Alkohol

Alkohol doch schädlicher als gedacht?
Hirnstruktur und Kognition schon bei moderatem Konsum beeinträchtigt

Epidemiologischen Studien zufolge geht ein geringer bis moderater Alkoholkonsum gegenüber einer Abstinenz mit diversen Gesundheitsvorteilen wie z. B. einer verringerten Inzidenz von Herzinfarkten, Schlaganfällen und Demenz einher. Nun spricht eine viel beachtete britische Langzeitstudie über 30 Jahre schon bei „normalen“ Trinkmengen für relevante Hirnveränderungen und kognitive Beeinträchtigungen.

Quelle: Topiwala A et al.: Moderate alcohol consumption as risk factor for adverse brain outcomes and cognitive decline: longitudinal cohort study. BMJ 2017; 357: j2353 [Epub 6. Juni; doi: 10.1136/bmj.j2353]

Krebs durch Alkohol
Sieben Malignom-Arten sind bei erhöhtem Konsum deutlich häufiger

Neben den eigentlichen Suchtfolgen geht übermäßiger Alkoholkonsum auch mit einer Vielzahl von Begleiterkrankungen einher, die zu der erhöhten Mortalität beitragen. Die Höhe des Konsums spielt dabei eine wesentliche Rolle. In einer Übersichtsarbeit beleuchtete ein Schweizer Experte die Zusammenhänge mit Krebserkrankungen. Danach sind die Risiken für einige maligne Neubildungen um den Faktor 4 bis 7 erhöht.

Quelle: Connor J: Alcohol consumption as a cause of cancer. Addiction 2016; [Epub 21. Juli; doi:

Primärprävention per Internet
Verhindert „IBI" den Konsumanstieg?

Wie wirksam ist eine kurze Internet-basierte Intervention (IBI) als primärpräventive Maßnahme zur Verhinderung eines Konsumanstiegs bei jungen Menschen, die (noch) nicht übermäßig trinken? Dies wurde jetzt in einer kontrollierten Studie untersucht.

Quelle: Bertholet N et al.: Internet-based brief intervention to prevent unhealthy alcohol use among young men: a randomized controlled trial. PLoS One 2015;10(12): e0144146. [Epub 7. Dez.; doi: 10.1371/journal.pone.0144146]

Längsschnittstudie bei Jugendlichen
„Heavy drinking" stört die Hirnentwicklung – bei Jungen und bei Mädchen

Dass jeder Vollrausch Hirnzellen kostet, ist eine Volksweisheit. Kalifornische Psychiater fanden nun in einer Längsschnitt-MRT-Studie heraus, dass ein „Heavy drinking“ bei Jugendlichen die normale Hirnentwicklung beeinträchtigt und zu beträchtlichen morphologischen Veränderungen führt. Betroffen waren in verschiedenen Regionen und Strukturen sowohl die graue als auch die weiße Substanz.

Quelle: Squeglia LM et al.: Brain development in heavydrinking adolescents. Am J Psychiatry 2015; 172(6): 531-42

Überraschend häufig
Zu viel Alkohol Schwangerschaft

Commonwealth-Länder untersuchten den Alkoholkonsum schwangerer Frauen und kamen zu „ernüchternden“ Ergebnissen. Gibt es Prädiktoren für das risikoreiche Verhalten, anhand derer sich gefährdete Frauen rechtzeitig erkennen lassen?

Quelle: O'Keeffe LM et al.: Prevalence and predictors of alcohol use during pregnancy: findings from international multicentre cohort studies. BMJ Open 2015; 5(7): e006323 [Epub: 6. Juli; doi: 10.1136/bmjopen-2014-006323]

Problematischer Alkoholkonsum
Auch besondere Trinkanlässe erfassen

Bei Befragungen zum Trinkverhalten bleibt der Konsum alkoholischer Getränke bei besonderen Gelegenheiten wie Feiern, Wochenenden, Ferien etc. oft unberücksichtigt, kann aber maßgeblich zum Gesamtkonsum beitragen. So klafft zwischen der herkömmlichen Erfassung des Alkoholkonsums und den Verkaufszahlen in England eine Lücke von mehr als 40%. Dort wurde nun untersucht, inwieweit dieser „außerordentliche“ vom „typischen“ Konsum abweicht.

Quelle: Bellis MA, et al.: Holidays, celebrations, and commiserations: measuring drinking during feasting and fasting to improve national and individual estimates of alcohol consumption. BMC Med 2015; 13: 113 [Epub 22. Mai; doi: 10.1186/s12916-015- 0337-0]

Depression und Alkoholabhängigkeit
Neue Therapieoptionen machen Hoffnung

Depressive Störungen und Alkoholabhängigkeit sind häufige, sowohl die Patienten selbst als auch ihr Umfeld stark belastende Erkrankungen. Dank innovativer Behandlungsstrategien können nun bei beiden Krankheitsbildern Fortschritte erzielt werden, wie sie bislang noch nicht möglich waren. Über die Therapiemöglichkeiten mit dem neuartigen multimodalen Antidepressivum Vortioxetin bzw. dem Opioidrezeptor-Modulator Nalmefen wurde jetzt auf einem vom Unternehmen Lundbeck unterstützten Satellitensymposium auf dem diesjährigen DGIM-Kongress berichtet.

Quelle: Satellitensymposium: „ZNS für den Hausarzt – Wie viel Druck halten wir aus? Innovative Strategien gegen Sucht und Depression", 121. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), Mannheim, 20. April 2015. Veranstalter: Lundbeck Vortioxetin: Brintellix® Nalmefen: Selincro®

Mythos oder Realität des moderaten Alkoholkonsums?
Wird die Mortalität gesenkt?

Immer wieder wird berichtet, dass ein moderater Alkoholkonsum gesundheitsfördernd wirkt und die Lebenserwartung verlängert. Ein Wissenschaftler-Team ging der Frage nach, ob sich für eine verringerte Mortalität bei geringen Trinkmengen belastbare Daten finden, oder ob es sich vielleicht doch um einen Mythos handelt.

Quelle: Knott CS et al.: All cause mortality and the case for age specific alcohol consumption guidelines: pooled analyses of up to 10 population based cohorts. BMJ 2015; 350: h384 [Epub ahead of print 5. Feb 2015; doi: 10.1136/bmj.h384133]

Nalmefen bleibt erstattungsfähig

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat Nalmefen (Selincro®, Lundbeck) in der Behandlung der Alkoholabhängigkeit gegenüber der „zweckmäßigen Vergleichstherapie“ mit Naltrexon keinen Zusatznutzen zuerkannt – und zwar aus formal-methodischen Gründen, weil die ...

Moderne Zeiten
Längere Arbeitszeiten – risikoreicher Alkoholkonsum

Ein europäisches Team unter Einschluss deutscher Arbeitsmediziner untersuchte in einer systematischen Übersicht und Metaanalyse die Zusammenhänge zwischen beruflicher Beanspruchung und Alkoholkonsum. Bei langen Arbeitszeiten kommt es offenbar zu einer deutlichen Zunahme des risikoreichen Trinkens.

Quelle: Virtanen M et al.: Long working hours and alcohol use: systematic review and meta-analysis of published studies and unpublished individual participant data. BMJ 2015; 350: g7772 [Epub ahead of print 13. Jan 2015; doi: 10.1136/bmj.g7772]

Vergleich europäischer Gesundheitssysteme
„Brief Interventions“ bei Alkoholabhängigkeit

Das Screenig auf eine Alkoholabhängigkeit in der Hauarztpraxis und die Anwendung von Kurzinterventionen gelten als sehr (kosten)effektiv, werden aber trotz eindeutiger WHO-Empfehlungen noch viel zu selten praktiziert. In einem Review wurde nun die Situation in sechs (sozioökonomisch unterschiedlich gestellten) europäischen Ländern untersucht.

Quelle: Colom J et al.: Brief interventions implementation on alcohol from the European health systems perspective. Front Psychiatry 2014; 5: 161 eCollection 2014 [Epub ahead of print (11. Nov. 2014; doi: 10.1542/peds.2013-3787]

Alkohol- und Tabakabhängigkeit
Neue S3-Leitlinien da!

Zwei am 2. Februar 2015 vorgestellte evidenzbasierte Leitlinien definieren die Behandlungsstandards der Alkohol- und Tabakabhängigkeit neu. Federführend waren DGPPN und die Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DGSucht). Für die Alkoholabhängigkeit ergab sich eine umwälzende Veränderung hinsichtlich der Therapieziele, sprich der Abstinenz.

Nalmefen bei Alkoholabhängigkeit
Die Lebensqualität wurde gebessert und die Krankheitsschwere reduziert

Mit Nalmefen steht ein neuerer Ansatz zur Behandlung der Alkoholabhängigkeit zur Verfügung. Die medikamentöse Unterstützung mit dem dual-wirkenden selektiven Modulator des Opioid-Systems setzt bei einer Reduktion der Trinkmenge an, um so den Patienten den Einstieg in eine Therapie zu erleichtern. Jetzt wurde bei einer Posterpräsentation beim DGPPN eine Auswertung vorgestellt, nach der Nalmefen den Alkoholkonsum reduziert und auch Effekte auf den klinischen Gesamteindruck sowie Lebensqualitätsaspekte hat.

POSTERPRÄSENTATION:
Pogarell O et al.: Klinische Relevanz der ‚Nach-Bedarf‘-Einnahme von Nalmefen bei Patienten mit Alkoholabhängigkeit. Posterpräsentation P-04-001, DGPPN-Kongress, Berlin, 28. Nov. 2014. Unterstützt von Lundbeck Nalmefen: Selincro®
Entstigmatisierung tut not
Doppelte Moral beim Alkohol

Alkoholabusus schneidet bezüglich seines Images im Vergleich mit anderen psychischen Störungen am schlechtesten ab, den abhängigen Menschen wird schuldhaftes Verhalten und Charakterschwäche zugeschrieben. Somit ist bei dieser Suchtstörung nicht zuletzt an einer Entstigmatisierung zu arbeiten, betonten Experten auf einem DGPPN-Symposium von Lundbeck. Das Unternehmen bietet mit Nalmefen eine wirksame Medikation zur Reduktion des Alkoholkonsums an.

Trinkmengenreduktion
Vielversprechender neuer Ansatz im Management der Alkoholabhängigkeit

Das Risiko für Alkoholabhängigkeit und ihre Folgen steigt mit der konsumierten Gesamtmenge und der Häufigkeit starker Trinktage (Heavy Drinking Days, HDD). Als riskant gilt eine Menge von > 60 g reinem Alkohol für Männer und > 40 g für Frauen. Trotz der gravierenden gesundheitlichen und psychosozialen Konsequenzen erhalten mehr als 90% der an Alkoholabhängigkeit Erkrankten keine spezifische Therapie.

Alkoholabhängigkeit
Neuer Test erlaubt Risiko-Vorhersage

Warum entwickeln manche Menschen eine Suchterkrankung, während andere mit der Gesellschaftsdroge Alkohol dauerhaft mehr oder weniger gut umgehen können? Die Gefährdung könnte in einer individuellen Disposition begründet sein, die sich mit einer Alkoholprovokation testen lässt. Dies wurde nun von US-Psychiatern untersucht.

Quelle: King AC et al.: Alcohol challenge responses predict future alcohol use disorder symptoms: a 6-year prospective study. Biol Psychiatry 75 (2014) 798-806

Alkoholabhängigkeit
Schritt für Schritt weniger trinken

Es gibt nicht nur den einen Therapieweg, der für jeden alkoholabhängigen Erwachsenen der richtige ist. Auch kann der Arzt nicht das eine Therapieziel vorgeben. Heute herrscht eine zieloffene Vorstellung von Abstinenz und Konsumreduktion. Gemeinsam mit dem Patienten sollten die individuellen Vor- und Nachteile einer bestimmten Behandlung abgewogen werden. Seit dem 1. September 2014 steht ein Medikament zur Unterstützung der schrittweisen Konsumreduktion bei Alkoholabhängigkeit zur Verfügung. Nalmefen reduziert die verstärkende Wirkung von Alkohol auf das Belohnungssystem.

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