Migräne

Neuropathologie bei Demenz
Wie wirken sich Fischkonsum und Quecksilber-Aufnahme aus?

Fisch ist gesund, aber die Belastung mit dem neurotoxischen Quecksilber stellt ein wachsendes Problem dar. Die Verbindungen zwischen der Ernährung mit „Seafood“, dem Hirngehalt an Quecksilber und dem APOEe4-Status mit den neuropathologischen Hirnveränderungen bei Demenzkranken wurden jetzt in einer US-Querschnittsstudie unter die Lupe genommen.

Quelle: Morris MC et al: Association of seafood consumption, brain mercury level, and APOE ε4 status with brain neuropathology in older adults. JAMA 2016; 315(5): 489-97

53. Jahrestagung der DGfE, Jena, 2. bis 5. März
„Der Nachwuchs gestaltet mit"

Über vier Tage tauschten sich Anfang März auf der 53. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie (DGfE) in Jena etwa 950 Epileptologen und Epilepsie-Interessierte über die aktuellen Entwicklungen aus. Ergänzt wurde das Programm durch einen „Patiententag“, den rund 150 Besucher nutzten. Tagungspräsident Prof. Ulrich Brandl freute es, „dass vor allem der wissenschaftliche Nachwuchs mit fast 70 eingereichten Beiträgen das Programm maßgeblich mitgestaltete“.

Spezifische und Gesamtmortalität verringert
Länger leben mit Kaffee, viel Kaffee!

Kaffee ist legal, hat aber einen schlechten Ruf. In letzter Zeit werden vermehrt positive Effekte des Kaffeekonsums berichtet – eine große epidemiologische US-Studie zu den zehn häufigsten Todesursachen belegt nun eine signifikant niedrigere Mortalität.

Quelle: Loftfield E et al.: Association of coffee consumption with overall and cause-specific mortality in a large US prospective cohort study. Am J Epidemiol 2015; 182(12): 1010-22

„Operation Sophia": 14 359 Menschen im Mittelmeer gerettet
Triage und medizinische Erstbehandlung der Geflüchteten

Deutsche Kriegsschiffe beteiligen sich an der Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer. Nun wurden die Erfahrungen mit der medizinischen Erstversorgung veröffentlicht. Obwohl es dabei nicht um psychiatrische oder neurologische Krankheiten ging, hier ein Einblick in die Abläufe und Ergebnisse.

Quelle: Kulla M et al.: Initial assessment and treatment of refugees in the Mediterranean Sea (a secondary data analysis concerning the initial assessment and treatment of 2656 refugees rescued from distress at sea in support of the EUNAVFOR MED relief mission of the EU). Scand J Trauma Resusc Emerg Med 2016; 24(1): 75 [Epub 20. Mai; doi: 10.1186/s13049- 016-0270-z]

Online-Game zur Nikotin-Abstinenz
Lindert „Crave-Out" das Rauchverlangen?

Um das Nikotin-Craving bei Rauchverzicht zu verringern, wurde ein Sucht-bezogenes Online-Game entwickelt, das einerseits der Ablenkung von der Sucht und andererseits der Motivation zum Abstinenzerhalt dient. Ließen sich damit Erfolge erzielen?

Quelle: DeLaughter KL et al.: Crave-out: a distraction/ motivation mobile game to assist in smoking cessation. JMIR Serious Games 2016; 4(1): e3 [Epub 26. Mai; doi: 10.2196/games.4566]

Zucker, Computer, Schlaf
Sind Lifestyle-Faktoren ADHS-relevant?

Inwieweit ist eine ADHS auch von den Lebensgewohnheiten der Kinder abhängig? In einer US-Studie wurde jetzt geprüft, ob Zucker- und Fernsehkonsum, Internetnutzung, Schlaf und andere Lifestyle-Faktoren bei Kindern mit einer ADHS häufiger sind.

Quelle: Holton KF, Nigg JT: The association of lifestyle factors and ADHD in children. J Atten Disord 2016: pii: 1087054716646452 [Epub: 28. Apr.]

ADHS-Screening bei den Eltern
Die Hälfte der Väter und ein Viertel der Mütter sind selbst betroffen

Ob die Eltern von Kindern mit einer ADHS selbst unter dieser Erkrankung leiden, kann u. a. die Therapieaussichten maßgeblich beeinflussen. In einem Kollektiv von Müttern und Vätern betroffener Kinder untersuchten deutsche Forscher nun Prävalenz und Schwere eines elterlichen ADHS. Es waren erstaunlich viele Elternteile betroffen – Väter deutlich häufiger als Mütter.

Quelle: Starck M et al.: Occurrence of ADHD in parents of ADHD children in a clinical sample. Neuropsychiatr Dis Treat 2016; 12: 581-8

Schmerz, Psychose und Agitation
Hilft eine gestufte Schmerztherapie?

Demenz-Patienten leiden nicht nur unter kognitiven Einschränkungen, im Alltag oft viel problematischer sind neuropsychiatrische Symptome. Die Sekundärauswertung einer Cluster-randomisierten klinischen Studie zufolge interagieren diese Symptome mit dem Schmerz. Was kann eine systematische schrittweise Schmerztherapie bewirken?

Quelle: Habiger TF et al.: The interactive relationship between pain, psychosis, and agitation in people with dementia: results from a cluster-randomised clinical trial. Behav Neurol 2016; 7036415 [Epub 9. Mai; doi: 10.1155/2016/7036415]

RLS in der Schwangerschaft
Niedrige Hämoglobin-Werte erhöhen das Risiko

Um klinische und andere RLS-assoziierte Merkmale zu erfassen, wurden 600 schwangere Frauen in einer prospektiven Fall-Kontroll-Studie türkischer Neurologen und Gynäkologen gezielt befragt. Die Ärzte suchten insbesondere nach klinisch relevanten Risikofaktoren für das Auftreten eines RLS und dessen Schwere.

Quelle: Ozer I et al.: A prospective case control questionnaire study for restless leg syndrome on 600 pregnant women. J Matern Fetal Neonatal Med 2016; 1-16 [Epub 28. März; doi: 10.3109/14767058.2016.1170801]

Faktor für vaskuläre Gefährdung?
Niedriger Apelin-Spiegel korreliert mit PLM

RLS-Patienten haben ein erhöhtes Risiko für vaskuläre Erkrankungen. Daran könnte ein Mangel an protektiv wirkendem Apelin beteiligt sein. Sind die Plasmakonzentrationen dieses Adipokins mit der RLS-Schwere und den periodischen Beinbewegungen (Periodic leg movements, PLM) von RLS-Patienten assoziiert?

Quelle: Korkmaz S et al.: Plasma apelin level in patients with restless legs syndrome and its association with periodic leg movements. Sleep Breath 2016 [Epub 19. Mai: doi: 10.1007/s11325-016-1355-7]

RLS bei Migräne-Patienten
Doppelt so häufig – und schwerer im Verlauf

In einer großen niederländischen Beobachtungsstudie wurde die aus vergangenen Studien berichtete erhöhte RLS-Prävalenz bei Migräne-Patienten überprüft. Zudem wurde geklärt, welche Rolle die Schlafqualität spielt. Die Ergebnisse waren eindeutig.

Quelle: van Oosterhout WP et al.: Restless legs syndrome in migraine patients: prevalence and severity. Eur J Neurol 2016 [Epub 21. März; doi: 10.1111/ene.12993]

Rechts-links-Shunt
Migräne-Aktivität und ischämische Läsionen

Inwieweit hängt ein systemischer Rechts-links-Shunt bei Migräne-Patienten mit ischämischen Läsionen bzw. Hirninfarkten und der Kopfschmerzaktivität zusammen? Ein internationales Team wertete dazu die bevölkerungsbasierte Studie Epidemiological Risk Analysis Part 2 (CAMERA-2) aus.

Quelle: Koppen H et al.: Systemic right-to-left shunts, ischemic brain lesions, and persistent migraine activity. Neurology 2016; 86(18): 1668-75

CAVE Antiepileptika
Originalpräparate durch Generika ersetzen?

Zweifelsohne bieten Generika gegenüber den Originalpräparaten erhebliche Kostenvorteile, doch weisen sie auch die gleiche Anwendungssicherheit auf? Gerade im Fall der Antiepileptika können sich offenbar schon kleine Unterschiede der Bioäquivalenz massiv negativ auswirken und den Therapieerfolg gefährden. Dies ergab eine systematische Übersicht.

Quelle: Atif M et al.: Potential problems and recommendations regarding substitution of generic antiepileptic drugs: a systematic review of literature. Springerplus 2016; 5: 182 [Epub 25. Feb.; doi: 10.1186/s40064-016-1824-2]

NeuroQuant und MSmetrix versus SIENAX
Funktioniert die vollautomatisierte Hirnvolumen-Bestimmung?

Degenerative Veränderungen und die resultierende Hirnatrophie werden als MS-Outcome- Parameter immer wichtiger. Neue automatisierte Verfahren könnten die Etablierung der Hirnvolumenbestimmung im klinischen Alltag beschleunigen. Nun wurden zwei neue vollautomatisierte Algorithmen mit dem Quasi-Standard SIENAX verglichen.

Quelle: Wang C et al.: Automated brain volumetrics in multiple sclerosis: a step closer to clinical application. J Neurol Neurosurg Psychiatry 2016; pii: jnnp-2015- 312304 [Epub 12. Apr.; doi: 10.1136/jnnp-2015-312304]

Yoga-Übungen bei MS
Weniger Stress, Schmerz, Angst und Fatigue

In einer randomisierten kontrollierten Studie wurde untersucht, inwieweit regelmäßige Yoga-Übungen das Befinden von MS-Patienten beeinflussen können. Dabei wurden neben Veränderungen physiologischer Größen auch Effekte auf psychische Aspekte und die Lebensqualität erfasst.

Quelle: Hasanpour-Dehkordi A et al.: Effects of yoga on physiological indices, anxiety and social functioning in multiple sclerosis patients: a randomized trial. J Clin Diagn Res 2016; 10(6): VC01-VC05 [Epub 1. Juni; doi: 10.7860/JCDR/2016/18204.7916]

Immigrierte Ärzte in Deutschland
Das sind die größten Schwierigkeiten

Bei zunehmendem Ärztemangel stellen immer mehr Krankenhäuser immigrierte Ärzte ein – besonders in ländlichen Gebieten im Osten. 2015 waren dies hierzulande 37 878 und damit 10% aller praktizierenden Ärzte – und 2030 werden geschätzte 106 000 Ärzte fehlen. Welche Schwierigkeiten sich für die Patientenversorgung und die Ärzte selbst ergeben, untersuchten Münchner Wissenschaftler in einer deskriptiven Studie.

Quelle: Klingler C, Marckmann G: Difficulties experienced by migrant physicians working in German hospitals: a qualitative interview study. Hum Resour Health 2016; 14(1): 57 [Epub 23. Sept: doi: 10.1186/s12960- 016-0153-4]

Fatigue kann töten
Herz-Kreislauf-Mortalität massiv erhöht

Fatigue ist im Behandlungsalltag eine häufige, aber unspezifische Beschwerde. Die Ergebnisse der großen prospektiven EPIC-Norfolk-Studie zeigen nun, dass die Erschöpfungssymptomatik mit einer hohen Exzessmortalität einhergeht.

Quelle: Basu N et al.: Fatigue is associated with excess mortality in the general population: results from the EPIC-Norfolk study. BMC Med 2016; 14(1): 122 [Epub: 20. Aug.; doi: 10.1186/s12916-016-0662-y]

ADHS und Übergewicht
Neue Daten und eine Metaanalyse

Einige Studien deuten darauf hin, dass Patienten mit einer ADHS ein deutlich erhöhtes Risiko aufweisen, übergewichtig oder adipös zu werden – dies könnte aber auch nur Subgruppen betreffen. In einer Übersichtsarbeit und anschließender Metaanalyse wurde dieser Zusammenhang anhand neuer Studiendaten überprüft – und dabei nach relevanten Einflussfaktoren gesucht.

Quelle: Nigg JT et al.: Attention-deficit/hyperactivity disorder (ADHD) and being overweight/obesity: New data and meta-analysis. Clin Psychol Rev 2016; 43: 67-79

Psychotische Erstepisode bei Depression
Wie ist das Outcome nach zehn Jahren?

Eine Major Depression mit psychotischen Episoden hat eine höhere Inzidenz als bipolare Erkrankungen, ist aber weit weniger gut erforscht. Ein Psychiaterteam prüfte nun das Langzeitoutcome im Vergleich mit schizophren oder bipolar erkrankten Patienten.

Quelle: Heslin M et al.: Ten-year outcomes in first episode psychotic major depression patients compared with schizo... Schizophr Res 2016; 176(2-3): 417-22

CAVE: Moodstabilizer bei Bipolarstörung
Das sind die wesentlichen Nebenwirkungen

In einer britischen Kohortenstudie wurde geprüft, mit welchen Nebenwirkungen die am häufigsten eingesetzten Moodstabilizer bei bipolar Erkrankten einhergehen.

Quelle: Hayes JF et al.: Adverse renal, endocrine, hepatic, and metabolic events during maintenance mood stabilizer treatment for bipolar disorder: a populationbased cohort study. PLoS Med 2016; 13(8): e1002058 [Epub 2. Aug.; doi: 10.1371/journal.pmed.1002058]

59th Annual Scientific Meeting der AHS in Boston, 8.–11. Juni 2017
Prävention der Migräne im Fokus

Auf dem 59th Annual Scientific Meeting der American Headache Society (AHS) im Juni dieses Jahres wurden mit etwa 1000 Fachbesuchern die neuen Entwicklungen bei den verschiedenen Kopfschmerzformen diskutiert. Neben einigen Beiträgen zur Akuttherapie standen die neuen Daten zu den vier neuen, noch in klinischer Prüfung befindlichen Antikörpern gegen das Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP) bzw. dessen Rezeptor im Vordergrund: Erstmals gibt es spezifische Medikamente zur Migräne-Prävention.

69th Annual Meeting der AAN, 22.–28. April 2017, Boston/USA
Neue Entwicklungen und Therapien

Das 69th Annual Meeting der American Academy of Neurology (AAN) lockte Ende April 2017 13 000 Fachbesucher nach Boston. Neben zahlreichen Veranstaltungen und Postern zur Multiplen Sklerose wurden viele neue Entwicklungen bei Kopfschmerz, Demenz, Epilepsie, Parkinson-Syndrom und anderen, selteneren Krankheiten vorgestellt.

Menstruelle Migräne
Hilft ein multidisziplinärer Ansatz besser?

Es besteht ein klarer Zusammenhang zwischen dem Menstruationszyklus und Migräneattacken. In einer retrospektiven Studie wurde jetzt in den Niederlanden untersucht, inwieweit eine multidisziplinäre Behandlung bei Frauen mit menstrueller Migräne die Symptomatik gegenüber einer Therapie durch Neurologen allein verringern kann.

Quelle: Witteveen H et al.: Treatment of menstrual migraine; multidisciplinary or mono-disciplinary approach. J Headache Pain 2017; 18(1): 45 [Epub 17. April; doi: 10.1186/s10194-017-0752-z]

Netzwerk-Metaanalyse
Wie wirksam sind eigentlich Migräne- Prophylaktika?

Migräne-Patienten können von der Einnahme geeigneter prophylaktischer Medikamente erheblich profitieren. Doch für welche Wirkstoffe ist die Evidenz für Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit am größten? Nun wurde zu den gängigsten Prophylaktika eine Netzwerk-Metaanalyse durchgeführt.

Quelle: He A et al.: Unveiling the relative efficacy, safety and tolerability of prophylactic medications for migraine: pairwise and network-meta analysis. J Headache Pain 2017; 18(1): 26 [Epub 20. Feb.; doi: 10.1186/ s10194-017-0720-7]

Migräne-Patienten
Schlaganfall-Risiko nach chirurgischen Eingriffen verdoppelt

Mehrere experimentelle und Beobachtungsstudien zeigen einen Zusammenhang zwischen Migräne und ischämischen Schlaganfällen. In einer Krankenhausregisterstudie wurde nun bei Migräne-Patienten erstmals das Risiko im zeitlichen Zusammenhang mit einer Operation untersucht. Offenbar treten perioperative Schlaganfälle besonders bei Migräne-Kranken mit Aura gehäuft auf.

Quelle: Timm FP et al.: Migraine and risk of perioperative ischemic stroke and hospital readmission: hospital based registry study. BMJ 2017; 356: i6635. [Epub 10. Jan.; doi: 10.1136/bmj.i6635]

Migräne-Patienten mit Aura
Die RLS-Prävalenz steigt mit der Attacken-Häufigkeit

An einer hohen RLS-Migräne-Komorbidität ist kaum zu zweifeln, doch genaue Zahlen sind nicht verfügbar. Diese wurden nun bei Patienten mit episodischer oder chronischer Migräne mit und ohne Aura erfasst.

Quelle: Lin GY et al.: Prevalence of restless legs syndrome in migraine patients with and without aura: a crosssectional, case-controlled study. J Headache Pain 2016; 17(1): 97 [Epub 21. Okt.; doi: 10.1186/s10194-016-0691-0]

Prophylaxe bei chronischer Migräne
Wie sicher und verträglich ist die nicht-invasive VNS?

In der doppelblinden kontrollierten EVENT-Studie wurden neben der Machbarkeit (Feasibility) vor allem die Verträglichkeit und Sicherheit der nicht-invasiven Vagusnerv- Stimulation (nVNS) bei Patienten mit chronischer Migräne geprüft. Wurde durch die Behandlung auch die Zahl der Tage mit Migräneattacken verringert?

Quelle: Silberstein SD et al.: Chronic migraine headache prevention with noninvasive vagus nerve stimulation: The EVENT study. Neurology 2016; 87(5): 529-38

Praktische Erfahrungen
Medizinisches Cannabis bei Migräne?

Die Anwendung von Cannabis weitet sich über die klassischen Indikationen wie MS-bedingte Spastik etc. aus. Bei weitgehendem Fehlen kontrollierter Studien fassten US-Experten jetzt ihre Erfahrungen zu medizinischem Cannabis bei Migräne-Patienten zusammen. Kann Marihuana die Attackenfrequenz maßgeblich senken?

Quelle: Rhyne DN et al.: Effects of medical marijuana on migraine headache frequency in an adult population. Pharmacotherapy 2016; 36(5): 505-10

Neue Studiendaten
nVNS mit gammaCore®

Die nichtinvasive Vagusnervstimulation (nVNS) wurde jüngst in die aktualisierte Leitlinie der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaf (DMKG) zum Clusterkopfschmerz (CK) aufgenommen. Eine neue, auf dem 58th Annual Scientific Meeting der AHS vorgestellte Zusatzauswertung der PREVA-...

Migräne bei Frauen
Hirn und Herz massiv gefährdet

Dass Frauen mit Migräne ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle aufweisen, wurde jetzt in einer Auswertung der großen prospektiven Kohortenstudie Nurses’ Health Study II bestätigt. Die massiv erhöhten Risiken für zerebro- bzw. kardiovaskuläre Komplikationen und Tod sprechen für einen dringenden Handlungsbedarf.

Quelle: Kurth T et al.:Migraine and risk of cardiovascular disease in women: prospective cohort study. BMJ 2016; 353: i2610 [Epub 25.04.2016 doi: 10.1136/bmj.i2610]

Rechts-links-Shunt
Migräne-Aktivität und ischämische Läsionen

Inwieweit hängt ein systemischer Rechts-links-Shunt bei Migräne-Patienten mit ischämischen Läsionen bzw. Hirninfarkten und der Kopfschmerzaktivität zusammen? Ein internationales Team wertete dazu die bevölkerungsbasierte Studie Epidemiological Risk Analysis Part 2 (CAMERA-2) aus.

Quelle: Koppen H et al.: Systemic right-to-left shunts, ischemic brain lesions, and persistent migraine activity. Neurology 2016; 86(18): 1668-75

RLS bei Migräne-Patienten
Doppelt so häufig – und schwerer im Verlauf

In einer großen niederländischen Beobachtungsstudie wurde die aus vergangenen Studien berichtete erhöhte RLS-Prävalenz bei Migräne-Patienten überprüft. Zudem wurde geklärt, welche Rolle die Schlafqualität spielt. Die Ergebnisse waren eindeutig.

Quelle: van Oosterhout WP et al.: Restless legs syndrome in migraine patients: prevalence and severity. Eur J Neurol 2016 [Epub 21. März; doi: 10.1111/ene.12993]

Medikamenten-induzierter Kopfschmerz
Zehnminuten-Intervention in kontrollierter Studie effektiv

Die Problematik eines Analgetika-induzierten Kopfschmerzes ist schwer in den Griff zu bekommen, Entzug ist die Therapie der Wahl. Nun prüften skandinavische Spezialisten unter kontrollierten Bedingungen, ob sich auch eine sehr einfache Kurzintervention bei diesen Patienten hilfreich auswirkt.

Quelle: Kristoffersen ES et al.: Brief intervention by general practitioners for medication-overuse headache, followup after 6 months: a pragmatic cluster-randomised controlled trial. J Neurol 2016; 263(2): 344-53]

Lifestyle-Interventionen bei Migräne
Hoch effektiv – wenn sie durchgehalten werden

Lifestyle-Faktoren im Sinne einer regelmäßigen Lebensführung (Schlaf, körperliche Übungen, Mahlzeiten) können das Auftreten einer Migräne unabhängig von anderen Faktoren beeinflussen. Die Relevanz dieser „Regular lifestyle behaviors” wurde bei Patienten mit chronischer und episodischer Migräne im Rahmen einer Fall-Referenz-Studie untersucht.

Quelle: Woldeamanuel YW, Cowan RP: The impact of regular lifestyle behavior in migraine: a prevalence case-referent study. J Neurol 2016 [Epub 25. Jan.; doi:10.1007/s00415-016-8031-5]

Migräne bei älteren Frauen
Vermehrt Attacken in der späten Perimenopause

Vergangene Studien haben gezeigt, dass die Perimenopause mit einer erhöhten Migräneprävalenz einhergeht, besonders bei Frauen mit vorherigem prämenstruellem Syndrom. In der American Migraine Prevalence and Prevention Study wurde nun bei Migräne-Patientinnen untersucht, ob die hormonellen Umstellungen in der Perimenopause bzw. Menopause die Kopfschmerzhäufigkeit beeinflussen.

Quelle: Martin VT et al.: Perimenopause and menopause are associated with high frequency headache in women with migraine: results of the American migraine prevalence and prevention study. Headache 2016 [Epub: 21. Jan.; doi: 10.1111/head.12763]

Voxelbasierte Morphometrie bei Migräne
Graue Substanz in vielen Arealen verringert

In einer groß angelegten Metaanalyse wurde untersucht, inwieweit strukturelle Hirnveränderungen bei Migräne-Kranken mit kognitiven Einschränkungen und einer Reihe anderer Symptome korrelieren. Dazu wurden die Befunde der Voxelbasierten Morphometrie (VBM) zum Volumen der grauen Substanz (GMV) ausgewertet.

Quelle: Hu W et al.: A meta-analysis of voxel-based morphometric studies on migraine. Int J Clin Exp Med 2015; 8(3): 4311-9

ONLINE FIRST (AAN-KONGRESSBERICHT)
MRT-Studie: Warum sind Migräne-Patienten auf Schmerzen fixiert?

Patienten mit einer Migräne reagieren überempfindlich und hypervigilant auf Schmerzreize. Dass bei ihnen offenbar ein direkter Zusammenhang zwischen der Schmerzschwelle und der – mittels T1-gewichteter MRT-Scans – bestimmten kortikalen Dicke in bestimmten Hirnregionen besteht, ...

Quelle: [PL1.001] Todd Schwedt, Catherine Chong: Adults with Migraine Have Atypical Correlations between Brain Cortical Thickness and Pain Thresholds. Contemporary Clinical Issues Plenary Session, 22. April 2015 im Rahmen des 67. AAN-Kongresses in Washington DC/USA

Atypische Manifestation
Kasuistik: Migräne als MS-Erstsymptom?

Eine Migräne tritt bei MS-Patienten etwa dreimal häufiger auf als in der Bevölkerung, doch gelten Kopfschmerzen nicht als typisches MS-Symptom. Die Leidensgeschichte einer Patientin zeigt aber, dass eine Migräne durchaus als erste Manifestation einer MS in Erwägung gezogen werden sollte.

Quelle: Alroughani R et al.: Status migrainosus as an initial presentation of multiple sclerosis. SpingerPlus 7; 2015: 28 [Epub ahead of print 23. Jan. 2015; doi 10.1186/s40064-015-0818-9]

Therapie der Migräne
Triptan wechsle dich

Die Migräne ist mit einer weltweiten Prävalenz von rund 15% ein häufiges Problem. Während der Anfälle sind die Betroffenen schwer eingeschränkt. Einfache Analgetika versagen aber oft.

Quelle: Pringsheim T et al.: Triptans for symptomatic treatment of migraine headache. BMJ 2014; 348: g2285

Alternative Therapie
Akupunktur ist nicht für die Katz

Zur Linderung chronischer Schmerzen wird Akupunktur vielfach angewendet. Wie immer stellt sich die Frage nach dem Beitrag des Plazeboeffektes.

Quelle: Vickers AJ et al.: Acupunture for chronic pain. JAMA 2014; 311: 955-6

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