Varia Neurologie

Pharma-Neu
Nusinersen gegen spinale Muskelatrophie

Das Antisense-Oligonukleotid Nusinersen (Spinraza®, Biogen) wurde am 30. Mai 2017 durch die Europäische Kommission zur Behandlung der 5q-assoziierten spinalen Muskelatrophie (5q-SMA) zugelassen. Die 5q-SMA ist mit ca. 95% aller Fälle die häufigste SMAForm. Zumeist tritt sie bei ...

Netzwerk-Metaanalyse zu Antiepileptika in der Schwangerschaft
CAVE: Fehlbildungsrisiko teils stark erhöht

Bei Schwangeren kann die Antiepileptika-Therapie das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen und Fehlgeburten erhöhen. Bei geschätzten 4% bis 8% der in utero exponierten Kinder kommt es zu angeborenen Fehlbildungen. Eine multidisziplinäre Forschergruppe in Toronto und Ottawa untersuchte anhand einer Übersichtsarbeit und einer vergleichenden Netzwerk-Metaanalyse nun die Sicherheit verschiedener Antiepileptika im Hinblick auf Fehlbildungen der Neugeborenen und Spontanaborte.

Quelle: Veroniki AA et al.: Comparative safety of anti-epileptic drugs during pregnancy: a systematic review and network meta-analysis of congenital malformations and prenatal outcomes, BMC Med 2017; 15(1): 95 [Epub 5, Mai; doi: 10,1186/s12916-017-0845-1]

Phase-2-Daten zu Erenumab bei chronischer Migräne veröffentlicht

Im Fachmagazin Lancet Neurolgy wurde nun eine Phase-2-Studie zum CGRP-Rezeptor-Inhibitor Erenumab veröffentlicht. In die Studie eingeschlossen waren 667 Patienten mit chronischer Migräne und initial etwa 18 Migräne-Tagen pro Monat. Über zwölf Wochen erhielten die Patienten ...

69th Annual Meeting der AAN, 22.–28. April 2017, Boston/USA
Neue Entwicklungen und Therapien

Das 69th Annual Meeting der American Academy of Neurology (AAN) lockte Ende April 2017 13 000 Fachbesucher nach Boston. Neben zahlreichen Veranstaltungen und Postern zur Multiplen Sklerose wurden viele neue Entwicklungen bei Kopfschmerz, Demenz, Epilepsie, Parkinson-Syndrom und anderen, selteneren Krankheiten vorgestellt.

Behandlung von zervikaler Dystonie und Spastik
Flexibler durch komplexproteinfreies BoNT/A?

Die individuell angepasste Therapie mit höherer Flexibilität der verabreichten Dosis und Injektionsintervalle kann die Behandlung von Patienten mit zervikaler Dystonie (ZD) verbessern. Dafür bietet das einzige Komplexprotein-freie BoNT/A-Präparat Incobotulinumtoxin A (Xeomin®) gute Voraussetzungen, schilderten jüngst renommierte Experten auf einem von Merz unterstützten Satellitensymposium beim 6. Deutschen Botulinumtoxin- Kongress. Bei mehr als zehnjähriger Anwendung wurde kein Fall eines Antikörper-induzierten Therapieversagens bei therapienaiven Patienten beobachtet.

Quelle: Satellitensymposium: „Patientenorientierte Behandlung mit Xeomin®“ am 5. Mai 2017 im Rahmen des 6. Deutschen Botulinumtoxin- Kongresses, Baden Baden. Veranstalter: Merz Pharmaceuticals Incobotulinumtoxin A: Xeomin®

Schäden der weißen Substanz bei Frühchen
MRT-Auswertung zeigt die Risiken für spätere Entwicklungsstörungen

Frühgeborene haben nicht selten Schäden der weißen Substanz, die ihre weitere Entwicklung erheblich beeinträchtigen können. Dafür werden sensitive neonatale Risikomarker gebraucht. In einer kanadischen Bildgebungsstudie wurden nun Lokalisation und Ausmaß der Schäden bestimmt und das daraus resultierende Risiko für spätere kognitive, sprachliche und motorischen Probleme kalkuliert.

Quelle: Guo TS et al.: Quantitative assessment of white matter injury in preterm neonates. Neurology 2017: [Epub 18. Jan. 2017; doi: 10.1212/ WNL.0000000000003606]

28. Deutscher Schmerz- und Palliativtag, 22. –25. 03.2017, Frankfurt
Evidenz UND die Erfahrung nutzen!

Die Forderung nach Evidenz-basiertem Vorgehen lässt sich in der Schmerzmedizin nur selten mit dem Wunsch nach individualisierter Therapie in Einklang bringen. Mit der systematischen Sammlung und Auswertung von Versorgungsdaten sowie der Vernetzung aller beteiligten Fachgebiete soll die Schmerzkompetenz gebündelt werden. So die auf dem 28. Deutscher Schmerz- und Palliativtag geäußerte Absicht.

Chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (CIPD)
IVIG: belegte Wirksamkeit und Verträglichkeit

In der Behandlung von CIPD-Patienten besitzen polyvalente intravenöse Immunglobuline (IVIG) für die Induktions- und Erhaltungstherapie einen hohen Evidenzgrad (Level A). Dank eines innovativen Herstellungsverfahren wird jetzt der Anteil unerwünschter Isoagglutinine im 10%-igen IVIG IgPro10 drastisch gesenkt. Dies erleichtert die Entscheidung für eine IVIG-Therapie zusätzlich, berichteten Experten auf einem von CLS-Behring unterstützten Satellitensymposium auf dem 89. DGN-Kongress in Mannheim.

Quelle: Meet the expert:„Update Neuroimmunologie und Immunglobuline: Was beschäftigt Experten in Klinik und Praxis?“ 89. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, Mannheim, 22.Sept. 2016. Veranstalter: CSL Behring IgPro10: Privigen®

Perspektiven
Antisense-Oligonukleotid gegen SMA

Zur Therapie der spinalen Muskelatrophie (SMA) hat nach der FDA nun auch die EMA den Antrag von Biogen auf Zulassung des Prüfpräparates Nusinersen angenommen. Beide Behörden haben beschleunigte Beurteilungsverfahren bewilligt. Die Anträge basieren auf Zwischenauswertungen der ...

Eisenmangel im Gehirn auch bei RLS?
Mit 7-Tesla-Aufnahmen quantifiziert

Nicht nur Parkinson-Patienten, auch RLS-Erkrankte scheinen unter einem Eisenmangel im Gehirn zu leiden – jedenfalls in bestimmten Strukturen. Nun untersuchte ein Forscherteam mithilfe eines hochauflösenden 7-Tesla-MRT, ob und welche Regionen bei Patienten mit einem idiopathischen RLS verringerte Eisenkonzentrationen aufweisen und ob diese mit klinischen Merkmalen zusammenhängen.

Quelle: Li X et al.: Brain iron deficiency in idiopathic restless legs syndrome measured by quantitative magnetic susceptibility at 7 tesla. Sleep Med 2016; 22: 75-82

2. Jahrestreffen der EAN, 28. bis 31. Mai in Kopenhagen
Das interessierte die europäische Neurologen-Community

Der 2. Kongress der European Academy of Neurology (EAN) fand Ende Mai 2016 in Kopenhagen statt. Mehr als 6000 Teilnehmer aus europäischen und auch nicht-europäischen Ländern kamen. Internationale Experten präsentierten wichtige Trends und Highlights der modernen neurologischen Forschung und Therapie. Wie immer wurden die Ergebnisse vieler aktueller Studien präsentiert.

20. MDS-Kongress, 19. bis 23. Juni 2016 in Berlin
Neues zu Parkinson, RLS und Co.

Mehr als 5000 Besucher aus 86 Ländern kamen zum 20th International Congress of Parkinson's Disease and Movement Disorders (MDS) nach Berlin, um sich mit den neuesten Forschungsergebnissen und dem State of the art der Behandlungen von Morbus Parkinson, Restless-Legs-Syndrom (RLS), Dystonien und anderen Erkrankungen vertraut zu machen.

3rd International Congress on Treatment of Dystonia, Hannover, 4. bis 7. Mai 2016
Neues zu Botulinumtoxin und THS

Etwa 500 Teilnehmer aus 37 Ländern zog der 3rd International Congress on Treatment of Dystonia (ICD) Anfang Mai 2016 nach Hannover. Wie in den Jahren zuvor ging es darum, den State of the Art der Behandlung von Dystonien und verwandten Erkrankungen darzustellen und die neuesten Therapiefortschritte zu präsentieren. Neben Verfahren zur Beeinflussung verschiedener Musikerdystonien standen dabei die Dystoniebehandlung mit Botulinum Neurotoxin (BoNT) und neurochirurgische Verfahren wie die Tiefe Hirnstimulation (THS) im Mittelpunkt.

Individuell angepasste BoNT-Behandlung der CD
Injektionsintervalle optimierbar

Unter der Behandlung mit dem einzigen komplexproteinfreien Botulinum- Neurotoxin Typ A (BoNT/A)-Präparat IncobotulinumtoxinA (Xeomin®) wurde seit mehr als zehn Jahren kein einziger Fall eines Antikörper-induzierten Therapieversagens bei therapienaiven Patienten beobachtet. Dies bietet eine sehr gute Voraussetzung, um die Injektionsintervalle flexibler auf die Bedürfnisse des einzelnen Patienten anzupassen. Diese und weitere aktuelle Anforderungen an die BoNT-Therapie der zervikalen Dystonie (CD) schilderten jetzt renommierte Experten auf einem Satellitensymposium von Merz beim 3. ICD in Hannover.

Quelle: Satellitensymposium: „Practical guidance for management involving treatment of botulinum toxin: a consensus statement“, 3. International Congress on Dystonia (ICD), Hannover, 5. Mai 2016. Veranstalter: Merz Pharmaceuticals

68th Annual Meeting der American Academy of Neurology (AAN)
Hot topics vom Neurologen-Gipfel

Die 68. Jahrestagung der AAN vom 15. bis 21. April 2016 lockte mehr als 11 000 Teilnehmer in das kanadische Vancouver. Unter dem Motto „Experience the Excellence“ fanden an vollen sieben Tagen hunderte von Scientific Sessions, Workshops und Kurse statt, die praktisch alle neurologischen Erkrankungen abdeckten. Insgesamt wurden mehr als 2700 Arbeiten eingereicht. Neben der MS, zu der gegenwärtig wohl weltweit am meisten geforscht wird, waren Demenz und Schlaganfall sehr stark vertreten.

Schlaganfall bei Kindern
Wie hoch ist die Rezidivgefahr?

In einer großen prospektiven Studie in Kanada und den USA wurde in einer pädiatrischen Population mit ischämischem Schlaganfall untersucht, wie hoch die Rezidivrate über die Folgejahre angesichts der neuen Möglichkeiten der Sekundärprophylaxe ist. Zudem wurde nach signifikanten Rezidiv-Prädiktoren gefahndet.

Quelle: Fullerton HJ et al.: Risk of recurrent arterial ischemic stroke in childhood: a prospective international study. Stroke 2016;47(1): 53-9

CAVE: Nephrogene systemische Fibrose
Aktuell oder überholt – gefährden Gadolinium-MRT's die Patienten?

Die Verwendung des Kontrastmittels Gadolinium (Gd) hat sich erheblich ausgeweitet, u. a. durch die Darstellung akuter MS-Läsionen. Ab Mitte des letzten Jahrzehnts tauchten Meldungen zu späten Nebenwirkungen in Form einer nephrogenen systemischen Fibrose (NSF) auf – Mitte 2015 hat die US-amerikanische FDA erneut zur Meldung von NSF-Fällen aufgerufen. In einer aktuellen Übersichtsarbeit wurde jetzt der Erkenntnisstand zusammengefasst.

Quelle: Thomsen HS: Nephrogenic systemic fibrosis: serious adverse reaction to gadolinium – 1997-2006-2016. Part 1 u. 2. Acta Radiol 2016; pii: 0284185115626480/81 [Epub 21. Jan.; doi: 10.1177/0284185115626480/81]

Pharmakovigilanz bei Typika/Atypika-Therapie
Hyperglykämie als häufige Antipsychotika-Nebenwirkung

Gerade einige atypische Antipsychotika können auch den Kohlenhydrat- und Lipidstoffwechsel beeinflussen. Japanische Pharmazeuten haben nun das Auftreten von Hyperglykämie- assoziierten Nebenwirkungen unter einer Therapie mit insgesamt 26 typischen und atypischen Antipsychotika erfasst. Gerade bei Polypharmazie wird es offenbar gefährlich.

Quelle: Kato Y et al.: Hyperglycemic adverse events following antipsychotic drug administration in spontaneous adverse event reports. J Pharm Health Care Sci 2015; 1: 15. [Epub 16. Apr.; doi: 10.1186/s40780-015-0015-6]

News
USA: Indikation für Xeomin® erweitert

Das komplexproteinfreie IncobotulinumtoxinA (Xeomin®, Merz) wurde jetzt von der US-amerikanischen FDA zur Behandlung der Spastik der oberen Extremitäten bei Erwachsenen ohne Einschränkung der Ätiologie zugelassen. Grundlage dafür sind die Ergebnisse einer randomisierten ...

Pharma Neu
Duloxetin von Zentiva

Duloxetin ist ein selektiver Serotonin- und Noradrenalin-Inhibitor (SNRI) zur Behandlung depressiver Erkrankungen und der Belastungs(harn)inkontinenz bei Frauen. Zentiva, das Generika-Unternehmen von SANOFI in Europa, hat sein Protfolio nun um diesen SNRI erweitert: Seit dem 1. Okt. ist in ...

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