Schizophrenie

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Noch immer viele offene Fragen: Neues zur Ätiologie, Diagnose und Behandlung der Schizophrenie und anderer psychotischer Störungen

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Aktuelle Meldungen aus der Pharma-Forschung, zu neuen Behandlungsoptionen und zu Gefahren der Therapie.

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Das klinische Bild ist weitgehend klar, doch viele ätiologische und therapeutische Aspekte des RLS sind noch nicht erforscht.

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Die Behandlungsmöglichkeiten der Multiplen Sklerose (MS) explodieren förmlich.
Wie kann den Patienten am besten geholfen werden?

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Deutsche Praxisdaten
Niedrige Biotin-Spiegel bei 40% der Patienten

Das Vitamin Biotin hat in hoher Dosierung in klinischen Studien einen signifikanten Therapieeffekt auf die chronisch-progressive MS entfaltet. Leiden MS-Patienten vielleicht allgemein an einem Mangel? Deutsche Neurologen haben nun die – sehr einfach bestimmbaren – Biotin-Spiegel ihrer MS-Patienten untersucht.

Quelle: Maier-Janson W et al.: Biotin-deficiency and lower biotin ranges in MS patients – where is the connection? J Neurol Sciences 2017; 381 (Suppl.): 782 [Epub 15. Okt.; doi:10.1016/j.jns.2017.08.2208]

Von der Kindheit zum Erwachsenenalter
So verändert sich die Kognition im Verlauf

Kognitive Dysfunktionen sind ein Kernmerkmal der Schizophrenie. Wie sich die einzelnen kognitiven Fähigkeiten der Patienten von der Kindheit bis zum Erwachsenenalter verändern, wurde jetzt im Rahmen der prospektiven Geburtskohortenstudie Avon Longitudinal Study of Parents and Children (ALSPAC) erforscht.

Quelle: Mollon J et al.: Course of cognitive development from infancy to early adulthood in the psychosis spectrum. JAMA Psychiatry 2018 [Epub 31. Jan.; doi: 10.1001/jamapsychiatry.2017.4327]

Diverse Antipsychotika geprüft
CAVE: Das Risiko für einen Typ-2-Diabetes ist teils klar erhöht

Aus randomisierten, kontrollierten Studien liegen klare Hinweise vor, dass die Einnahme einiger atypischer Antipsychotika mit unerwünschten metabolischen Effekten einhergehen kann, die ein metabolisches Syndrom oder sogar einen Typ-2-Diabetes begünstigen können. Es stellt sich die Frage, ob sich diese Stoffwechselauswirkungen im Behandlungsalltag in gleichem Maße einstellen. Die Situation erhellte jetzt ein Review aus Kanada.

Quelle: Hirsch L et al.: Second-generation antipsychotics and metabolic side effects: a systematic review of population- based studies. Drug Saf 2017; 40(9): 771-81

Original Pressemitteilung:
Ferrer Deutschland GmbH

Ferrer gibt heute bekannt, dass nach dem Verkauf des Tochterunternehmens Trommsdorff, die Vermarktung der Klinikprodukte Adasuve® (Staccato® - Loxapin®) und des Normon®-Portfolios zukünftig über die neu gegründete ...

Original Pressemitteilung:
Schwierige Diagnose, anspruchsvolle Patientenbegleitung

Die Narkolepsie ist nach wie vor unterdiagnostiziert. Das Erkennen leichter Erkrankungsformen, die schwierige Diagnosestellung bei Narkolepsie ohne Kataplexie (Typ 2) sowie zu wenig detailliertes Fachwissen sind die Gründe. Was außerdem ...

Jemen: Bürgerkrieg, Cholera, Hunger
Wohl die schwerste humanitäre Krise weltweit

Der aktuell wohl dramatischste Krisenherd der Welt befindet sich im Jemen, dem bettelarmen Land am Horn von Afrika. Zwei Beiträge – im Lancet und im N Engl J Med – beschreiben die Situation. Die Gesundheitsversorgung ist katastrophal. Etwa 21 der 25 Mio. Bewohner benötigen humanitäre Hilfe.

Quelle: Qadri F et al.: Cholera in Yemen – an old foe rearing its ugly head. N Engl J Med 2017; 377(21): 2005-7 und Devi S: Millions in need of humanitarian assistance in Yemen. Lancet 2017; 390(10112): e50 [Epub 9. Dez. doi: 10.1016/S0140-6736(17)33250-6

Prävalenz und Korrelationen
Schwere Depressionen und Schlafprobleme bei RLS-Patienten

Ein RLS geht mit einer erhöhten Prävalenz psychischer Störungen und oft mit erheblichen Beeinträchtigungen des Nachtschlafs einher. In einer südkoreanischen Kohortenstudie wurde jetzt nach Zusammenhängen zwischen RLS, depressiven Symptomen und der Schlafqualität der Patienten gesucht. Es ergaben sich klare Bezüge.

Quelle: Cho CH et al.: Individuals with restless legs syndrome tend to have severe depressive symptoms: ... Psychiatry Investig 2017; 14(6): 887-93

US-Leitline veröffentlicht
Neues zur Therapie des ischämischen Schlaganfalls

Die American Heart Association (AHA) und die American Stroke Association (ASA) haben 2018 neue Guidelines zur Frühtherapie des akuten ischämischen Schlaganfalls erarbeitet. Diese umfasst bildgebende Verfahren, Blutdrucksenkung, Thrombektomie, Thrombolyse, Thrombozytenaggregationshemmer und Antikoagulanzien sowie alle anderen (sofort oder) innerhalb von zwei Wochen erfolgenden therapeutischen und sekundärprophylaktischen Maßnahmen.

Quelle: Powers WJ et al. für das American Heart Association Stroke Council: 2018 Guidelines for the Early Management of Patients With Acute Ischemic Stroke: A Guideline for Healthcare Professionals From the American Heart Association/American Stroke Association. Stroke 2018; 49 [Epub 24. Jan; doi: 10.1161/ STR.0000000000000158]

Thrombektomie bei Schlaganfall
Zeitfenster bis zu 24 Stunden?

Profitieren Patienten mit schweren klinischen Ausfällen trotz relativ kleiner Infarktgröße auch jenseits des evidenzbasierten Zeitfensters von 6 h von der endovaskulären Thrombektomie? Dies wurde in der prospektiven Studie DAWN untersucht.

Quelle: Nogueira RG et al. für die DAWN Trial Investigators: Thrombectomy 6 to 24 hours ... N Engl J Med 2018; 378(1): 11-21

RUN DMC über neun Jahre
Klare Progression der zerebralen Mikroangiopathie

In der Studie Radboud University Nijmegen Diffusion Tensor and Magnetic Resonance Imaging Cohort wurden die Progressions- und Remissionsraten der Mikroangiopathie über neun Jahre untersucht. Es zeigte sich eine klinisch relevante nicht-lineare Dynamik.

Quelle: van Leijsen EMC et al.: Nonlinear temporal dynamics of cerebral small vessel disease: The RUN DMC study. Neurology 2017; 89(15): 1569-77

Bevölkerungsbasierte Längsschnittstudie
Therapie und Ressourcennutzung bei therapierefraktärer Epilepsie

Die Beeinträchtigungen der Patienten durch eine mehrfach therapierefraktäre Epilepsie sind enorm. Anhand deutscher Versicherungsdaten wurden jetzt retrospektiv über drei Jahre Morbidität und Mortalität dokumentiert sowie die Ressourcennutzung und die Kosten erfasst.

Quelle: Strzelczyk A et al.: The burden of severely drug-refractory epilepsy: a comparative longitudinal evaluation of mortality, morbidity, resource use, and cost using German health insurance data. Front Neurol 2017; 8: 712 [Epub 22. Dez.; doi: 10.3389/fneur.2017.00712]

Parkinson-Patienten kognitiv getestet
Korrelieren subjektive Probleme mit objektiven Defiziten?

Subjektive kognitive Beeinträchtigungen werden von Parkinson-Patienten sehr häufig berichtet. Doch ob den Beschwerden regelmäßig auch objektivierbare Defizite zugrunde liegen, ist weitgehend unbekannt. Mögliche Korrelationen deckte nun eine Vergleichsstudie mit neuropsychologischer Testung an 250 Patienten auf.

Quelle: Hong JY et al.: Subjective cognitive complaints and objective cognitive impairment in Parkinson‘s disease. J Clin Neurol 2018; 14(1): 16-21

Kognitives Training am Computer
Demenz-Inzidenz um ein Drittel verringert

Spezielle Kognitionstrainings können die kognitiven Fähigkeiten verbessern und altersbedingte funktionelle Verschlechterungen verzögern. Können sie aber auch die Entstehung einer Demenz beeinflussen? Nun wurde untersucht, inwieweit drei verschiedene kognitive Trainingsinterventionen am Computer das Demenz-Risiko über zehn Jahre verringern können.

Quelle: Edwards JD et al.: Speed of processing training results in lower risk of dementia. Alzheimers Dement (NY) 2017; 3(4): 603-11

Bipolar-II-Störung und unipolare Depression
Kognitive Beeinträchtigungen im Vergleich

Bei depressiven Patienten bestehen vielfach auch kognitive Dysfunktionen. Jetzt untersuchten Psychiater in einem jungen, unbehandelten Kollektiv, inwieweit sich die kognitiven Profile zwischen den akut depressiven Patienten mit einer Bipolar-II-Diagnose und einer unipolaren Depression voneinander unterscheiden.

Quelle: Mak ADP et al.: Cognitive impairment in treatment- naive bipolar II and unipolar depression. Sci Rep 2018; 8(1): 1905 [Epub 30. Jan.; doi: 10.1038/ s41598-018-20295-3]

Antidepressiva in der Schwangerschaft
CAVE: Autismus-Risiko beim Kind?

Immer wieder wird vermutet, dass in der Schwangerschaft eingenommene Antidepressiva bei den Kindern mit einem höheren Risiko für Erkrankungen aus dem autistischen Formenkreis einhergehen. Jetzt untersuchte ein internationales Forscherteam die Zusammenhänge in einer prospektiven, populationsbasierten Kohortenstudie.

Quelle: Rai D et al.: Antidepressants during pregnancy and autism in offspring: population based cohort study. BMJ 2017; 358 [Epub: 19. Juli; doi: 10.1136/bmj. j2811]

Metaanalyse zur ADHS
Verletzungsgefahr bei behandelten und nicht-behandelten Kindern und Jugendlichen

ADHS-Erkrankungen gehen den Erfahrungen nach besonders bei Jungen mit einem erhöhten Risiko für unabsichtliche Verletzungen einher. Ein Wissenschaftler-Team unternahm jetzt eine systematische Übersicht und Metaanalyse, um den Zusammenhang zwischen ADHS-Erkrankung und Verletzungsrisiko zu quantifizieren und mögliche Effekte einer medikamentösen Behandlung zu detektieren.

Quelle: Ruiz-Goikoetxea M et al.: Risk of unintentional injuries in children and adolescents with ADHD and the impact of ADHD medications: A systematic review and meta-analysis. Neurosci Biobehav Rev 2018; 84: 63- 71

MST bei therapierefraktärer Schizophrenie
Bessere BPRS-Scores, höhere Lebensqualität

Die Magnetic seizure therapy (MST) ist ein vielversprechendes neues Neuromodulationsverfahren. Nachdem die Technik in Studien bei depressiven Patienten – bei guter Verträglichkeit – zu klinischen Besserungen geführt hat, wurde sie nun erstmals bei therapieresistenten Patienten mit Schizophrenie eingesetzt.

Quelle: Tang VM et al.: Magnetic seizure therapy in treatment- resistant schizophrenia: a pilot study. Front Psychiatry 2018; 8: 310 [Epub 16. Jan.; doi: 10.3389/ fpsyt.2017.00310]

„Umbrella-Review"
Was verursacht Psychosen?

Unter diesem Titel veröffentlichte eine internationale Arbeitsgruppe eine Übersichtsarbeit zu den derzeit bekannten protektiven und Risikofaktoren für psychotische Erkrankungen. Die 170 geprüften Einzelfaktoren erhielten unterschiedliche Evidenzgrade.

Quelle: Radua J et al.: What causes psychosis? An umbrella review of risk and protective factors. World Psychiatry 2018; 17(1): 49-66

Deutscher Schmerzkongress 2017, 11.–14. Okt. 2017 in Mannheim
Mit dem Patienten gemeinsam die Therapie optimieren

Die Jahrestagung der Deutschen Schmerzgesellschaft (DSG) e.V. und der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) e.V., kurz Deutscher Schmerzkongress 2017, stand unter dem Motto „Gemeinsam entscheiden“. Mit etwa 40 wissenschaftlichen Symposien (einschl. Pflegesymposien) sowie zahlreichen Kursen und Seminaren deckte der Schmerzkongress, der etwa 2000 Besucher verzeichnen konnte, das gesamte Themenspektrum der Schmerzdiagnostik und -therapie ab.

7th Joint ECTRIMS/ACTRIMS Meeting, 25.−28. Okt. 2017 in Paris
Progressive MS-Formen im Fokus von Forschung und Therapie

Ende Oktober fand das 7. gemeinsame Treffen des European und Americas Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ECTRIMS/ACTRIMS) statt. Wie die Organisatoren mitteilten, fanden 10 157 Besucher aus fast 100 Ländern den Weg nach Paris. Ein klarer wissenschaftlicher Fokus lag auf diesem Kongress bei den progressiven Verlausformen. Dies betraf sowohl den Übergang von einer schubförmigen MS (RRMS) in eine sekundär-progressive MS (SPMS) und den Verlauf bei Patienten mit primär-progressiver MS (PPMS) als auch neue bzw. zukünftige Behandlungsoptionen. Neben zahlreichen Erstpräsentationen neuer Phase-II- und -III-Studienergebnisse wurden neue MS-Leitlinien und überarbeitete Diagnosekriterien vorgestellt.

Antisense-Oligonukleotid bei SMA
Wichtige motorische Meilensteine

Die spinale Muskelatrophie (SMA) ist eine seltene, potentiell lebensbedrohliche neuromuskuläre Erkrankung. Mit dem Antisense-Oligonukleotid Nusinersen steht nun seit Juni vergangenen Jahres erstmals ein zugelassener Wirkstoff zur Verfügung. Die neue Behandlungsoption wurde auf einem von Biogen unterstützten Satellitensymposium beim DGKJ in Köln diskutiert.

Quelle: Satellitensymposium: „Neue Therapieoption für die Behandlung der spinalen Muskelatrophie“, Kongress der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Köln, 21. Sept. 2017. Veranstalter: Biogen Nusinersen: Spinraza®

Prävalenz, Merkmale und Verlauf
Pseudobulbäre Affektstörung bei ALS

Eine pseudobulbäre Affektstörung (PBA), gekennzeichnet durch pathologische (situativ unangemessene) Gefühlsäußerungen wie Weinen und Lachen ist bei Patienten mit amyotropher Lateralsklerose (ALS) mit einer geschätzten Prävalenz von 20 bis > 50% alles andere als selten – und häufig fehl- bzw. unterdiagnostiziert. Zudem liegen nur begrenzte Informationen über assoziierte klinische Merkmale und auch den Verlauf vor. Damit befassten sich jetzt US-Neurologen.

Quelle: Thakore NJ, Pioro EP: Laughter, crying and sadness in ALS. J Neurol Neurosurg Psychiatry 2017; 88(10): 825-31

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