Neuro-Depesche 7-8/2017

1H-MRS-Studien ausgewertet

Senken Antipsychotika die Glutamat-Spiegel?

Eine Schizophrenie geht mit einer Verstärkung der glutamatergen Transmission einher, kann die Psychose möglicherweise sogar auslösen. Nun wurde anhand der gepoolten Daten von Studien zur Protonen-gewichteten Magnet-Resonanz-Spektroskopie (1H-MRS) geprüft, ob die Behandlung schizophrener Patienten mit Antipsychotika die Spiegel des erregenden Transmitters Glutamat im Gehirn beeinflusst.

Acht 1H-MRS-Studien mit Baseline- und Follow- up-Daten zu insgesamtet 168 Patienten konnten ausgewertet werden. In den meisten fanden sich nach Beginn einer Antipsychotika- Behandlung numerische Verringerungen der Konzentrationen an Glutamat-Metaboliten. Über alle Hirnregionen hinweg ergab sich eine durchschnittliche Abnahme um 6,5%.
Signifikante Metaboliten-Reduktionen in mindestens einer Hirnregion der Patienten wurde in vier der acht Studien berichtet – und in keiner ein signifikanter Anstieg.
Der Abgleich der Glutamat-Metaboliten-Veränderungen mit der Symptomreduktion zeigte keine konsistente Relation. Allerdings ergaben sich zumindest Hinweise darauf, dass niedrige Glutamatspiegel vor Behandlungsbeginn und größere Glutamatverringerungen danach Zeichen eines Ansprechens auf die antipsychotische Therapie sein könnten.
Alle diese Resultate sollten, betonen die Autoren, in größeren prospektiven Longitudinalstudien überprüft werden. HL

Quelle:

Egerton A et al.: Effects of antipsychotic administration on brain glutamate in schizophrenia: a systematic review of longitudinal 1H-MRS studies. Front Psychiatry 2017; 8: 66 [Epub 28. Apr.; doi: 10.3389/ fpsyt.2017.00066]



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