Sept. 2017. Unterstützt von Biogen Dimethylfumarat (DMF): Tecfidera® Natalizumab: Tysabri

Achtjahresdaten
Persistenz und Adhärenz unter „Injectables"

Ein kanadisches Team untersuchte über annähernd acht Jahre die Persistenz mit den klassischerweise als First-line-Therapie eingesetzten Basistherapeutika, die Gründe für Therapieunterbrechungen und die Adhärenz der Patienten.

Quelle: Melesse DY et al.: Persistence to disease-modifying therapies for multiple sclerosis in a Canadian cohort Patient Prefer Adherence 2017;11: 1093-101

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