Neuro-Depesche 11/2005

Nach kranialer Radiato

Partieller Anfall durch hyperbare O2-Therapie

Die zur unterstützenden Therapie bei Strahlennekrosen von Knochen und Weichgeweben eingesetzte hyperbare Sauerstoff-Therapie (HBO2) könnte auch bei Nekrosen nach der Radiatio von Hirntumoren sinnvoll sein. Während generalisierte tonisch-klonische Krämpfe als seltene Komplikationen (0,03%) der Sauerstofftherapie bekannt sind, wurde nun der Fall eines Mannes berichtet, der unter einer HBO2 einen fokalen Krampfanfall entwickelte.

Der 51-Jährige erhielt nach der Resektion eines anaplastischen Astrozytoms eine Chemotherapie sowie eine Radiatio mit einer Gesamtdosis von 5580 cGy. Zwei Monate später entwickelte der Patient Jackson-Anfälle mit Ausbreitung auf linken Arm, Gesicht und linkes Bein. Sie nahmen über die nächsten acht Monate zu. Die Antikonvulsiva-refraktären Anfälle remittierten allerdings nach einer Entfernung nekrotischen Hirngewebes am Resektionsort. Um die Heilung zu beschleunigen, wurde dann eine HBO2 (100% 02: insgesamt 90 min bei 2,36 atm) mit 30 Sitzungen geplant. Während der ersten Sitzung kam es bei dem Mann trotz fortgesetzter, Serumspiegel-überwachter Therapie mit Phenytoin und Valproat im zweiten Intervall der ersten Sitzung zu einem einfachen partiellen Anfall, der sich durch die Beendigung der Sauerstoffgabe sofort löste. Die HBO2 wurde komplett abgesetzt. Der Auslösemechanismus ist weitgehend unklar, Behandelnde sollten auf ein solches Anfallsgeschehen vorbereitet sein. (JL)


Quelle: Doherty, MJ: Partial seizure provoked by hyperbaric oxygen therapie: possible mechanisms and implications, Zeitschrift: EPILEPSIA, Ausgabe 46 (2005), Seiten: 974-976


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