ADHS

Proof-of-concept-Studie bei Kindern mit ADHS
Bessert „NeuroRacer" die Kognition?

Die herkömmlichen ADHS-Therapien können die Kernsymptome der Erkrankung bessern, beeinflussen aber neurokognitive Beeinträchtigungen oft nicht wesentlich. In einer Proof-of-concept-Studie wurden jetzt Durchführbarkeit und Aussichten einer Action Game-Intervention am Computer zur Steigerung der kognitiven Fähigkeiten geprüft.

Quelle: Davis NO et al.: Proof-of-concept study of an at-home, engaging, digital intervention for pediatric ADHD. PLoS One 2018; 13(1): e0189749 [Epub 11. Jan.; doi: 10.1371/journal.pone.0189749]

Depression bei ADHS
Die Symptome können sich gegenseitig maskieren

Schon im Kindesalter ist eine ADHS häufig mit anderen psychiatrischen Störungen assoziiert, besonders oft mit einer Depression. Die dahintersteckende ADHS wird dabei oftmals nicht erkannt – und daher auch nicht adäquat behandelt. Eine alleinige Therapie der Depression kann jedoch zu unbefriedigenden Resultaten führen. Auf dieses Problem machten jüngst ADHS-Experten auf Praxisworkshops im Rahmen der Reihe „Werkstatt ADHS 2018“ des Unternehmens Medice aufmerksam.

Quelle: PRAXISWORKSHOP Werkstatt ADHS 2018, Berlin, 24. März 2018. Veranstalter: Medice retardiertes Methylphenidat: Medikinet® retard

Schon im Vorschulalter
Basalganglien-Strukturen bei ADHSKranken deutlich kleiner

Bei Kindern mit einer ADHS finden sich regelmäßig veränderte Hirnstrukturen, doch die meisten dieser Untersuchungen wurden bei Kindern und Jugendlichen im Schulalter durchgeführt. In Baltimore haben Neurologen und Psychiater dies jetzt bei nicht-behandelten Mädchen und Jungen im Vorschulalter gemessen. Sie fanden heraus, dass die subkortikalen Hirnvolumina schon früh verkleinert sind.

Quelle: Rosch KS et al.: Reduced subcortical volumes among preschool-age girls and boys with ADHD. Psychiatry Res 2018; 271: 67-74

Fünf Jahre ADHS-Therapie mit LDX
Auch nach dem 18. Lebensjahr erfolgreich

Seit fünf Jahren können ADHS-Patienten ab dem sechsten Lebensjahr mit Lisdexamfetamin (LDX) behandelt werden, wenn sie zuvor auf eine Therapie mit Methylphenidat (MPH) nur unzureichend angesprochen hatten. Die Besonderheiten der Therapie sowie ihre praktischen Erfahrungen legten nun Experten auf einer Pressekonferenz von Shire dar. Sie setzen LDX auch über das vollendete 18. Lebensjahr hinaus erfolgreich ein.

Quelle: Pressekonferenz: „5 Jahre Elvanse® bei ADHS: Bilanz und Perspektiven für die Praxis“, Frankfurt, 16.März 2018. Veranstalter: Shire Lisdexamfetamin: Elvanse®

Therapie-Optionen
Elvanse® auch jenseits des 18. Lebensjahres
Das Stimulans Lisdexamfetamindimesilat (Elvanse®, Shire) ist zugelassen zur Behandlung der ADHS bei Kindern ab einem Alter von 6 Jahren, wenn das Ansprechen auf eine zuvor erhaltene Behandlung mit Methylphenidat als klinisch unzureichend angesehen wird. Eine Weiterbehandlung über das
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Metaanalyse zur ADHS
Verletzungsgefahr bei behandelten und nicht-behandelten Kindern und Jugendlichen

ADHS-Erkrankungen gehen den Erfahrungen nach besonders bei Jungen mit einem erhöhten Risiko für unabsichtliche Verletzungen einher. Ein Wissenschaftler-Team unternahm jetzt eine systematische Übersicht und Metaanalyse, um den Zusammenhang zwischen ADHS-Erkrankung und Verletzungsrisiko zu quantifizieren und mögliche Effekte einer medikamentösen Behandlung zu detektieren.

Quelle: Ruiz-Goikoetxea M et al.: Risk of unintentional injuries in children and adolescents with ADHD and the impact of ADHD medications: A systematic review and meta-analysis. Neurosci Biobehav Rev 2018; 84: 63- 71

Bildgebungsstudie
Dopaminfreisetzung, Kortexdicke und Symptomschwere korrelieren

Sowohl Veränderungen der dopaminergen Neurotransmission als auch kortikale Morphologie- Abweichungen scheinen in der Pathophysiologie der ADHS eine Rolle zu spielen. Korrelationen zwischen den beiden Phänomenen wurden bisher allerdings kaum untersucht. Dies leisteten nordamerikanische Ärzte nun in einer exploratorischen Analyse. Sie setzten die Kortexdicke mit den Markern der dopaminergen Neurotransmission und der Schwere der ADHS-Symptome in Relation.

Quelle: Cherkasova MV et al.: Differential associations between cortical thickness and striatal dopamine in treatment-naïve adults with ADHD vs. healthy controls. Front Hum Neurosci 2017; 11: 421 [Epub 22. Aug.; doi: 10.3389/fnhum.2017.00421]

Stimulanzien, VT, Neurostimulation und Alternatives
Was wirkt bei ADHS, was nicht?

Zur Therapie der ADHS bei Kindern und Jugendlichen existiert ein breites Spektrum an Therapieoptionen. In einem Review randomisierter Studien mit Netzwerk-Metaanalyse untersuchte ein internationales Forscherteam nun die Wirksamkeit und Sicherheit der verschiedensten – üblichen und ungewöhnlichen – Behandlungsoptionen.

Quelle: Catalá-López F et al.: The pharmacological and non-pharmacological treatment of attention deficit hyperactivity disorder in children and adolescents: A systematic review with network meta-analyses of randomised trials. PLoS One 2017; 12(7): e0180355 [Epub 12. Juli; doi: 10.1371/journal.pone.0180355]

Systematische Übersicht und Metaanalyse
ADHS-Schwere und Internet-Abhängigkeit

Dass Kinder mit einer ADHS ausgesprochen internetaffin sind, ist eine wiederkehrende Erfahrung. Jetzt wurde die Beziehung zwischen ADHS und einer Internet-Abhängigkeit in einer systematischen Übersicht und Metaanalyse untersucht.

Quelle: Wang BQ et al.: The association between attention deficit/ hyperactivity disorder and internet addiction: a systematic review and meta-analysis. BMC Psychiatry 2017; 17(1): 260 [Epub: 19. Juli; doi: 10.1186/s12888- 017-1408-x]

Service
ADHS: Therapieanleitung und -begleitung

Das Unternehmen MEDICE (Medikinet® adult) begleitet die multimodale ADHS-Therapie mit praxisnahen Materialien: Für die Pharmakotherapie steht u. a. ein BtM-Ratgeber zur Verfügung, und für die Psychoedukation wurden fünf Module konzipiert, die über die typische ADHS-...

Auditive Stimulation bei ADHS
Bessert „weißes Rauschen" die Kognition?

Sind Kinder mit ADHS im Alltag „unterstimuliert“? Nach aktuellen Arousal- und Stimulationstheorien könnten akustische Zusatzreize die kognitiven Fähigkeiten der ADHS-Patienten verbessern. Jetzt wurde dazu in Belgien eine experimentelle Studie durchgeführt, in der ein spezieller Lärmreiz („weißes Rauschen“) eingesetzt wurde.

Quelle: Baijot S et al.: Neuropsychological and neurophysiological benefits from white noise in children with and without ADHD. Behav Brain Funct 2016; 12(1): 11 [Epub 15. März; doi: 10.1186/s12993-016-0095-y]

Risikofaktoren
So wirken sich Armut und eine elterliche ADHS aus

In etlichen Studien wurde in „benachteiligten“ Bevölkerungsgruppen eine höhere ADHS-Prävalenz berichtet – und auch ADHS-erkrankte Eltern erhöhen das Risiko der Kinder, an einer ADHS zu erkranken. Ein US-Team erforschte nun, inwieweit eine ADHS-Diagnose der Eltern den Zusammenhang zwischen sozioökonomischem Status und ADHS-Risiko der Kinder beeinflusst.

Quelle: Rowland AS et al.: Attention-deficit/hyperactivity disorder (ADHD): Interaction between socioeconomic status and parental history of ADHD determines prevalence. J Child Psychol Psychiatry 2017 [Epub 12. Aug.; doi: 10.1111/jcpp.12775]

Hämodynamik in der Nahinfrarot-Spektroskopie (NIRS)
Unterschiedliche Effekte von ATX und MPH im Präfrontallappen

Das Stimulans Methylphenidat (MPH) und das Nichtstimulans Atomoxetin (ATX) sind die am häufigsten eingesetzten ADHS-Medikamente, ihre Wirkweise ist aber im Detail noch nicht erschlossen. Jetzt wurden in Japan Effekte beider Medikamente auf die präfrontale Hämodynamik mithilfe der Nahinfrarot-Spektroskopie (NIRS) untersucht.

Quelle: Nakanishi Y et alk.: Differential therapeutic effects of atomoxetine and methylphenidate in childhood attention deficit/hyperactivity disorder as measured by near-infrared spectroscopy. Child Adolesc Psychiatry Ment Health 2017; 11: 26. [Epub 12. Mai; doi: 10.1186/s13034-017-0163-6]

ADHS und Komorbiditäten
Depression und Sucht erschweren Diagnose und Therapie

Bei erwachsenen Patienten mit einer ADHS treten häufig komorbide Störungen auf, die ein sehr heterogenes Krankheitsbild bewirken. In der Auftaktveranstaltung der von MEDICE veranstalteten reihe Praxis Workshop in Hamburg diskutierten die Teilnehmer und Referenten aktuelle Aspekte zum Thema ADHS und Komorbiditäten.

Quelle: Praxisworkshop: „ADHS und Komorbiditäten“, Hamburg, 25. Februar 2017. Veranstalter: Medice Methylphenidat: Medikinet® adult®

CAPPA: Europäische Befragung zur ADHS
Worunter leiden die Eltern besonders?

Die Eltern bzw. Familienangehörige oder andere „Caregiver“ von Kindern und Jugendlichen mit einer ADHS leiden unter vielschichtigen, bislang nicht im Detail untersuchten Belastungen. Anhand der europäischen Online-Befragung „Caregiver Perspective on Pediatric ADHD“ (CAPPA) wurde nun versucht, die einzelnen Belastungen und die damit assoziierten Faktoren zu klären.

Quelle: Fridman M et al: Factors associated with caregiver burden among pharmacotherapy-treated children/ adolescents with ADHD in the Caregiver Perspective on Pediatric ADHD survey in Europe. Neuropsychiatr Dis Treat 2017; 13: 373-86

Therapieoptionen
Umfassende Wirkung von MPH bei ADHS

Bei der ADHS Erwachsener ist Methylphenidat (MPH) eine bewährte Therapieoption und gilt wegen der gesicherten Evidenz auf Basis einer umfassenden Datenlage als therapeutischer Goldstandard. Die Zweiphasen-Galenik von retardiertem MPH (Methylphenidat: Medikinet® adult®; Medice) fü...

Update der Studienlage
Aktuelle Daten zum Übergewicht bei ADHS

Aus der letzten Dekade mehren sich die Hinweise, dass eine ADHS mit verschiedenen komorbiden körperlichen Krankheiten einhergeht. Ein Forscherteam befasste sich in einem Update eines systematischen Reviews von 2012 mit der seit Jahren ungelösten Problematik, ob Kinder mit einer ADHS wirklich häufiger übergewichtig bzw. adipös sind und ob auch umgekehrt ein Zusammenhang besteht.

Quelle: Cortese S, Tessari L: Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD) and obesity: update 2016. Curr Psychiatry Rep 2017; 19(1): 4 [Epub 19. Jan.; doi: 10.1007/s11920-017- 0754-1]

ADHS bei Erwachsenen
fMRT-Neurofeedback bessert Kognition

In einer exploratorischen randomisierten Studie wurde geprüft, wie ein auf funktionelle MRT-Aufnahmen (fMRT) gestütztes Neurofeedback-Training die klinische Symptomatik und die kognitiven Fähigkeiten erwachsener ADHS-Patienten beeinflusst.

Quelle: Zilverstand A et al.: fMRI neurofeedback training for .... PLoS One 2017; 12(1): e0170795 [Epub 26. Jan.; doi: 10.1371/journal.pone.0170795]

Workshop zu ADHS und Komorbiditäten
MPH ist auch für depressive ADHS-Patienten geeignet

Die ADHS tritt häufig zusammen mit psychischen Störungen wie Depressionen oder Suchtverhalten auf. Das sehr heterogene Krankheitsbild stellt den Arzt vor eine diagnostische Herausforderung. Im Praxis-Workshop „ADHS und Komorbiditäten“ des Unternehmens MEDICE kamen Fachbesucher und Experten zu einer Diskussion über die aktuellen Fragestellungen zusammen.

Quelle: Praxis-Workshop: „ADHS und Komorbiditäten“, Hamburg, 25. Februar 2016. Veranstalter: Medice Methylphenidat: Medikinet® adult®

ADHS und gestörte Exekutivfunktionen
Kortexdicke und Gyrierung als Substrat?

ADHS und kognitive Probleme haben wohl eine gemeinsame Ätiologie. In einer großen populationsbasierten Studie untersuchte ein niederländisches Team, ob eine veränderte kortikale Morphologie das gemeinsame neurobiologische Substrat sein könnte.

Quelle: Mous SE et al.: Cortical morphology as a shared neurobiological substrate of attention-deficit/hyperactivity symptoms and executive ... J Psychiatry Neurosci 2016 [Epub 27.09.2016; doi 10.1503/jpn.150371]

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