Nicht-substanzgebundene Süchte (Computer/Internet)

APA-Vorschlag: „Internet Gaming Disorder"
Wirklich ein relevantes Problem?

Mit dem Siegeszug von Smartphones und Tablets sind offenbar auch die nichtsubstanzgebunden Süchte auf dem Vormarsch. Wie häufig ist eine von der American Psychiatric Association (APA) vorgeschlagene „Internet Gaming Disorder“ (IGD), und inwieweit wirkt sie sich auf das Alltagsleben der Betroffenen aus?

Quelle: Przybylski AK et al.: Internet gaming disorder: investigating the clinical relevance of a new phenomenon. Am J Psychiatry 2016: appiajp201616020224 [Epub 4. Nov.; doi: 10.1176/appi.ajp.2016.16020224]

„Problem-Gamer"
Drei Viertel mit psychiatrischer Komorbidität

Suchtkranke weisen im Allgemeinen eine extrem hohe Rate an komorbiden psychiatrischen Erkrankungen wie Substanzmissbrauch, Angst und Depression auf. Anhand eines systematischen Review und anschließender Metaanalyse befassten sich Psychiater des Royal Australian and New Zealand College of Psychiatrists nun mit der Komorbidität bei Problemspielern.

Quelle: Dowling NA et al.: Prevalence of psychiatric comorbidity in treatment-seeking problem gamblers: A systematic review and meta-analysis. Aust N Z J Psychiatry 2015; 49(6): 519-39

Sexuelle Inhalte im Internet
Jugend in Gefahr?

Das Internet ist voller sexueller Inhalte, Vieles nur einen Klick entfernt. An vier niederländischen Schulen wurden nun 1132 Siebt- bis Zehntklässler halbjährlich zu ihrem Nutzungsverhalten befragt. Selbstvertrauen und die eigene sexuelle Zufriedenheit können leiden.

Quelle: Doornwaard SM et al.: Sex-related online behaviors and adolescents' body and sexual selfperceptions. Pediatrics 2014; 134(6): 1103-10

Jugendliche Online-Gamer
Verringerte präfrontale Konnektivität

Bildgebungsstudien jüngeren Datums haben bei Internet-abhängigen Menschen strukturelle und funktionelle Auffälligkeiten in bestimmten Hirnregionen und Verbindungswegen aufgezeigt. Nun untersuchten chinesische Forscher bei abhängigen Online-Gamern die funktionelle präfrontale Interhemisphären-Konnektivität.

Quelle: Wang Y et al.: Decreased prefrontal lobe interhemispheric functional connectivity in adolescents with internet gaming disorder: a primary study using resting-state FMRI. PLoS One 2015; 10(3): e0118733 [Epub ahead of print: 4. März 2015; doi: 10.1371/journal.pone.0118733]

US-Studenten berichten Details
Was erleben Problem-User des Internets?

Die meisten Studien zu einem pathologischen Gebrauchs des Internets bzw. einer Internetabhängigkeit sind quantitativer Art. Die persönlichen Merkmale und selbstberichteten Auswirkungen wurden nun in einer qualitativ-deskriptiven Studie bei einer Gruppe von Studenten US-amerikanischer Universitäten untersucht.

Quelle: Li W et al.: Characteristics of internet addiction/ pathological internet use in U.S. university students: a qualitative-method investigation. PLoS One: 2015; 10(2): e 0117372. [Epub ahead of print: 3. Feb. 2015; doi: 10.1371/journal.pone.0117372]

Nicht-substanzgebundene Sucht
Pathologische Internetnutzung unter deutschen Jugendlichen

Tablets und Smartphones machen es möglich, stets online zu sein – dies birgt die Gefahr, eine Abhängigkeit zu entwickeln. Suchtforscher der Uni Hamburg untersuchten anhand einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe in Deutschland, wie häufig eine pathologische Internetnutzung unter Jugendlichen ist. Aus den Daten erstellten sie eine Hochrisikogruppe.

Quelle: Wartberg L et al.: Prevalence of pathological internet use in a representative german sample of adolescents: results of a latent profile analysis. Psychopathology [Epub: 22.10.2014; doi: 10.1159/000365095]

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