Kopfschmerz/Schmerz

Prävention bei vestibulärer Migräne
Venlafaxin, Flunarizin und Valproat verglichen

Die Behandlungsoptionen bei vestibulärer Migräne (VM) sind eher experten- als evidenzbasiert. Nun wurden mit Venlafaxin, Flunarizin und Valproat drei prophylaktisch eingesetzte Medikamente in einer kleinen Head-to-head-Studie miteinander verglichen. Vorrangig ging es um die Schwindelvermeidung.

Quelle: Liu F et al.: The efficacy of venlafaxine, flunarizine, and valproic acid in the prophylaxis of vestibular migraine. Front Neurol 2017; 8: 524 [Epub 11. Okt.; doi: 10.3389/fneur.2017.00524]

Monoklonale CGRP-Antikörper
Eine neue Ära der Migräneprophylaxe?

Zwei ausgewiesene Kopfschmerzexperten aus Großbritannien befassten sich in einer Übersichtsarbeit mit den neuen, noch in klinischer Prüfung befindlichen monoklonalen Calcitonin gene-related peptide (CGRP)-Antikörpern zur Prävention von Migräneattacken. Eine Übersicht und ein Statement.

Quelle: Tso AR, Goadsby PJ: Anti-CGRP monoclonal antibodies: the next era of migraine prevention? Curr Treat Options Neurol 2017; 19(8): 27 [Epub 27. Juni; doi: 10.1007/s11940-017-0463-4]

Chronischer Kopfschmerz
Gibt es prognostische Faktoren?

Werden Migräne und Spannungskopfschmerz chronisch, leidet die Lebensqualität der Betroffenen massiv. In einem systematischen Review befasste sich nun ein britisches Team mit möglicherweise prognostisch relevanten Faktoren für das Outcome von Patienten mit chronischen Kopfschmerzerkrankungen – sowohl in klinischen Studien als auch bezüglich der Gesamtprognose.

Quelle: Probyn K et al für das CHESS Team: Prognostic factors for chronic headache: A systematic review. Neurology 2017; 89(3): 291-301

Chronischer Kopfschmerz
Hilft PEGASUS?

In einer schwedischen randomisierten Studie wurde der Nutzen des strukturierten Edukationsprogramms Psychoeducational groups for adults with ADHD and their significant others (PEGASUS) geprüft.

Quelle: Hirvikoski T et al.: Psychoeducational groups for adults ... Eur Psychiatry 2017;44: 141-52

Orale Migräne-Prävention
Die Abbruchraten sind extrem hoch

Derzeit werden zur präventiven Migränebehandlung verschiedene orale Medikamente wie Betablocker, Antidepressiva und Antiepileptika eingesetzt, die sich nicht immer durch die beste Verträglichkeit auszeichnen. Anhand von US-Verschreibungsdaten wurde nun untersucht, wie viele Patienten mit chronischer Migräne diese Prophylaktika absetzen und wie viele auf ein anderes Medikament wechseln. Die Abbruchraten sind, wie den klinischen Efahrungen nach zu erwarten war, extrem hoch.

Quelle: Hepp Z et al.: Persistence and switching patterns of oral migraine prophylactic medications among patients with chronic migraine: A retrospective claims analysis. Cephalalgia 2017; 37(5): 470-85

Episodische Migräne
Komorbide Schmerzen sprechen für spätere Kopfschmerz-Chronifizierung

Migräne-Patienten haben eine hohe Komorbidität an anderen Schmerzbildern. Tragen diese zum Übergang von einer episodischen zu einer chronischen Migräne bei? Dieser Frage gingen US-Forscher anhand der großen Chronic Migraine Epidemiology and Outcomes Study (CaMEO) nach.

Quelle: Scher AI et al.: Comorbid pain and migraine chronicity: the Chronic Migraine Epidemiology and Outcomes Study. Neurology 2017; 89(5): 461-68

European Academy of Neurology, 24.–27. Juni 2017 in Amsterdam
Multiple Sklerose, Demenz und Migräne − Neues vom EAN

In Amsterdam trafen sich die europäischen Neurologen zu ihrem Jahreskongress − mehr als 6000 Besucher kamen. Das übergreifende Thema des 3rd Congress der European Academy of Neurology (EAN) war „Outcome measures in Neurology“. Die Sessions umfassten das gesamte Spektrum der neurodegenerativen, entzündlichen, traumatischen und übrigen neurologischen Erkrankungen

Vermehrtes periaquäduktales Grau
Biomarker für die episodische Migräne?

Migräne-Patienten zeigen in der Bildgebung gegenüber Gesunden diverse regionale Hirnvolumen-Abweichungen. In einer MRT-Pilotstudie untersuchten chinesische Wissenschaftler, ob die Größe des periaquäduktalen Grau (PAG) bei Patienten mit episodischer und chronischer Migräne verändert ist und ob dies ggf. mit klinischen Variablen in Zusammenhang steht.

Quelle: Chen Z et al.: Volume expansion of periaqueductal gray in episodic migraine: a pilot MRI structural imaging study. J Headache Pain 2017;18(1): 83 [Epub 15. Aug 15; doi: 10.1186/s10194-017-0797-z]

Begleitsymptome der Migräne
Individuelle und ökonomische Belastungen durch Übelkeit und Erbrechen

Neben Photo- und Phonophobie sind Übelkeit und Erbrechen sehr häufige Begleitsymptome von Migräne-Attacken. Wie stark sind die Belastungen der Patienten wirklich? Die individuellen und auch die ökonomischen Folgen wurden jetzt in den USA an einer großen Zahl von Migräne-Patienten untersucht.

Quelle: Gajria K et al.: Humanistic and economic burden of nausea and vomiting among migraine sufferers. J Pain Res 2017; 10: 689-98

Cluster-Kopfschmerz
Sumatriptan s.c. − Akuttherapie der ersten Wahl

Als Goldstandard in der Akuttherapie des Cluster-Kopschmerzes (CK) empfiehlt die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) 6 mg Sumatriptan subkutan. Neben der Studienlage wurden auf einem von Hormosan Pharma veranstalteten Lunchseminar beim Deutschen Schmerz- und Palliativtag 2017 in Frankfurt die praktischen Vorteile des Fertigpens zur s.c.-Injektion diskutiert.

Quelle: Lunch-Seminar: „Clusterkopfschmerz und trigeminoautonome Kopfschmerzen“, Schmerz- und Palliativtag 2017, Frankfurt, 23.03.2017. Veranstalter: Hormosan Pharma Fertigpen Sumatriptan 6 mg: Sumatriptan-Hormosan® Inject

59th Annual Scientific Meeting der AHS in Boston, 8.–11. Juni 2017
Prävention der Migräne im Fokus

Auf dem 59th Annual Scientific Meeting der American Headache Society (AHS) im Juni dieses Jahres wurden mit etwa 1000 Fachbesuchern die neuen Entwicklungen bei den verschiedenen Kopfschmerzformen diskutiert. Neben einigen Beiträgen zur Akuttherapie standen die neuen Daten zu den vier neuen, noch in klinischer Prüfung befindlichen Antikörpern gegen das Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP) bzw. dessen Rezeptor im Vordergrund: Erstmals gibt es spezifische Medikamente zur Migräne-Prävention.

Akuttherapie bei Analgetika-induziertem Kopfschmerz (MOH)
Nach dem Entzug: Helfen Methylprednisolon und Paracetamol?

Bei Analgetika-induziertem Kopfschmerz (Medication Overuse Headache, MOH) ist der Entzug im Allgemeinen der erste Schritt, doch über das Vorgehen im Einzelnen herrscht Unsicherheit, insbesondere über den Stellenwert der Gabe von Steroiden. In einer Pilotstudie untersuchten italienische Neurologen jetzt, ob und wie wirksam nach dem Entzug die Kurzzeittherapie mit Methylprednisolon (MP) und Paracetamol ist.

Quelle: Cevoli S et al.: Treatment of withdrawal headache in patients with medication overuse headache: a pilot study. J Headache Pain 2017; 18(1): 56 [Epub 12. Mai; doi: 10.1186/s10194-017-0763-9]

69th Annual Meeting der AAN, 22.–28. April 2017, Boston/USA
Neue Entwicklungen und Therapien

Das 69th Annual Meeting der American Academy of Neurology (AAN) lockte Ende April 2017 13 000 Fachbesucher nach Boston. Neben zahlreichen Veranstaltungen und Postern zur Multiplen Sklerose wurden viele neue Entwicklungen bei Kopfschmerz, Demenz, Epilepsie, Parkinson-Syndrom und anderen, selteneren Krankheiten vorgestellt.

CAVE: Carotis-Endarteriektomie
Neuer Cluster-Kopfschmerz nach Eingriff

Ein Cluster-Kopfschmerz (CK) hat jüngeren Studien zufolge einen zentralen Ursprung und entsteht normalerweise ohne einen signifikanten äußeren Einfluss. Nun berichteten niederländische Ärzte von zwei Schlaganfall-Patienten, die diesen schweren Kopfschmerztyp nach einer Carotis- Endarteriektomie entwickelten. Wie kommt es zu solch einem sekundären CK?

Quelle: Dirkx TH, Koehler PJ: Post-operative cluster headache following carotid endarterectomy. Eur Neurol 2017; 77(3-4): 175-79

Menstruelle Migräne
Hilft ein multidisziplinärer Ansatz besser?

Es besteht ein klarer Zusammenhang zwischen dem Menstruationszyklus und Migräneattacken. In einer retrospektiven Studie wurde jetzt in den Niederlanden untersucht, inwieweit eine multidisziplinäre Behandlung bei Frauen mit menstrueller Migräne die Symptomatik gegenüber einer Therapie durch Neurologen allein verringern kann.

Quelle: Witteveen H et al.: Treatment of menstrual migraine; multidisciplinary or mono-disciplinary approach. J Headache Pain 2017; 18(1): 45 [Epub 17. April; doi: 10.1186/s10194-017-0752-z]

Therapie-Optionen
CK-Akuttherapie mit Sumatriptan-Fertigpen

Cluster-Kopfschmerz (CK) gilt als die stärkste Kopfschmerzform. Zur Akuttherapie in der Attacke wird in der Leitlinie der DMKG Sumatriptan (6 mg subkutan) als Mittel der ersten Wahl empfohlen. Der sofort gebrauchsfertige Sumatriptan- Hormosan Inject Fertigpen (Hormosan) bietet eine ...

Netzwerk-Metaanalyse
Wie wirksam sind eigentlich Migräne- Prophylaktika?

Migräne-Patienten können von der Einnahme geeigneter prophylaktischer Medikamente erheblich profitieren. Doch für welche Wirkstoffe ist die Evidenz für Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit am größten? Nun wurde zu den gängigsten Prophylaktika eine Netzwerk-Metaanalyse durchgeführt.

Quelle: He A et al.: Unveiling the relative efficacy, safety and tolerability of prophylactic medications for migraine: pairwise and network-meta analysis. J Headache Pain 2017; 18(1): 26 [Epub 20. Feb.; doi: 10.1186/ s10194-017-0720-7]

Migräne-Patienten
Schlaganfall-Risiko nach chirurgischen Eingriffen verdoppelt

Mehrere experimentelle und Beobachtungsstudien zeigen einen Zusammenhang zwischen Migräne und ischämischen Schlaganfällen. In einer Krankenhausregisterstudie wurde nun bei Migräne-Patienten erstmals das Risiko im zeitlichen Zusammenhang mit einer Operation untersucht. Offenbar treten perioperative Schlaganfälle besonders bei Migräne-Kranken mit Aura gehäuft auf.

Quelle: Timm FP et al.: Migraine and risk of perioperative ischemic stroke and hospital readmission: hospital based registry study. BMJ 2017; 356: i6635. [Epub 10. Jan.; doi: 10.1136/bmj.i6635]

Migräne-Patienten mit Aura
Die RLS-Prävalenz steigt mit der Attacken-Häufigkeit

An einer hohen RLS-Migräne-Komorbidität ist kaum zu zweifeln, doch genaue Zahlen sind nicht verfügbar. Diese wurden nun bei Patienten mit episodischer oder chronischer Migräne mit und ohne Aura erfasst.

Quelle: Lin GY et al.: Prevalence of restless legs syndrome in migraine patients with and without aura: a crosssectional, case-controlled study. J Headache Pain 2016; 17(1): 97 [Epub 21. Okt.; doi: 10.1186/s10194-016-0691-0]

Prophylaxe bei chronischer Migräne
Wie sicher und verträglich ist die nicht-invasive VNS?

In der doppelblinden kontrollierten EVENT-Studie wurden neben der Machbarkeit (Feasibility) vor allem die Verträglichkeit und Sicherheit der nicht-invasiven Vagusnerv- Stimulation (nVNS) bei Patienten mit chronischer Migräne geprüft. Wurde durch die Behandlung auch die Zahl der Tage mit Migräneattacken verringert?

Quelle: Silberstein SD et al.: Chronic migraine headache prevention with noninvasive vagus nerve stimulation: The EVENT study. Neurology 2016; 87(5): 529-38

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