Affektive Erkrankungen

Pharma Neu
Ergenyl® Chrono nicht substituieren!

Ergenyl® Chrono (Sanofi) mit dem bewährten Wirkstoff Valproat/ Valproinsäure, zugelassen zur Therapie der Epilepsie und manischer Episoden bei bipolaren Störungen, steht seit 1. August 2016 auf der Substitutionsausschlussliste. Nach dieser Festlegung durch den GB-A darf es also in...

Lithium-Therapie bei bipolarer Störung
Häufige Abbrüche wegen Nebenwirkungen

In der Erhaltungstherapie ist Lithium bei bipolarer Störung nach wie vor das Mittel der Wahl. Die Substanz bietet nachweislich große Vorteile in der Prävention schwerer affektiver Episoden und suizidalen Verhaltens. Doch bricht etwa die Hälfte der Patienten die Behandlung ab. Die Gründe dafür wurden in einer Kohortenstudie untersucht.

Quelle: Öhllund L et al.: Reasons for lithium discontinuation in men and women with bipolar disorder: a retrospective cohort study. BMC Psychiatry 2018; 18, 37 (Epub ahead 07. Feb. 2018; https://doi.org/10.1186/ s12888-018-1622-1)

Netzwerk-Metaanalyse zur Wirksamkeit und Verträglichkeit
Diese Antidepressiva schneiden am besten ab

Sind Antidepressiva wirklich wirksam? Diese Frage wird seit geraumer Zeit heftig und kontrovers diskutiert. Jetzt zeigt die bislang größte Netzwerk-Metaanalyse, dass alle gebräuchlichen 21 Antidepressiva in der Akutbehandlung depressiver Störungen wirksamer sind als Placebo. Allerdings unterscheiden sich die Antidepressiva hinsichtlich ihrer Wirkung und auch ihrer Verträglichkeit ganz erheblich.

Quelle: Cipriani A et al.: Comparative efficacy and acceptability of 21 antidepressant ... Lancet 2018 [Epub 21.2.2018; doi: 10.1016/S0140-6736(17)32802-7; Parik SV, Kennedy SH: More data, more answers: picking ... Lancet 2018; [Epub 21.2.2018; doi 10.1016/ S0140-6736(18)30421-5

Substanz-induzierte Psychose
Wie hoch ist das spätere Schizophrenie und Bipolar-Risiko?

An der Uniklinik Kopenhagen wurde untersucht, wie viele Patienten in den Jahren nach einer Substanz-induzierten Psychose die Diagnose einer Schizophrenie oder bipolaren Störung erhalten. Darüber hinaus wurde nach prädiktiven Faktoren für diese Konversion gesucht.

Quelle: Starzer MSK et al.: Rates and predictors of conversion to schizophrenia or bipolar disorder following substance- induced psychosis. Am J Psychiatry 2017 [Epub 28. Nov.; doi: 10.1176/appi.ajp.2017.17020223]

Bei Depression mit kognitiven Problemen
Actiongames zur Besserung der Kognition?

Hamburger Wissenschaftler prüften in einer kleinen Studie, inwieweit sich rasante Actionspiele am Computer auf die depressiven Symptome, Grübeln sowie die subjektiven und objektiven kognitiven Leistungen auswirken.

Quelle: Kühn S et al.: Fighting depression: action video ... Front Psychol 2018; 9: 129 [Epub 12. Feb.; doi: 10.3389/fpsyg.2018.00129]

Postnatale Depression der Mutter
Folgen Verhaltensprobleme der Kinder?

Bei den Teilnehmern der Avon Longitudinal Study of Parents and Children (ALSPAC) untersuchten britische Psychiater, inwieweit postnatale Depressionen der Mütter mit Verhaltensproblemen, schlechteren Schulabschlüssen und eigenen Depressionen der Kinder im jungen Erwachsenenalter zusammenhängen.

Quelle: Netsi E et al.: Association of persistent and severe postnatal ... JAMA Psychiatry 2018 [Epub 31. Jan.; doi: 10.1001/jamapsychiatry.2017.4363]

Therapie-Optionen
deprexis®24 für Privatversicherte
Ab sofort steht das evidenzbasiert wirksame Online-Therapieprogramm deprexis®24 auch für privat versicherte Patienten zur Behandlung von leichten und mittelschweren Depressionen zur Verfügung. Die Servier Deutschland GmbH und die LM+ Leistungsmanagement GmbH geben ihre Kooperation
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Bipolar-II-Störung und unipolare Depression
Kognitive Beeinträchtigungen im Vergleich

Bei depressiven Patienten bestehen vielfach auch kognitive Dysfunktionen. Jetzt untersuchten Psychiater in einem jungen, unbehandelten Kollektiv, inwieweit sich die kognitiven Profile zwischen den akut depressiven Patienten mit einer Bipolar-II-Diagnose und einer unipolaren Depression voneinander unterscheiden.

Quelle: Mak ADP et al.: Cognitive impairment in treatment- naive bipolar II and unipolar depression. Sci Rep 2018; 8(1): 1905 [Epub 30. Jan.; doi: 10.1038/ s41598-018-20295-3]

„Umbrella-Review"
Was verursacht Psychosen?

Unter diesem Titel veröffentlichte eine internationale Arbeitsgruppe eine Übersichtsarbeit zu den derzeit bekannten protektiven und Risikofaktoren für psychotische Erkrankungen. Die 170 geprüften Einzelfaktoren erhielten unterschiedliche Evidenzgrade.

Quelle: Radua J et al.: What causes psychosis? An umbrella review of risk and protective factors. World Psychiatry 2018; 17(1): 49-66

iCBT und Körperübungen
Langzeiteffekte auf Beschäftigungsstatus?

Eine Depression torpediert u. a. die Arbeitsfähigkeit der Betroffenen. Die Langzeiteffekte einer internet-basierten kognitiv-behavioralen Therapie (iCBT) und körperlicher Übungen auf Beschäftigungsstatus und Krankschreibungen wurde anhand von Subgruppenanalysen einer großen randomisierten kontrollierten Studie beschrieben.

Quelle: Kaldo V et al.: Effects of internet-based cognitive behavioural therapy ... Occup Environ Med 2017 [Epub 26. Sept.; doi: 10.1136/oemed-2017-104326.]

Metaanalyse belegt Wirksamkeit
Tranylcypromin bei therapierefraktärer Depression

Bei schweren Depressionen erweisen sich viele Antidepressiva – trotz mittlerweile zahlreicher Wirkansätze – als nicht erfolgreich. Im Falle therapieresistenter Depressionen (TRD) lohnt sich ein Behandlungsversuch mit dem MAO-Hemmer Tranylcypromin, wie eine jüngst publizierte Metaanalyse belegt. Dies berichteten erfahrene Psychiater auf einem Symposium von Aristo Pharma beim DGPPN/WPA World Congress 2017 in Berlin.

Quelle: Lunchsymposium: „Tranylcypromin – effektives und sicheres Management therapieresistenter Depressionen“, DGPPN/ WPA-Kongress 2017, Berlin, 09. Oktober 2017. Veranstalter: Aristo Pharma Tranylcypromin: Jatrosom®

Depressive Patienten
Kognitive Defizite und Suizidalität

Die bislang ungeklärten Zusammenhänge zwischen kognitiven Beeinträchtigungen und Suizidgedanken bei Patienten mit Major Depression wurden jetzt untersucht.

Quelle: Pu S et al.: Association between cognitive deficits and suicidal ideation in patients with major depressive disorder. Sci Rep 2017; 7(1): 11637 [Epub 14. Sept.; doi: 10.1038/s41598-017-12142-8]

Cross-over-Studie
Antidepressiva-Augmentation mit Magnesium

Nach Hinweisen aus kleinen Studien wurde nun in einem offenen Cross-over-Design getestet, ob eine verträgliche und wirksame Augmentation von Antidepressiva mit „Over the counter“ (OTC) gehandelten Magnesium-Präparaten möglich ist.

Quelle: Tarleton EK et al: Role of magnesium supplementation in the treatment of depression: A randomized clinical trial. PLoS One 2017; 12(6): e0180067 [Epub 27. Juni; doi: 10.1371/journal.pone.0180067]

SMS-Unterstützung bessert die Depression

Kanadische Psychiater untersuchten in einer randomisierten kontrollierten Pilotstudie, ob zusätzliche unterstützende Textnachrichtungen (SMS) auf das Smartphone die Therapie depressiver Patienten verbessern kann. Das scheint der Fall zu sein.

Quelle: Agyapong VIO et al.: Randomized controlled pilot trial of supportive text messages for patients with depression. BMC Psychiatry 2017; 17(1): 286. Epub 2. Aug; doi: 10.1186/s12888-017-1448-2]

Postpartale Depression
Immer nach Bipolar-Störung fahnden!

Die Geburt eines Kindes kann verschiedene psychische Erkrankungen triggern. Jetzt wurde in einer dänischen Registerstudie über bis zu 16 Jahre untersucht, wie hoch das Risiko für eine spätere bipolare Störung ist, wenn Frauen erstmals postpartal behandlungsbedürftige depressive Symptome entwickeln.

Quelle: Liu X et al.: Depression and anxiety in the postpartum period and risk of bipolar disorder: a Danish nationwide register-based cohort study. J Clin Psychiatry 2017; 78(5): e469-e476 [Epub Mai 2017; doi: 10.4088/JCP.16m10970]

Therapie-Optionen
Paliperidonpalmitat nur viermal im Jahr

Paliperidonpalmitat (Trevicta®, Janssen) ist das einzige zur Schizophrenie- Therapie zugelassene Antipsychotikum mit lediglich vier Anwendungen pro Jahr und damit mit dem längsten Applikationsintervall. Die intramuskulären Injektionen können die Positiv- und Negativsymptome der ...

1H-MRS-Studien ausgewertet
Senken Antipsychotika die Glutamat-Spiegel?

Eine Schizophrenie geht mit einer Verstärkung der glutamatergen Transmission einher, kann die Psychose möglicherweise sogar auslösen. Nun wurde anhand der gepoolten Daten von Studien zur Protonen-gewichteten Magnet-Resonanz-Spektroskopie (1H-MRS) geprüft, ob die Behandlung schizophrener Patienten mit Antipsychotika die Spiegel des erregenden Transmitters Glutamat im Gehirn beeinflusst.

Quelle: Egerton A et al.: Effects of antipsychotic administration on brain glutamate in schizophrenia: a systematic review of longitudinal 1H-MRS studies. Front Psychiatry 2017; 8: 66 [Epub 28. Apr.; doi: 10.3389/ fpsyt.2017.00066]

Weiße und graue Substanz
Kleinere Volumina – stärkere Psychopathologie

Eine koreanische Arbeitsgruppe untersuchte mittels Voxel-basierter Morphometrie (VBM), inwieweit bei Schizophrenie-Patienten Hirnvolumenänderungen mit der Symptomschwere korrelieren. Es wurden etliche Zusammenhänge festgestellt, vor allem mit einer verringerten grauen Substanz im Gyrus temporalis superior.

Quelle: Kim G-W A et al.: Whole brain volume changes and its correlation with clinical symptom severity in patients with schizophrenia: A DARTEL-based VBM study. PLoS One 2017, 12: e0177251 [Epub 17. Mai; doi: 10.1371/journal.pone.0177251

Fallbericht: Therapierefraktäre bipolare Störung mit Suizidalität
Schnelle Remission unter Ketamin – allerdings nur für kurze Zeit

Ketamin-Infusionen bei therapierefraktärer Depression werden derzeit intensiv diskutiert. Ein Fallbericht aus Spanien bestätigt die bemerkenswerten Wirkungen dieses NMDA-Rezeptorantagonisten, aber auch, dass diese von relativ kurzer Dauer sind.

Quelle: López-Díaz A et al.: Use of repeated intravenous ketamine therapy in treatment-resistant bipolar depression with suicidal behaviour: a case report from Spain. Ther Adv Psychopharmacol 2017; 7: 137-40

FDA-Reviews ausgewertet
Zunehmende Placebo-Response in Antidepressiva-Studien?

In allen klinischen Studien spricht ein gewisser Teil der Patienten auf Placebo an. Besonders ausgeprägt scheint dies in Antidepressiva-Studien der Fall zu sein. Eine zunehmende Placebo-Response könnte die Studienergebnisse und damit auch die Zulassung von Antidepressiva beeinflussen. Diesem Phänomen gingen nun US-Forscher nach.

Quelle: Khan A et al.: Has the rising placebo response impacted antidepressant clinical trial outcome? Data from the US Food and Drug Administration 1987-2013. World Psychiatry 2017; 16(2): 181-92

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