unipolare Depression

Unipolare Depression bei Älteren
22 Entzündungsmarker im Plasma erhöht

Bei einer Depression wird seit längerem davon ausgegangen, dass sie von einer entzündlichen Komponente getriggert und/oder unterhalten wird. Norwegische Forscher untersuchten jetzt, welche inflammatorischen und antiinflammatorischen Mediatoren bei älteren Patienten mit unipolarer Major Depression in auffälligen Plasmakonzentrationen vorliegen. Sie fanden in der Bestimmung von insgesamt 27 verschiedenen Immunmarkern ein depressionstypisches Muster.

Quelle: Gaarden TL et al.: Exploration of 27 plasma immune markers: a cross-sectional comparison of 64 old psychiatric inpatients having unipolar major depression and 18 non-depressed old persons. BMC Geriatry 2018; 18(1): 149 [Epub: 25. JunI; doi: 10.1186/ s12877-018-0836-x]

Supplementierung mit 5-ALA
Trainingsleistung und Depression gebessert

Patienten mit klinisch relevanter Depression können von körperlicher Betätigung profitieren, doch ein regelmäßiges Training fällt ihnen meist schwer. In einer randomisierten doppelblinden Crossover-Studie wurde geprüft, ob die Supplementierung mit 5-Aminolävulinsäure (5-ALA) plus Natriumeisencitrat (NEC) bei depressiven Frauen mittleren Alters Trainingsbereitschaft und -leistung verbessert und die Depressivität verringert.

Quelle: Suzuki H et al.: Effects of 5-aminolevulinic acid supplementation ... Sci Rep 2018; 8(1): 7151 [Epub 8. Mai; doi: 10.1038/s41598-018-25452-2]

Kostenkalkulation bei therapierefraktärer Depression
Doch früher an die EKT denken?

Die Elektrokrampftherapie (EKT) stellt bei Patienten mit schwerer Depression eine hochwirksame Behandlung dar, doch wird ihr Einsatz aufgrund befürchteter Stigmatisierung, Nebenwirkungen und auch Kosten immer noch restriktiv gehandhabt. Jetzt näherten sich US-Psychiater der Thematik von einer anderen Seite: Sie simulierten die Wirksamkeit und Kosteneffektivität der EKT gegenüber herkömmlichen Pharmako-bzw. Psychotherapien in einer virtuellen Population depressiver Patienten.

Quelle: Ross EL et al.: Cost-effectiveness of electroconvulsive therapy vs pharmacotherapy/psychotherapy for treatment-resistant depression in the United States. JAMA Psychiatry 2018 [Epub 9. Mai; doi: 10.1001/ jamapsychiatry.2018.0768]

Netzwerk-Metaanalyse zur Wirksamkeit und Verträglichkeit
Diese Antidepressiva schneiden am besten ab

Sind Antidepressiva wirklich wirksam? Diese Frage wird seit geraumer Zeit heftig und kontrovers diskutiert. Jetzt zeigt die bislang größte Netzwerk-Metaanalyse, dass alle gebräuchlichen 21 Antidepressiva in der Akutbehandlung depressiver Störungen wirksamer sind als Placebo. Allerdings unterscheiden sich die Antidepressiva hinsichtlich ihrer Wirkung und auch ihrer Verträglichkeit ganz erheblich.

Quelle: Cipriani A et al.: Comparative efficacy and acceptability of 21 antidepressant ... Lancet 2018 [Epub 21.2.2018; doi: 10.1016/S0140-6736(17)32802-7; Parik SV, Kennedy SH: More data, more answers: picking ... Lancet 2018; [Epub 21.2.2018; doi 10.1016/ S0140-6736(18)30421-5

Therapie-Optionen
deprexis®24 für Privatversicherte
Ab sofort steht das evidenzbasiert wirksame Online-Therapieprogramm deprexis®24 auch für privat versicherte Patienten zur Behandlung von leichten und mittelschweren Depressionen zur Verfügung. Die Servier Deutschland GmbH und die LM+ Leistungsmanagement GmbH geben ihre Kooperation
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Bipolar-II-Störung und unipolare Depression
Kognitive Beeinträchtigungen im Vergleich

Bei depressiven Patienten bestehen vielfach auch kognitive Dysfunktionen. Jetzt untersuchten Psychiater in einem jungen, unbehandelten Kollektiv, inwieweit sich die kognitiven Profile zwischen den akut depressiven Patienten mit einer Bipolar-II-Diagnose und einer unipolaren Depression voneinander unterscheiden.

Quelle: Mak ADP et al.: Cognitive impairment in treatment- naive bipolar II and unipolar depression. Sci Rep 2018; 8(1): 1905 [Epub 30. Jan.; doi: 10.1038/ s41598-018-20295-3]

iCBT und Körperübungen
Langzeiteffekte auf Beschäftigungsstatus?

Eine Depression torpediert u. a. die Arbeitsfähigkeit der Betroffenen. Die Langzeiteffekte einer internet-basierten kognitiv-behavioralen Therapie (iCBT) und körperlicher Übungen auf Beschäftigungsstatus und Krankschreibungen wurde anhand von Subgruppenanalysen einer großen randomisierten kontrollierten Studie beschrieben.

Quelle: Kaldo V et al.: Effects of internet-based cognitive behavioural therapy ... Occup Environ Med 2017 [Epub 26. Sept.; doi: 10.1136/oemed-2017-104326.]

Metaanalyse belegt Wirksamkeit
Tranylcypromin bei therapierefraktärer Depression

Bei schweren Depressionen erweisen sich viele Antidepressiva – trotz mittlerweile zahlreicher Wirkansätze – als nicht erfolgreich. Im Falle therapieresistenter Depressionen (TRD) lohnt sich ein Behandlungsversuch mit dem MAO-Hemmer Tranylcypromin, wie eine jüngst publizierte Metaanalyse belegt. Dies berichteten erfahrene Psychiater auf einem Symposium von Aristo Pharma beim DGPPN/WPA World Congress 2017 in Berlin.

Quelle: Lunchsymposium: „Tranylcypromin – effektives und sicheres Management therapieresistenter Depressionen“, DGPPN/ WPA-Kongress 2017, Berlin, 09. Oktober 2017. Veranstalter: Aristo Pharma Tranylcypromin: Jatrosom®

Depressive Patienten
Kognitive Defizite und Suizidalität

Die bislang ungeklärten Zusammenhänge zwischen kognitiven Beeinträchtigungen und Suizidgedanken bei Patienten mit Major Depression wurden jetzt untersucht.

Quelle: Pu S et al.: Association between cognitive deficits and suicidal ideation in patients with major depressive disorder. Sci Rep 2017; 7(1): 11637 [Epub 14. Sept.; doi: 10.1038/s41598-017-12142-8]

Cross-over-Studie
Antidepressiva-Augmentation mit Magnesium

Nach Hinweisen aus kleinen Studien wurde nun in einem offenen Cross-over-Design getestet, ob eine verträgliche und wirksame Augmentation von Antidepressiva mit „Over the counter“ (OTC) gehandelten Magnesium-Präparaten möglich ist.

Quelle: Tarleton EK et al: Role of magnesium supplementation in the treatment of depression: A randomized clinical trial. PLoS One 2017; 12(6): e0180067 [Epub 27. Juni; doi: 10.1371/journal.pone.0180067]

SMS-Unterstützung bessert die Depression

Kanadische Psychiater untersuchten in einer randomisierten kontrollierten Pilotstudie, ob zusätzliche unterstützende Textnachrichtungen (SMS) auf das Smartphone die Therapie depressiver Patienten verbessern kann. Das scheint der Fall zu sein.

Quelle: Agyapong VIO et al.: Randomized controlled pilot trial of supportive text messages for patients with depression. BMC Psychiatry 2017; 17(1): 286. Epub 2. Aug; doi: 10.1186/s12888-017-1448-2]

Postpartale Depression
Immer nach Bipolar-Störung fahnden!

Die Geburt eines Kindes kann verschiedene psychische Erkrankungen triggern. Jetzt wurde in einer dänischen Registerstudie über bis zu 16 Jahre untersucht, wie hoch das Risiko für eine spätere bipolare Störung ist, wenn Frauen erstmals postpartal behandlungsbedürftige depressive Symptome entwickeln.

Quelle: Liu X et al.: Depression and anxiety in the postpartum period and risk of bipolar disorder: a Danish nationwide register-based cohort study. J Clin Psychiatry 2017; 78(5): e469-e476 [Epub Mai 2017; doi: 10.4088/JCP.16m10970]

FDA-Reviews ausgewertet
Zunehmende Placebo-Response in Antidepressiva-Studien?

In allen klinischen Studien spricht ein gewisser Teil der Patienten auf Placebo an. Besonders ausgeprägt scheint dies in Antidepressiva-Studien der Fall zu sein. Eine zunehmende Placebo-Response könnte die Studienergebnisse und damit auch die Zulassung von Antidepressiva beeinflussen. Diesem Phänomen gingen nun US-Forscher nach.

Quelle: Khan A et al.: Has the rising placebo response impacted antidepressant clinical trial outcome? Data from the US Food and Drug Administration 1987-2013. World Psychiatry 2017; 16(2): 181-92

Therapie-Optionen
Photosensibilisierung überschätzt

Im Sommer wird die medikamentöse Therapie depressiver Störungen häufig vernachlässigt. Vermutlich hat die Furcht vor einer erhöhten dermalen Lichtempfindlichkeit daran einen Anteil. Für den Johanniskraut-Extrakt Laif® 900 (Bayer), wird das zu erwartende ...

Psychiatrische Komplikationen der THS
CAVE: Kognitive Probleme und Depression

Die tiefe Hirnstimulation (THS) – zumeist des Nucl. subthalamicus (STN) oder des Globus pallidus - pars interna (GPi) – verbessert die motorischen Parkinson- Symptome fortgeschritten erkrankter Patienten oft dramatisch, aber Studien zufolge kommt es nicht selten auch zu Nebenwirkungen. Mit den psychiatrischen Problemen im Anschluss an eine THS befassten sich nun US-Psychiater in einer Literaturübersicht.

Quelle: Davis RA et al.: Disambiguating the psychiatric sequelae of Parkinson‘s disease, deep brain stimulation, and life events: case report and literature review. Am J Psychiatry 2017; 174(1): 11-5

Mit CBT und Analyse verglichen
Psychosoziale Kurzintervention unterlegen?

Patienten mit einer Major Depression können von einer psychotherapeutischen Kurzintervention erheblich profitieren, bis zu 70% remittieren. Nun verglich ein britisches Team anhand der IMPACT-Studie, ob die Effekte einer CBT, Kurzzeit-Psychoanalyse und kurzen psychosozialen Intervention an Jugendlichen mittelfristig erhalten bleiben, und ob sich die drei Therapien darin unterscheiden.

Quelle: Goodyer IM et al.: Cognitive behavioural therapy and short-term psychoanalytical psychotherapy versus a brief psychosocial intervention in adolescents with unipolar major depressive disorder (IMPACT) ... Lancet Psychiatry 2017; 4(2): 109-19

Screening auf eine Major Depression
Eignet sich die Herzraten-Variabilität?

Die Herzraten-Variabilität (HRV) ist ein Maß für die Aktivität und Reaktivität des autonomen Nervensystems. Sie hat sich in etlichen Studien als viel versprechender Biomarker depressiver Erkrankungen dargestellt. Nun wurde die HRV in einer aktuellen Studie auf ihre Eignung als Screening-Tool für eine Major Depression geprüft.

Quelle: Sun G et al.: An objective screening method for major depressive disorder using logistic regression analysis of heart rate variability data obtained in a mental task paradigm. Front Psychiatry 2016; 7: 180 [Epub 4. Nov.; doi: 10.3389/fpsyt.2016.00180]

Internationale MS-Übersicht
Sexuelle Probleme bei der Mehrheit

Schwierigkeiten mit der Sexualität belasten gerade jüngere MS-Patienten. In einer Querschnittsstudie wurden nun mehrere tausend MS-Patienten zu sexuellen Funktionsstörungen und ihrer Zufriedenheit mit ihrem Sexualleben befragt. Für die häufigen sexuellen Problemen wurden assoziierter Faktoren identifiziert, u. a. Depression und Fatigue.

Quelle: Marck CH et al.: Sexual function in multiple sclerosis and associations with demographic, disease and lifestyle characteristics: an international cross-sectional study. BMC Neurol 2016; 16(1): 210 [Epub 4. Nov.; doi: 10.1186/s12883-016-0735-8]

Effekt schon bei den Sechsjährigen
Körperlich Aktive später seltener depressiv

In einer norwegischen Längsschnittstudie wurden Kinder zwischen sechs und zehn Jahren aus Trondheim auf mögliche Assoziationen zwischen mangelnder körperlicher Aktivität und dem späteren Auftreten depressiver Symptome untersucht.

Quelle: Zahl T et al.: Physical activity, sedentary behavior, and symptoms of major depression in middle childhood. Pediatrics 2017; 139(2): pii: e20161711 [Epub 9. Jan.; doi: 10.1542/peds.2016-1711]

Metaanalyse aller Doppelblindstudien
Wie wirksam ist Ketamin wirklich?

Etwa 33% aller Patienten mit einer Major Depression sprechen auf die zugelassenen Antidepressiva nicht an. In einer Metaanalyse aller verfügbaren Doppelblindstudien untersuchten Wissenschaftler wie wirksam der als Anästhetikum eingesetzte N-Methyl-d-Aspartat-Rezeptorantagonist Ketamin bei diesen Patienten wirklich ist.

Quelle: Han Y et al.: Efficacy of ketamine in the rapid treatment of major depressive disorder: a meta-analysis of randomized, double-blind, placebo-controlled studies. Neuropsychiatr Dis Treat 2016; 12: 2859-67

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