Schizophrenie

Hintergrund und Hypothese
Melatonin gegen metabolische Atypika-Nebenwirkungen?

Viele atypische Antipsychotika gehen – bei besserer motorischer Verträglichkeit – mit unerwünschten Stoffwechseleffekten wie Gewichtszunahme und metabolischem Syndrom einher. Diese könnten u. a. durch eine gestörte Schlafarchitektur gefördert werden. Unter diesem Aspekt wurde jetzt die Hypothese formuliert, dass Melatonin die metabolischen Atypika-Nebenwirkungen verhüten oder verringern kann.

Quelle: Porfirio MC et al.: Can melatonin prevent or improve metabolic side effects during antipsychotic treatments? Neuropsychiatr Dis Treat 2017; 13: 2167- 74

Elektrokrampftherapie (EKT)
Klinikwiederaufnahmen fast halbiert

Die EKT kann als die wirksamste Behandlung bei therapieschwieriger bzw. -refraktärer Depression angesehen werden. Jetzt weisen US-Studiendaten einer großen Kohorte darauf hin, dass sie bei stationär behandelten Patienten mit verschiedenen schweren affektiven Störungen die Krankenhaus-Wiederaufnahmeraten deutlich reduzieren kann.

Quelle: Slade EP et al.: Association of electroconvulsive therapy with psychiatric readmissions in US hospitals. JAMA Psychiatry 2017; 74(8): 798-804

60 Jahre Placebo-kontrollierte Studien mit Antipsychotika
Was ist heute gesichert, was nicht?

Anhand einer groß angelegten systematischen Übersicht und (Bayesian-)Metaanalyse aller randomisierter, kontrollierter Doppelblindstudien der letzten 60 Jahre wurde jetzt die Wirksamkeit von Antipsychotika bei Patienten mit akuter schizophrener Psychose untersucht. Hat sich in dieser Zeit etwas verändert? Wir wirksam sind Antipsychotika?

Quelle: Leucht S et al.: Sixty years of placebo-controlled antipsychotic drug trials in acute schizophrenia: systematic review, bayesian meta-analysis, and meta-regression of efficacy predictors. Am J Psychiatry 2017 [Epub 25. Mai; doi: 10.1176/appi.ajp.2017.16121358]

Moderne Behandlungskonzepte
Die Autonomie der Patienten stärken

Im Rahmen eines modularen Behandlungsansatzes ist die Adhärenz mit der antipsychotischen Medikation bei schizophren Erkrankten ein kritischer Faktor für die Rückfallprophylaxe. Die Umsetzung moderner Therapiekonzepte schilderten erfahrene Psychiater jüngst auf einem von Janssen Deutschland unterstützten Diskussionsforum.

Quelle: Pressegespräch: Erfahrungsaustausch & Diskussionsforum zur medikamentösen Therapie der Schizophrenie, Oberhausen, 06.07.2017. Gemeinsame Veranstaltung von Janssen Deutschland und dem Evangelischen Klinikum Niederrhein GmbH im Johanniter Krankenhaus Oberhausen. Paliperidonpalmitat: Xeplion®, Trevicta®

Therapie mit Aripiprazol-Depot
Ziel ist die anhaltende symptomatische und funktionelle Remission

Eine vollständige Erholung („Recovery“) ist das oberste Ziel der Schizophrenie-Therapie. Sie geht über eine dauerhafte symptomatische Remission hinaus und umfasst zusätzlich die Wiederherstellung von Alltagsfunktionen und subjektivem Wohlbefinden. Welchen Stellenwert moderne Depot-Antipsychotika wie Aripiprazol in Depotform in der effektiven phasenspezifischen Behandlung von der Frühintervention bis hin zur Erhaltungstherapie haben, erläuterten jetzt namhafte Psychiater auf einem vom Hersteller unterstützten Satellitensymposium beim 25. EPA-Kongress in Florenz.

Quelle: Satellitensymposium: „Optimising treatment strategies of schizophrenia from early to maintenance phase with atypical long-acting antipsychotics (LAI)”, 25. Kongress der European Psychiatric Association (EPA), Florenz, 3. April 2017. Unterstützt von Lundbeck Pharmaceuticals Italy S.p.A. und Otsuka Pharmaceutical Europe Ltd. Aripiprazol: Abilify Maintena®

Zwillingsstudie bei Schizophrenie
Familiäre und Umwelteinflüsse auf das Hirnvolumen

Die Ätiologie der bei schizophren erkrankten Menschen konsistent festgestellten Volumenverringerungen des Gesamthirns und der grauen Substanz sowie teilweise auch der weißen Substanz ist unklar. Eine internationale Forschergruppe untersuchte nun in einer Zwillingsstudie, inwieweit genetische, familiäre und Umwelteinflüsse diese strukturellen Veränderungen der Patienten beeinflussen.

Quelle: Picchioni MM et al.: Familial and environmental influences on brain volumes in twins with schizophrenia. J Psychiatry Neurosci 2017; 42(2): 122-30

Stress-assoziierte Veränderungen
Lässt die KVT die Hypophyse schrumpfen?

Mit einer speziell auf psychotische Patienten ausgerichteten kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) lässt sich die Stressregulation bei Schizophrenie-Patienten verbessern. Inwieweit sich die KVT auf das Hypophysen-Volumen auswirkt, und ob Zusammenhänge mit kognitiven Funktionen bestehen, untersuchten jetzt britische und US-Forscher.

Quelle: Premkumar P et al.: Pituitary volume reduction in schizophrenia following cognitive behavioural therapy. Schizophr Res 2017; pii: S0920-9964(17)30222-0 [Epub 20. April; doi: 10.1016/j.schres.2017.04.035]

Service
Digitale Angebote zur Schizophrenie

Otsuka Pharma und Lundbeck – Hersteller des Atypikums Aripiprazol- Depot (Abilify Maintena®) – unterstützen mit digitalen Angeboten die Therapie von Schizophrenie-Patienten und möchten die Kompetenz des gesamten Behandlungsteams fördern: Für medizinische ...

Querschnittsstudie bei Patienten mit Schizophrenie
Was erhöht die Lebensqualität, und was verringert sie?

In einer Querschnittsstudie untersuchten tschechische und slowakische Psychiater bei Patienten mit Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis die Lebensqualität in Abhängigkeit von klinischen und demographischen Variablen. Sie stellten fest, dass Persönlichkeitsmerkmale, Wahrnehmung und Verhaltensprobleme wichtig sind.

Quelle: Vrbova K et al.: Quality of life, self-stigma, and hope in schizophrenia spectrum disorders: a cross-sectional study. Neuropsychiatr Dis Treat 2017; 13: 567-76

Metaanalyse zur Schizophrenie-Behandlung
Mit zweitem Antipsychotikum augmentieren?

Die Metaanalyse eines internationalen Forscherteams widmete sich der Frage nach der Evidenz für eine Augmentation der antipsychotischen Therapie schizophren erkrankter Menschen mit einem zweiten Antipsychotikum. Gegenüber einer Monotherapie ergaben sich zumeist keinerlei Vorteile, eine Substanz ausgenommen...

Quelle: Galling B et al.: Antipsychotic augmentation vs. monotherapy in schizophrenia: systematic review, meta- analysis and meta-regression analysis. World Psychiatry 2017; 16: 77-89

Patienten-zentrierte Therapieziele beachten
Höhere Lebensqualität unter Aripiprazol-Depot

An Schizophrenie erkrankte Menschen wollen ihr alltägliches Leben selbstbestimmt gestalten. Wie dieses und andere Patienten-zentrierte Therapieziele umsetzbar sind, erörterten Psychiater auf einem von Lundbeck/Otsuka unterstützten Satellitensymposium beim DGPPN-Kongress 2016. So kann die frühzeitige Therapie mit dem atypischen Depot-Antipsychotikum Aripiprazol einmal monatlich neben der Vermeidung von Rezidiven auch zum Erhalt des psychosozialen Funktionsniveaus und der Arbeitsfähigkeit sowie zu einer besseren Lebensqualität der Patienten beitragen.

Quelle: Satellitensymposium: „Behandlung für‘s Leben – was wirklich zählt für Patienten mit Schizophrenie”, DGPPN-Kongress, Berlin, 25. Nov. 2016. Veranstalter: Otsuka Pharma und Lundbeck GmbH Aripiprazol-Depot: Abilify Maintena®

Blutzucker-Kontrolle
So wirksam sind medikamentöse und nicht-medikamentöse Interventionen

Patienten mit einer Schizophrenie und anderen ernsten psychiatrischen Störungen haben eine um 15 bis 20 Jahre verkürzte Lebenserwartung, die sich zumindest teilweise auf das erhöhte Diabetes-Risiko zurückführen lässt. Ob bzw. inwieweit medikamentöse und nicht-medikamentöse Maßnahmen die Diabetes-relevante Blutzucker-Kontrolle verbessern können, prüften britische Ärzte jetzt in einer systematischen Übersichtsarbeit und Metaanalyse.

Quelle: Taylor J et al.: The effectiveness of pharmacological and non-pharmacological interventions for improving glycaemic control in adults with severe mental illness: a systematic review and meta-analysis. PLoS One 2017; 12(1): e0168549. [Epub 5. Jan.; doi: 10.1371/ journal.pone.0168549]

Schizophrenie bei Obdachlosen
Eigene Wohnung verbessert Adhärenz

Obdachlose mit einer Schizophrenie zeigen mit der Antipsychotika-Therapie oft eine sehr schlechte Therapieadhärenz. Kann ein sog. Housing first (s. Textkasten) die Therapietreue verbessern? Einer randomisierten kontrollierten Studie aus Kanada zufolge kann diese Unterbringung, vor allem in einer Einzelunterkunft, dies tatsächlich leisten.

Quelle: Rezansoff SN et al.: Housing First improves adherence to antipsychotic medication among formerly homeless adults with ... Schizophrenia Bulletin 2016 [Epub 24. Sept..; doi 10.1093/schbul/sbw136

Neue Studiendaten
Aripiprazol-Depot im Behandlungsalltag

Die in klinischen Studien belegten Therapieeffekte von Aripiprazol- Depot (Abilify Maintena®, Otsuka/ Lundbeck) zeigen sich auch im Behandlungsalltag. Dies belegen u. a. beim DGPPN-Kongress 2016 vorgestellte Daten einer nicht-interventionellen Studie an 242 stabilen, mit oralem Aripiprazol ...

Deutsche Kohortenstudie
Starker Vitamin-D-Mangel auch bei Schizophrenie und Autismus?

Verschiedene Studien haben Zusammenhänge zwischen einem Vitamin-D-Mangel und (neuro)psychiatrischen Erkrankungen gezeigt. Nun wurden in Freiburg die Serumkonzentrationen des Vitamins bei Patienten mit Erkrankungen aus dem schizophreniformen und autistischen Formenkreis untersucht.

Quelle: Endres D etal.: Vitamin D deficiency in adult patients with schizophreniform and autism ... Front Psychiatry 2016; 7: 168. [Epub 6. Okt.; doi: 10.3389/fpsyt.2016.00168]

Therapieoptionen
Mehr Freiheiten unter Aripiprazol-Depot

Die Therapie der Schizophrenie mit Aripiprazol-Depot (Abilify Maintena®; Otsuka/Lundbeck) bewirkt eine zuverlässige Symptomverringerung und Rezidivreduktion. Sie stellt eine vorteilhafte Alternative zu oralen Antipsychotika dar. Wie Studien zeigen, kann Aripiprazol-Depot maßgeblich ...

Review und Metaanalyse
Aerobe Übungen bessern die Kognition

Kognitive Defizite sind ein Kernsymptom der Schizophrenie und beeinträchtigen nahezu alle Lebensbereiche der Patienten. Die Behandlungsoptionen sind jedoch begrenzt. In einem systematischen Review und einer Metaanalyse wurde jetzt untersucht, inwieweit aerobe körperliche Übungen die Kognition in dieser Patientengruppe bessern können. Das Ergebnis ist eindeutig.

Quelle: Firth J et al.: Aerobic exercise improves cognitive functioning in people with schizophrenia: a systematic review and meta-analysis. Schizophr Bull 2016; pii: sbw115. [Epub 11. Aug.; doi:10.1093/schbul/ sbw115]

Wirksamkeit und Verträglichkeit
Antipsychotika-Vergleich in der „Real World"

Zur Behandlung der Schizophrenie werden höchst unterschiedliche Antipsychotika eingesetzt. In einer großen kanadischen Beobachtungsstudie wurden nun die gängigsten Atypika mit der Gruppe der Typika unter Bedingungen des klinischen Alltags miteinander verglichen – auch im Hinblick auf körpermedizinische Probleme.

Quelle: Vanasse A et al.: Comparative effectiveness and safety of antipsychotic drugs in schizophrenia treatment: a real-world observational study. Acta Psychiatr Scand 2016; [Epub 12. Juli; doi: 10.1111/acps.12621]

Aripiprazol-Depot bei Schizophrenie
Mehr Therapiekontinuität, weniger Rückfälle

Der frühzeitige Einsatz des atypischen Antipsychotikums Aripiprazol in Depotform einmal monatlich führt bei Patienten mit Schizophrenie zu einer guten Symptomkontrolle, und die kontinuierliche Therapie erhöht die Chancen auf langfristige Stabilisierung. Dies berichten internationale Experten auf einer von Otsuka/Lundbeck unterstützten Veranstaltung beim 169. Jahrestreffen der APA in Atlanta.

Quelle: Product Theatre: „Injecting a once-monthly long-acting injectable into the schizophrenia treatment conversation”, 169th Annual Meeting der American Psychiatric Association (APA), Atlanta/USA, 15. Mai 2016. Veranstalter: Otsuka Pharma und Lundbeck Aripiprazol-Depot: Abilify Maintena®

Zahnuntersuchung zur frühkindlichen Metall-Exposition
Schizophrenie-Risiko als Erwachsene erhöht?

Obwohl Hinweise vorliegen, dass die prä- und postnatale Exposition gegenüber bestimmten Metallen die Entwicklung des Nervensystems beeinträchtigt und das Risiko für eine spätere Schizophrenie/Psychose erhöht, konnten die Langzeiteffekte bislang noch nicht entschlüsselt werden. Dies versuchte jetzt ein internationales Forscherteam erstmals anhand ungewöhnlicher Biomarker, den Metallkonzentrationen in der Zahnmatrix.

Quelle: Modabbernia A et al.: Early-life metal exposure and schizophrenia: A proof-of-concept study using novel tooth-matrix biomarkers. Euro Psych 2016; [Epub: 14. Juni; doi: 10.1016/j.eurpsy.2016. 03.006]

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