Neuro-Depesche 7/2005

SHF unter Benzodiazepinen?

Besonders bei Therapiebeginn häufig!

Benzodiazepine können die Sturzgefahr älterer Menschen erhöhen. Ob sie auch zu einem vermehrten Auftreten von Oberschenkelhalsfrakturen (SHF) führen, wurde jetzt in einer sehr großen Patientenkohorte detailliert untersucht.

Zur Klärung der Zusammenhänge wurden die Daten aller über 42 Monate behandelten 125 203 Medicaid-Patienten in New Jersey über 65 Jahre analysiert. Bei 194 071 überblickten Personenjahren traten 2312 Oberschenkelhalsfrakturen auf (ICD-9, 820.xx). Den Rohdaten zufolge war die Inzidenz von SHF unter Benzodiazepinen um 54% erhöht. Nach Adjustierung auf demographische Variablen und klinische Faktoren wie zusätzliche Diagnosen (z.B. Epilepsie, M. Parkinson, Demenz), Komedikation mit anderen psychoaktiven Medikamenten und bisherigen Krankenhausaufenthalten war die SHF-Inzidenz unter Benzodiazepinen noch 24% höher als bei den nicht mit Benzodiazepinen Behandelten ("Incidence rate ratio": 1,24). Dies betraf - entgegen bisherigen Annahmen über ihre relative Sicherheit - sogar insbesondere die kurzwirkenden (und hochpotenten) Benzodiazepine (IRR: 1,27). Die weitere Auswertung ergab, dass sich die SHF besonders in den ersten zwei Wochen nach Ansetzen der Benzodiazepine (IRR: 2,05) gehäuft hatten. In den zweiten zwei Wochen (IRR: 1,88) und bei anschließender Dauerbehandlung (IRR: 1,18) war die Rate wieder rückläufig.


Quelle: Wagner, AK: Benzodiazepine use and hip fractures in the elderly, Zeitschrift: ARCHIVES OF INTERNAL MEDICINE, Ausgabe 164 (2004), Seiten: 1567-1572


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