Neuro-Depesche 1/2006

Erstbeschreibung

Periphere Neuropathie durch Antimykotikum

Über den Fall einer peripheren Neuropathie als Medikamentennebenwirkung berichten Ärzte aus Athen. Die immunsupprimierte Diabetikerin hatte das Antimykotikum Voriconazol erhalten.

Die 43-Jährige mit gut eingestelltem Typ-2-Diabetes und Lebertransplantation nach Hepatitis-C-assoziierter Leberzirrhose entwickelte unter der immunsuppressiven Therapie eine Candida- und Aspergillus-Infektion der Nasennebenhöhlen, die u. a. mit Voriconazol behandelt wurde. Nach etwa zehnwöchiger Antimykose traten zunehmend stärker werdende nadelstichartige Schmerzen an den Beinen auf, die ununterbrochen anhielten. Es kamen u. a. Taubheits- und Kribbelgefühle sowie eine Hyeralgesie hinzu, der Zustand wurde von der Patientin als unerträglich beschrieben. Elektromyographie und Nervenleitgeschwindigkeitsmessungen ergaben zusammen mit den klinischen Zeichen die Diagnose einer demyelinisierenden Neuropathie. Da die Symptome kurz nach dem Absetzen von Voriconazol verschwanden und in den nächsten zehn Monaten nicht wiederkehrten, ist zu vermuten, dass das Antimykotikum ursächlich beteiligt war. Es sollte jedoch bedacht werden, dass der Diabetes und die Hepatitis C (beide Krankheiten können ebenfalls Neuropathien auslösen) den Weg für diese Nebenwirkung bereitet haben könnten. (bk)


Quelle: Tsiodras, S: Painful peripheral neuropathy associated with voriconazole use, Zeitschrift: ARCHIVES OF NEUROLOGY, Ausgabe 62 (2005), Seiten: 144-146


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