Migräne

Neuropathologie bei Demenz
Wie wirken sich Fischkonsum und Quecksilber-Aufnahme aus?

Fisch ist gesund, aber die Belastung mit dem neurotoxischen Quecksilber stellt ein wachsendes Problem dar. Die Verbindungen zwischen der Ernährung mit „Seafood“, dem Hirngehalt an Quecksilber und dem APOEe4-Status mit den neuropathologischen Hirnveränderungen bei Demenzkranken wurden jetzt in einer US-Querschnittsstudie unter die Lupe genommen.

Quelle: Morris MC et al: Association of seafood consumption, brain mercury level, and APOE ε4 status with brain neuropathology in older adults. JAMA 2016; 315(5): 489-97

53. Jahrestagung der DGfE, Jena, 2. bis 5. März
„Der Nachwuchs gestaltet mit"

Über vier Tage tauschten sich Anfang März auf der 53. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie (DGfE) in Jena etwa 950 Epileptologen und Epilepsie-Interessierte über die aktuellen Entwicklungen aus. Ergänzt wurde das Programm durch einen „Patiententag“, den rund 150 Besucher nutzten. Tagungspräsident Prof. Ulrich Brandl freute es, „dass vor allem der wissenschaftliche Nachwuchs mit fast 70 eingereichten Beiträgen das Programm maßgeblich mitgestaltete“.

Spezifische und Gesamtmortalität verringert
Länger leben mit Kaffee, viel Kaffee!

Kaffee ist legal, hat aber einen schlechten Ruf. In letzter Zeit werden vermehrt positive Effekte des Kaffeekonsums berichtet – eine große epidemiologische US-Studie zu den zehn häufigsten Todesursachen belegt nun eine signifikant niedrigere Mortalität.

Quelle: Loftfield E et al.: Association of coffee consumption with overall and cause-specific mortality in a large US prospective cohort study. Am J Epidemiol 2015; 182(12): 1010-22

„Operation Sophia": 14 359 Menschen im Mittelmeer gerettet
Triage und medizinische Erstbehandlung der Geflüchteten

Deutsche Kriegsschiffe beteiligen sich an der Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer. Nun wurden die Erfahrungen mit der medizinischen Erstversorgung veröffentlicht. Obwohl es dabei nicht um psychiatrische oder neurologische Krankheiten ging, hier ein Einblick in die Abläufe und Ergebnisse.

Quelle: Kulla M et al.: Initial assessment and treatment of refugees in the Mediterranean Sea (a secondary data analysis concerning the initial assessment and treatment of 2656 refugees rescued from distress at sea in support of the EUNAVFOR MED relief mission of the EU). Scand J Trauma Resusc Emerg Med 2016; 24(1): 75 [Epub 20. Mai; doi: 10.1186/s13049- 016-0270-z]

Online-Game zur Nikotin-Abstinenz
Lindert „Crave-Out" das Rauchverlangen?

Um das Nikotin-Craving bei Rauchverzicht zu verringern, wurde ein Sucht-bezogenes Online-Game entwickelt, das einerseits der Ablenkung von der Sucht und andererseits der Motivation zum Abstinenzerhalt dient. Ließen sich damit Erfolge erzielen?

Quelle: DeLaughter KL et al.: Crave-out: a distraction/ motivation mobile game to assist in smoking cessation. JMIR Serious Games 2016; 4(1): e3 [Epub 26. Mai; doi: 10.2196/games.4566]

Zucker, Computer, Schlaf
Sind Lifestyle-Faktoren ADHS-relevant?

Inwieweit ist eine ADHS auch von den Lebensgewohnheiten der Kinder abhängig? In einer US-Studie wurde jetzt geprüft, ob Zucker- und Fernsehkonsum, Internetnutzung, Schlaf und andere Lifestyle-Faktoren bei Kindern mit einer ADHS häufiger sind.

Quelle: Holton KF, Nigg JT: The association of lifestyle factors and ADHD in children. J Atten Disord 2016: pii: 1087054716646452 [Epub: 28. Apr.]

ADHS-Screening bei den Eltern
Die Hälfte der Väter und ein Viertel der Mütter sind selbst betroffen

Ob die Eltern von Kindern mit einer ADHS selbst unter dieser Erkrankung leiden, kann u. a. die Therapieaussichten maßgeblich beeinflussen. In einem Kollektiv von Müttern und Vätern betroffener Kinder untersuchten deutsche Forscher nun Prävalenz und Schwere eines elterlichen ADHS. Es waren erstaunlich viele Elternteile betroffen – Väter deutlich häufiger als Mütter.

Quelle: Starck M et al.: Occurrence of ADHD in parents of ADHD children in a clinical sample. Neuropsychiatr Dis Treat 2016; 12: 581-8

Schmerz, Psychose und Agitation
Hilft eine gestufte Schmerztherapie?

Demenz-Patienten leiden nicht nur unter kognitiven Einschränkungen, im Alltag oft viel problematischer sind neuropsychiatrische Symptome. Die Sekundärauswertung einer Cluster-randomisierten klinischen Studie zufolge interagieren diese Symptome mit dem Schmerz. Was kann eine systematische schrittweise Schmerztherapie bewirken?

Quelle: Habiger TF et al.: The interactive relationship between pain, psychosis, and agitation in people with dementia: results from a cluster-randomised clinical trial. Behav Neurol 2016; 7036415 [Epub 9. Mai; doi: 10.1155/2016/7036415]

RLS in der Schwangerschaft
Niedrige Hämoglobin-Werte erhöhen das Risiko

Um klinische und andere RLS-assoziierte Merkmale zu erfassen, wurden 600 schwangere Frauen in einer prospektiven Fall-Kontroll-Studie türkischer Neurologen und Gynäkologen gezielt befragt. Die Ärzte suchten insbesondere nach klinisch relevanten Risikofaktoren für das Auftreten eines RLS und dessen Schwere.

Quelle: Ozer I et al.: A prospective case control questionnaire study for restless leg syndrome on 600 pregnant women. J Matern Fetal Neonatal Med 2016; 1-16 [Epub 28. März; doi: 10.3109/14767058.2016.1170801]

Faktor für vaskuläre Gefährdung?
Niedriger Apelin-Spiegel korreliert mit PLM

RLS-Patienten haben ein erhöhtes Risiko für vaskuläre Erkrankungen. Daran könnte ein Mangel an protektiv wirkendem Apelin beteiligt sein. Sind die Plasmakonzentrationen dieses Adipokins mit der RLS-Schwere und den periodischen Beinbewegungen (Periodic leg movements, PLM) von RLS-Patienten assoziiert?

Quelle: Korkmaz S et al.: Plasma apelin level in patients with restless legs syndrome and its association with periodic leg movements. Sleep Breath 2016 [Epub 19. Mai: doi: 10.1007/s11325-016-1355-7]

RLS bei Migräne-Patienten
Doppelt so häufig – und schwerer im Verlauf

In einer großen niederländischen Beobachtungsstudie wurde die aus vergangenen Studien berichtete erhöhte RLS-Prävalenz bei Migräne-Patienten überprüft. Zudem wurde geklärt, welche Rolle die Schlafqualität spielt. Die Ergebnisse waren eindeutig.

Quelle: van Oosterhout WP et al.: Restless legs syndrome in migraine patients: prevalence and severity. Eur J Neurol 2016 [Epub 21. März; doi: 10.1111/ene.12993]

Rechts-links-Shunt
Migräne-Aktivität und ischämische Läsionen

Inwieweit hängt ein systemischer Rechts-links-Shunt bei Migräne-Patienten mit ischämischen Läsionen bzw. Hirninfarkten und der Kopfschmerzaktivität zusammen? Ein internationales Team wertete dazu die bevölkerungsbasierte Studie Epidemiological Risk Analysis Part 2 (CAMERA-2) aus.

Quelle: Koppen H et al.: Systemic right-to-left shunts, ischemic brain lesions, and persistent migraine activity. Neurology 2016; 86(18): 1668-75

CAVE Antiepileptika
Originalpräparate durch Generika ersetzen?

Zweifelsohne bieten Generika gegenüber den Originalpräparaten erhebliche Kostenvorteile, doch weisen sie auch die gleiche Anwendungssicherheit auf? Gerade im Fall der Antiepileptika können sich offenbar schon kleine Unterschiede der Bioäquivalenz massiv negativ auswirken und den Therapieerfolg gefährden. Dies ergab eine systematische Übersicht.

Quelle: Atif M et al.: Potential problems and recommendations regarding substitution of generic antiepileptic drugs: a systematic review of literature. Springerplus 2016; 5: 182 [Epub 25. Feb.; doi: 10.1186/s40064-016-1824-2]

NeuroQuant und MSmetrix versus SIENAX
Funktioniert die vollautomatisierte Hirnvolumen-Bestimmung?

Degenerative Veränderungen und die resultierende Hirnatrophie werden als MS-Outcome- Parameter immer wichtiger. Neue automatisierte Verfahren könnten die Etablierung der Hirnvolumenbestimmung im klinischen Alltag beschleunigen. Nun wurden zwei neue vollautomatisierte Algorithmen mit dem Quasi-Standard SIENAX verglichen.

Quelle: Wang C et al.: Automated brain volumetrics in multiple sclerosis: a step closer to clinical application. J Neurol Neurosurg Psychiatry 2016; pii: jnnp-2015- 312304 [Epub 12. Apr.; doi: 10.1136/jnnp-2015-312304]

Medikamenteneinnahme bei MS
Hohe Adhärenz und Therapiekontinuität mit GA40

Die Erweiterung der Therapieoptionen durch neue MS-Medikamente dient der individuellen Anpassung der Behandlung. Dass das bewährte Glatirameracetat (GA) – inzwischen als nur dreimal wöchentliche s.c.-Injektion von 40 mg (GA40) verfügbar – in der Therapiekontinuität und Adhärenz oralen MS-Medikamenten nicht nur nicht unterlegen, sondern sogar signifikant überlegen ist, zeigt nun ein beim 2. EAN-Kongress in Kopenhagen präsentiertes Poster.

Quelle: Posterpräsentation: Halpern R et al.: Adherence to glatiramer acetate 40 mg versus oral disease-modifying therapies for multiple sclerosis; Poster P31169; 2. Kongress der European Academy of Neurology (EAN), 28.-31. Mai 2016 in Kopenhagen. Unterstützt von TEVA Glatirameracetat: Copaxone®

Persistierende Negativsymptomatik
ACTIONS-Studie: SSRI als Add on?

Ob die Negativsymptomatik schizophrener Patienten durch eine Antipsychotika-Augmentation mit einem SSRI-Antidepressivum in den Griff zu bekommen ist, wurde in der randomisierten, Placebo-kontrollierten Doppelblindstudie Antidepressant Controlled Trial For Negative Symptoms In Schizophrenia (ACTIONS) untersucht.

Quelle: Barnes TR et al.: Antidepressant Controlled Trial For Negative Symptoms In Schizophrenia (ACTIONS): a double-blind, placebo-controlled, randomised clinical trial. Health Technol Assess 2016; 20(29): 1-46

Australische Studie belegt:
Arbeitslosigkeit fördert die Depression

Wie stark eine – länger anhaltende – Arbeitslosigkeit die Depressivität fördert und welche anderen Faktoren wie z. B. finanzielle Schwierigkeiten und Unterstützung durch Familie und Freunde dazu beitragen, zeigt nun eine australische Langzeituntersuchung auf.

Quelle: Crowe L, Butterworth P: The role of financial hardship, mastery and social support in the association between employment status and depression: results from an Australian longitudinal cohort study. BMJ Open 2016; 6(5): e009834 [Epub 27. Mai; doi: 10.1136/bmjopen-2015-009834]

Magnetkrampftherapie
Suizidalität wird verringert

Die Induzierung von Krampfanfällen durch ein Magnetfeld (Magnetic Seizure Therapy, MST) ist ein gegenüber der Elektrokrampftherapie (EKT) weiterentwickeltes Verfahren, das ebenfalls bei Patienten mit therapieresistenter Depression (TRD) eingesetzt werden kann – und die Kognition vermutlich weniger beeinträchtigt. Nun wurden mögliche Indikatoren für die Remission von Suizidgedanken bei TRD-Patienten nach MST geprüft.

Quelle: Sun Y et al.: Indicators for remission of suicidal ideation following magnetic seizure therapy in patients with treatment-resistant depression. JAMA Psychiatry 2016; 73(4): 337-45

68th Annual Meeting der American Academy of Neurology (AAN)
Hot topics vom Neurologen-Gipfel

Die 68. Jahrestagung der AAN vom 15. bis 21. April 2016 lockte mehr als 11 000 Teilnehmer in das kanadische Vancouver. Unter dem Motto „Experience the Excellence“ fanden an vollen sieben Tagen hunderte von Scientific Sessions, Workshops und Kurse statt, die praktisch alle neurologischen Erkrankungen abdeckten. Insgesamt wurden mehr als 2700 Arbeiten eingereicht. Neben der MS, zu der gegenwärtig wohl weltweit am meisten geforscht wird, waren Demenz und Schlaganfall sehr stark vertreten.

Schlaganfall bei Kindern
Wie hoch ist die Rezidivgefahr?

In einer großen prospektiven Studie in Kanada und den USA wurde in einer pädiatrischen Population mit ischämischem Schlaganfall untersucht, wie hoch die Rezidivrate über die Folgejahre angesichts der neuen Möglichkeiten der Sekundärprophylaxe ist. Zudem wurde nach signifikanten Rezidiv-Prädiktoren gefahndet.

Quelle: Fullerton HJ et al.: Risk of recurrent arterial ischemic stroke in childhood: a prospective international study. Stroke 2016;47(1): 53-9

Orale Migräne-Prävention
Die Abbruchraten sind extrem hoch

Derzeit werden zur präventiven Migränebehandlung verschiedene orale Medikamente wie Betablocker, Antidepressiva und Antiepileptika eingesetzt, die sich nicht immer durch die beste Verträglichkeit auszeichnen. Anhand von US-Verschreibungsdaten wurde nun untersucht, wie viele Patienten mit chronischer Migräne diese Prophylaktika absetzen und wie viele auf ein anderes Medikament wechseln. Die Abbruchraten sind, wie den klinischen Efahrungen nach zu erwarten war, extrem hoch.

Quelle: Hepp Z et al.: Persistence and switching patterns of oral migraine prophylactic medications among patients with chronic migraine: A retrospective claims analysis. Cephalalgia 2017; 37(5): 470-85

Episodische Migräne
Komorbide Schmerzen sprechen für spätere Kopfschmerz-Chronifizierung

Migräne-Patienten haben eine hohe Komorbidität an anderen Schmerzbildern. Tragen diese zum Übergang von einer episodischen zu einer chronischen Migräne bei? Dieser Frage gingen US-Forscher anhand der großen Chronic Migraine Epidemiology and Outcomes Study (CaMEO) nach.

Quelle: Scher AI et al.: Comorbid pain and migraine chronicity: the Chronic Migraine Epidemiology and Outcomes Study. Neurology 2017; 89(5): 461-68

European Academy of Neurology, 24.–27. Juni 2017 in Amsterdam
Multiple Sklerose, Demenz und Migräne − Neues vom EAN

In Amsterdam trafen sich die europäischen Neurologen zu ihrem Jahreskongress − mehr als 6000 Besucher kamen. Das übergreifende Thema des 3rd Congress der European Academy of Neurology (EAN) war „Outcome measures in Neurology“. Die Sessions umfassten das gesamte Spektrum der neurodegenerativen, entzündlichen, traumatischen und übrigen neurologischen Erkrankungen

Vermehrtes periaquäduktales Grau
Biomarker für die episodische Migräne?

Migräne-Patienten zeigen in der Bildgebung gegenüber Gesunden diverse regionale Hirnvolumen-Abweichungen. In einer MRT-Pilotstudie untersuchten chinesische Wissenschaftler, ob die Größe des periaquäduktalen Grau (PAG) bei Patienten mit episodischer und chronischer Migräne verändert ist und ob dies ggf. mit klinischen Variablen in Zusammenhang steht.

Quelle: Chen Z et al.: Volume expansion of periaqueductal gray in episodic migraine: a pilot MRI structural imaging study. J Headache Pain 2017;18(1): 83 [Epub 15. Aug 15; doi: 10.1186/s10194-017-0797-z]

Begleitsymptome der Migräne
Individuelle und ökonomische Belastungen durch Übelkeit und Erbrechen

Neben Photo- und Phonophobie sind Übelkeit und Erbrechen sehr häufige Begleitsymptome von Migräne-Attacken. Wie stark sind die Belastungen der Patienten wirklich? Die individuellen und auch die ökonomischen Folgen wurden jetzt in den USA an einer großen Zahl von Migräne-Patienten untersucht.

Quelle: Gajria K et al.: Humanistic and economic burden of nausea and vomiting among migraine sufferers. J Pain Res 2017; 10: 689-98

59th Annual Scientific Meeting der AHS in Boston, 8.–11. Juni 2017
Prävention der Migräne im Fokus

Auf dem 59th Annual Scientific Meeting der American Headache Society (AHS) im Juni dieses Jahres wurden mit etwa 1000 Fachbesuchern die neuen Entwicklungen bei den verschiedenen Kopfschmerzformen diskutiert. Neben einigen Beiträgen zur Akuttherapie standen die neuen Daten zu den vier neuen, noch in klinischer Prüfung befindlichen Antikörpern gegen das Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP) bzw. dessen Rezeptor im Vordergrund: Erstmals gibt es spezifische Medikamente zur Migräne-Prävention.

69th Annual Meeting der AAN, 22.–28. April 2017, Boston/USA
Neue Entwicklungen und Therapien

Das 69th Annual Meeting der American Academy of Neurology (AAN) lockte Ende April 2017 13 000 Fachbesucher nach Boston. Neben zahlreichen Veranstaltungen und Postern zur Multiplen Sklerose wurden viele neue Entwicklungen bei Kopfschmerz, Demenz, Epilepsie, Parkinson-Syndrom und anderen, selteneren Krankheiten vorgestellt.

Menstruelle Migräne
Hilft ein multidisziplinärer Ansatz besser?

Es besteht ein klarer Zusammenhang zwischen dem Menstruationszyklus und Migräneattacken. In einer retrospektiven Studie wurde jetzt in den Niederlanden untersucht, inwieweit eine multidisziplinäre Behandlung bei Frauen mit menstrueller Migräne die Symptomatik gegenüber einer Therapie durch Neurologen allein verringern kann.

Quelle: Witteveen H et al.: Treatment of menstrual migraine; multidisciplinary or mono-disciplinary approach. J Headache Pain 2017; 18(1): 45 [Epub 17. April; doi: 10.1186/s10194-017-0752-z]

Netzwerk-Metaanalyse
Wie wirksam sind eigentlich Migräne- Prophylaktika?

Migräne-Patienten können von der Einnahme geeigneter prophylaktischer Medikamente erheblich profitieren. Doch für welche Wirkstoffe ist die Evidenz für Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit am größten? Nun wurde zu den gängigsten Prophylaktika eine Netzwerk-Metaanalyse durchgeführt.

Quelle: He A et al.: Unveiling the relative efficacy, safety and tolerability of prophylactic medications for migraine: pairwise and network-meta analysis. J Headache Pain 2017; 18(1): 26 [Epub 20. Feb.; doi: 10.1186/ s10194-017-0720-7]

Migräne-Patienten
Schlaganfall-Risiko nach chirurgischen Eingriffen verdoppelt

Mehrere experimentelle und Beobachtungsstudien zeigen einen Zusammenhang zwischen Migräne und ischämischen Schlaganfällen. In einer Krankenhausregisterstudie wurde nun bei Migräne-Patienten erstmals das Risiko im zeitlichen Zusammenhang mit einer Operation untersucht. Offenbar treten perioperative Schlaganfälle besonders bei Migräne-Kranken mit Aura gehäuft auf.

Quelle: Timm FP et al.: Migraine and risk of perioperative ischemic stroke and hospital readmission: hospital based registry study. BMJ 2017; 356: i6635. [Epub 10. Jan.; doi: 10.1136/bmj.i6635]

Migräne-Patienten mit Aura
Die RLS-Prävalenz steigt mit der Attacken-Häufigkeit

An einer hohen RLS-Migräne-Komorbidität ist kaum zu zweifeln, doch genaue Zahlen sind nicht verfügbar. Diese wurden nun bei Patienten mit episodischer oder chronischer Migräne mit und ohne Aura erfasst.

Quelle: Lin GY et al.: Prevalence of restless legs syndrome in migraine patients with and without aura: a crosssectional, case-controlled study. J Headache Pain 2016; 17(1): 97 [Epub 21. Okt.; doi: 10.1186/s10194-016-0691-0]

Prophylaxe bei chronischer Migräne
Wie sicher und verträglich ist die nicht-invasive VNS?

In der doppelblinden kontrollierten EVENT-Studie wurden neben der Machbarkeit (Feasibility) vor allem die Verträglichkeit und Sicherheit der nicht-invasiven Vagusnerv- Stimulation (nVNS) bei Patienten mit chronischer Migräne geprüft. Wurde durch die Behandlung auch die Zahl der Tage mit Migräneattacken verringert?

Quelle: Silberstein SD et al.: Chronic migraine headache prevention with noninvasive vagus nerve stimulation: The EVENT study. Neurology 2016; 87(5): 529-38

Praktische Erfahrungen
Medizinisches Cannabis bei Migräne?

Die Anwendung von Cannabis weitet sich über die klassischen Indikationen wie MS-bedingte Spastik etc. aus. Bei weitgehendem Fehlen kontrollierter Studien fassten US-Experten jetzt ihre Erfahrungen zu medizinischem Cannabis bei Migräne-Patienten zusammen. Kann Marihuana die Attackenfrequenz maßgeblich senken?

Quelle: Rhyne DN et al.: Effects of medical marijuana on migraine headache frequency in an adult population. Pharmacotherapy 2016; 36(5): 505-10

Neue Studiendaten
nVNS mit gammaCore®

Die nichtinvasive Vagusnervstimulation (nVNS) wurde jüngst in die aktualisierte Leitlinie der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaf (DMKG) zum Clusterkopfschmerz (CK) aufgenommen. Eine neue, auf dem 58th Annual Scientific Meeting der AHS vorgestellte Zusatzauswertung der PREVA-...

Migräne bei Frauen
Hirn und Herz massiv gefährdet

Dass Frauen mit Migräne ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle aufweisen, wurde jetzt in einer Auswertung der großen prospektiven Kohortenstudie Nurses’ Health Study II bestätigt. Die massiv erhöhten Risiken für zerebro- bzw. kardiovaskuläre Komplikationen und Tod sprechen für einen dringenden Handlungsbedarf.

Quelle: Kurth T et al.:Migraine and risk of cardiovascular disease in women: prospective cohort study. BMJ 2016; 353: i2610 [Epub 25.04.2016 doi: 10.1136/bmj.i2610]

Rechts-links-Shunt
Migräne-Aktivität und ischämische Läsionen

Inwieweit hängt ein systemischer Rechts-links-Shunt bei Migräne-Patienten mit ischämischen Läsionen bzw. Hirninfarkten und der Kopfschmerzaktivität zusammen? Ein internationales Team wertete dazu die bevölkerungsbasierte Studie Epidemiological Risk Analysis Part 2 (CAMERA-2) aus.

Quelle: Koppen H et al.: Systemic right-to-left shunts, ischemic brain lesions, and persistent migraine activity. Neurology 2016; 86(18): 1668-75

RLS bei Migräne-Patienten
Doppelt so häufig – und schwerer im Verlauf

In einer großen niederländischen Beobachtungsstudie wurde die aus vergangenen Studien berichtete erhöhte RLS-Prävalenz bei Migräne-Patienten überprüft. Zudem wurde geklärt, welche Rolle die Schlafqualität spielt. Die Ergebnisse waren eindeutig.

Quelle: van Oosterhout WP et al.: Restless legs syndrome in migraine patients: prevalence and severity. Eur J Neurol 2016 [Epub 21. März; doi: 10.1111/ene.12993]

Medikamenten-induzierter Kopfschmerz
Zehnminuten-Intervention in kontrollierter Studie effektiv

Die Problematik eines Analgetika-induzierten Kopfschmerzes ist schwer in den Griff zu bekommen, Entzug ist die Therapie der Wahl. Nun prüften skandinavische Spezialisten unter kontrollierten Bedingungen, ob sich auch eine sehr einfache Kurzintervention bei diesen Patienten hilfreich auswirkt.

Quelle: Kristoffersen ES et al.: Brief intervention by general practitioners for medication-overuse headache, followup after 6 months: a pragmatic cluster-randomised controlled trial. J Neurol 2016; 263(2): 344-53]

Lifestyle-Interventionen bei Migräne
Hoch effektiv – wenn sie durchgehalten werden

Lifestyle-Faktoren im Sinne einer regelmäßigen Lebensführung (Schlaf, körperliche Übungen, Mahlzeiten) können das Auftreten einer Migräne unabhängig von anderen Faktoren beeinflussen. Die Relevanz dieser „Regular lifestyle behaviors” wurde bei Patienten mit chronischer und episodischer Migräne im Rahmen einer Fall-Referenz-Studie untersucht.

Quelle: Woldeamanuel YW, Cowan RP: The impact of regular lifestyle behavior in migraine: a prevalence case-referent study. J Neurol 2016 [Epub 25. Jan.; doi:10.1007/s00415-016-8031-5]

Migräne bei älteren Frauen
Vermehrt Attacken in der späten Perimenopause

Vergangene Studien haben gezeigt, dass die Perimenopause mit einer erhöhten Migräneprävalenz einhergeht, besonders bei Frauen mit vorherigem prämenstruellem Syndrom. In der American Migraine Prevalence and Prevention Study wurde nun bei Migräne-Patientinnen untersucht, ob die hormonellen Umstellungen in der Perimenopause bzw. Menopause die Kopfschmerzhäufigkeit beeinflussen.

Quelle: Martin VT et al.: Perimenopause and menopause are associated with high frequency headache in women with migraine: results of the American migraine prevalence and prevention study. Headache 2016 [Epub: 21. Jan.; doi: 10.1111/head.12763]

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