Restless-Legs-Syndrom

Kleine Fallserie zu RLS-Beschwerden
Cannabis lässt Beschwerden „verschwinden"

Ein Teil der RLS-Patienten spricht auf die medikamentöse Therapie nicht ausreichend an, toleriert die Nebenwirkungen nicht oder entwickelt Komplikationen. Nun berichten zwei Neurowissenschaftler aus Bordeaux über sechs Patienten mit schwerem, therapierefraktärem RLS, die sich erstaunlich erfolgreich mit Cannabis selbst behandelten.

Quelle: Megelin T, Ghorayeb I: Cannabis for restless legs syndrome: a report of six patients. Sleep Med 2017; 36: 182-3

Fallkontrollstudie
Vermehrt Herzkreislauf-Krankheiten und Bluthochdruck bei RLS-Patienten?

Die Studienlage zur Häufigkeit von Herzkreislauf-Krankheiten und Hypertonus bei RLS-Patienten ist nicht konsistent. In einer Fallkontrollstudie untersuchte nun ein französisches Team die Beziehungen zwischen diesen Krankheiten.

Quelle: Cholley-Roulleau M et al.: Restless legs syndrome and cardiovascular diseases: A case-control study. PLoS One 2017; 12(4): e0176552 [Epub 26. Apr.; doi: 10.1371/journal.pone.0176552]

Bei peripherer Neuropathie
Lindert Peroneus-Dekompression auch die RLS-Symptome?

Ein RLS geht häufig mit anderen neurologischen und psychiatrischen Krankheiten einher. Auch Patienten mit einer peripheren Neuropathie berichten häufig RLS(-artige)-Symptome. In einer retrospektiven Auswertung in den USA wurde nun untersucht, ob die chirurgische Nerven-Dekompression die RLS-Symptomatik der Patienten verringern kann.

Quelle: Anderson JC et al.: Nerve decompression and restless legs syndrome: a retrospective analysis. Front Neurol 2017; 8: 287 [Epub 6. Juli; doi: 10.3389/fneur.2017.00287]

Therapie-Optionen
Rotigotin-Pflaster bei Parkinson und RLS

Die transdermale Anwendung des nicht-ergolinen Dopaminagonisten Rotigotin (Leganto®, Bayer Vital) gewährleistet eine stabile Wirkstoff-Plasmakonzentration über 24 h. Die resultierende kontinuierliche Rezeptorstimulation bietet bei Parkinson-Patienten eine günstige Voraussetzung f&...

Neue Konzepte im RLS-Management
Wichtiger Wechsel in den Ersttherapie- Empfehlungen?

Bis vor kurzem wurde einhellig empfohlen, Patienten mit mittelschwerem bis schwerem RLS first line mit (möglichst niedrig dosierten) Dopaminagonisten zu behandeln Doch dies ändert sich offenbar gerade: Zur Vermeidung einer Augmentation, also der zeitlichen und örtlichen Ausweitung der RLS-Symptomatik, empfehlen jüngere Guidelines a2d-Liganden als Ersttherapie. Zwei spanische Experten berichten über die aktuellen Entwicklungen und neuen Konzepte im RLS-Management.

Quelle: Garcia-Borreguero D, Cano-Pumarega I: New concepts in the management of restless legs syndrome. BMJ 2017; 356: j104 [Epub: 27. Feb.; doi: 10.1136/ bmj.j104]

RLS-Patienten mit Augmentation
Gehäuft irrationale Entscheidungen

Ist die Entscheidungsfindung von (dopaminerg behandelten) RLS-Patienten beeinträchtigt? Hat das Vorliegen einer Augmentation der RLS-Beschwerden darauf einen Einfluss? Die Zudammenhänge untersuchte jetzt eine Innsbrucker Forschergruppe.

Quelle: Heim B et al.: Haste makes waste: Decision making in patients with restless legs syndrome with and without augmentation. PLoS One 2017; 12(4): e0174793 [Epub 5. April; doi: 10.1371/journal.pone.0174793]

Komorbidität
RLS-Prävalenz bei SKS-Patienten

Eine populationsbasierte Studie zeigt für Patienten mit Spannungskopfschmerz (SKS) eine hohe RLS-Prävalenz. Offenbar spielt für diesen Zusammenhang, der mit der Schwere des Kopfschmerzes zunimmt, die Komorbidität an Angst und Depression eine Rolle.

Quelle: Chung PM et al.: Restless legs syndrome and tension- type headache: a population-based study. J Headache Pain 2017; 18: 47

Übersichtsarbeit
Opioide zur Behandlung des RLS

Opioid-Rezeptoragonisten gelten bei RLS-Patienten als Second-line-Therapeutika. Sie können die sensiblen und motorischen Symptome lindern und den Schlaf verbessern. In einer Übersichtsarbeit befassten sich deutsche und österreichischen RLS-Experten mit den Erkenntnissen zu den basalen und klinischen Effekten von Opioiden auf Schmerzmechchanismen und den Implikationen für die RLS-Behandlung.

Quelle: Trenkwalder C et al.: Pain, opioids, and sleep: implications for restless legs syndrome treatment. Sleep Med 2017; 31: 78-85

Optische Kohärenztomographie (OCT)
Retina-Verdünnung bei RLS-Patienten?

Wie dem Morbus Parkinson (PD) liegt auch dem RLS eine dopaminerge Dysfunktion zugrunde. Bei Parkinson-Patienten konnte in Studien mittels optischer Kohärenztomographie (OCT) bereits ein Verlust dopaminerger Neuronen in der inneren Retinaschicht nachgewiesen werden. Mit der OCT befundeten türkische Forscher in einer Querschnittsstudie nun erstmals auch die Netzhaut von RLS-Patienten.

Quelle: Koskderelioglu A et al.: Optic nerve head, retinal nerve fiber layer and macular thickness analysis in restless legs syndrome. Parkinsonism Relat Disord 2016; 31: 110-5

RLS-Variante oder eigene Entität?
Fallbericht: Patientin mit „Restless bladder"

Japanische Neurologen beschreiben eine ältere Patientin mit RLS-Anamnese, die in einem zeitlich prägnanten Muster unter Missempfindungen in der unteren Beckenregion, genauer im Blasenbereich, litt. Diese Beschwerden lassen sich analog zu den „Restless legs“ als „Restless bladder“ beschreiben. Was steckt dahinter?

Quelle: Suzuki K et al.: Restless bladder in an elderly woman: an unusual feature or a variant of restless legs syndrome? Intern Med 2016; 55(18): 2713-6

Hokuspokus oder klinischer Nutzen?
Alternative Behandlungsmethoden auf dem Prüfstand

Die klassische Pharmakotherapie beseitigt nicht immer alle RLS-Beschwerden. Bis zu 65% der Patienten greifen zu alternativen Medikamenten oder Methoden. Jetzt befassten sich US-Mediziner in einem Review mit Sinn oder Unsinn verschiedener Ansätze.

Quelle: Bega D, Malkani R: Alternative treatment of restless legs syndrome: an overview of the evidence for mindbody interventions, lifestyle interventions, and neutraceuticals. Sleep Med 2016;17: 99-105

20. MDS-Kongress, 19. bis 23. Juni 2016 in Berlin
Neues zu Parkinson, RLS und Co.

Mehr als 5000 Besucher aus 86 Ländern kamen zum 20th International Congress of Parkinson's Disease and Movement Disorders (MDS) nach Berlin, um sich mit den neuesten Forschungsergebnissen und dem State of the art der Behandlungen von Morbus Parkinson, Restless-Legs-Syndrom (RLS), Dystonien und anderen Erkrankungen vertraut zu machen.

Update der Guidelines
Aktuelle Empfehlungen zur Augmentation

Zeitliche oder örtliche Ausweitungen der RLS-Beschwerden treten bei bis zu drei Viertel aller dopaminerg behandelten Patienten auf. Nun wurden zur Verhinderung der Augmentation gemeinsame europäische und US-amerikanische Guidelines veröffentlicht.

Quelle: Garcia-Borreguero D et al: Guidelines for the firstline treatment of restless legs syndrome/Willis-Ekbom disease, prevention and treatment of dopaminergic augmentation: a combined task force of the IRLSSG, EURLSSG, and the RLS-foundation. Sleep Med 2016; 21: 1-11

Validierung einer europäischen Skala
Wie schlägt sich die Schweregradskala RLS-6 gegenüber der IRLS?

Ob ein RLS behandelsbedürftig ist, hängt in erster Linie von der Schwere der Symptome ab. Nun wurde in einer Validierungsstudie unter Beteiligung deutscher Behandlungszentren geprüft, inwieweit sich die Restless Legs Syndrome-6 Scale (RLS-6) der European Restless Legs Syndrome Study Group (EURLSSG e.V.) von der etablierten International Restless Legs Scale (IRLS) unterscheidet.

Quelle: Kohnen R et al.: Rating of daytime and nighttime symptoms in RLS: validation of the RLS-6 scale of restless legs syndrome/Willis-Ekbom disease. Sleep Med 2016; 20: 116-22

RLS bei Migräne-Patienten
Doppelt so häufig – und schwerer im Verlauf

In einer großen niederländischen Beobachtungsstudie wurde die aus vergangenen Studien berichtete erhöhte RLS-Prävalenz bei Migräne-Patienten überprüft. Zudem wurde geklärt, welche Rolle die Schlafqualität spielt. Die Ergebnisse waren eindeutig.

Quelle: van Oosterhout WP et al.: Restless legs syndrome in migraine patients: prevalence and severity. Eur J Neurol 2016 [Epub 21. März; doi: 10.1111/ene.12993]

Faktor für vaskuläre Gefährdung?
Niedriger Apelin-Spiegel korreliert mit PLM

RLS-Patienten haben ein erhöhtes Risiko für vaskuläre Erkrankungen. Daran könnte ein Mangel an protektiv wirkendem Apelin beteiligt sein. Sind die Plasmakonzentrationen dieses Adipokins mit der RLS-Schwere und den periodischen Beinbewegungen (Periodic leg movements, PLM) von RLS-Patienten assoziiert?

Quelle: Korkmaz S et al.: Plasma apelin level in patients with restless legs syndrome and its association with periodic leg movements. Sleep Breath 2016 [Epub 19. Mai: doi: 10.1007/s11325-016-1355-7]

RLS in der Schwangerschaft
Niedrige Hämoglobin-Werte erhöhen das Risiko

Um klinische und andere RLS-assoziierte Merkmale zu erfassen, wurden 600 schwangere Frauen in einer prospektiven Fall-Kontroll-Studie türkischer Neurologen und Gynäkologen gezielt befragt. Die Ärzte suchten insbesondere nach klinisch relevanten Risikofaktoren für das Auftreten eines RLS und dessen Schwere.

Quelle: Ozer I et al.: A prospective case control questionnaire study for restless leg syndrome on 600 pregnant women. J Matern Fetal Neonatal Med 2016; 1-16 [Epub 28. März; doi: 10.3109/14767058.2016.1170801]

Niere, Hochdruck, Eisenmangel
RLS und somatische Krankheitsbilder

Einer umfangreichen und detaillierten Übersichtsarbeit zufolge geht das RLS mit einigen somatischen Erkrankungen einher. Hier einige der wesentlichen Erkenntnisse, die das deutsche-amerikanische Team hervorgehoben hat. Sie postulieren nicht zuletzt ein neues Krankheitskonzept.

Quelle: Trenkwalder C et al.: Restless legs syndrome associated with major diseases: A systematic review and new concept. Neurology 2016; 86(14): 1336-43

Langzeitbeobachtung über acht Jahre
Die RLS-Symptome bestehen oft fort

Ein RLS ist keine akute, sondern eine chronisch-persistierende Erkrankung – doch Langzeitdaten zum Verlauf sind rar. Wie sich die Symptome im Laufe der Zeit entwickeln, wurde nun in einer österreichischen Beobachtungsstudie über durchschnittlich acht Jahre untersucht.

Quelle: Mitterling T et al.: Natural course of restless legs syndrome/Willis-Ekbom disease: long-term observation of a large clinical cohort. Sleep Med 2015; 16(10): 1252-8

Pilotstudie zur hochdosierten Supplementierung bei RLS
Vitamin D verringert Symptomschwere

Es gibt Hinweise darauf, dass Vitamin D die dopaminerge Neurotransmission verändert und auch in der Pathophysiologie des RLS eine Rolle spielt. In einer Pilotstudie überprüften saudiarabische Mediziner nun diverse klinische Beobachtungen, dass eine hochdosierte Vit.-D-Supplementierung die RLS-Beschwerden bessern kann.

Quelle: Wali S et al.: The effect of vitamin D supplements on the severity of restless legs syndrome. Sleep Breath 2015; 19(2): 579-83

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