andere Demenzformen

a-Synucleinopathien
Neuropathologie beeinflusst Demenz- Entstehung und das Überleben

Die strukturellen Veränderungen bei den großen neurodegenerativen Erkrankungen wie den verschiedenen Demenzformen und Parkinson-Syndromen werden im Hinblick auf die Pathogenese und ihren Nutzen als Biomarker intensiv beforscht. Eine US-Arbeitsgruppe befasste sich jetzt mit den Einflüssen verschiedener histopathologischer Befunde auf die Genese von a-Synucleinopathien und den klinischen Verlauf. Sie fanden u. a. Korrelation mit dem Überleben der Patienten.

Quelle: Irwin DJ et al.: Neuropathological and genetic correlates of survival and dementia onset in synucleinopathies: a retrospective analysis. Lancet Neurol 2017; 16(1): 55-65

Langzeitstudie über zwölf Jahre
CAVE: Polypharmazie erhöht das Demenz-Risiko

In einer Fallkontrollstudie, die in eine zwölfjährige Längsschnittstudie eingebettet war, wurde in Südkorea untersucht, ob Mehrfachmedikationen das Risiko älterer Menschen erhöhen, an einer Demenz zu erkranken. Berücksichtigt wurde auch der Einfluss häufiger potenziell ungeeigneter, also kognitionsverschlechternder Medikamente.

Quelle: Park HY et al.: The association between polypharmacy and dementia: a nested case-control study based on a 12-year longitudinal cohort database in South Korea. PLoS One 2017; 12(1): e0169463. [Epub 5. Jan.; doi: 10.1371/journal.pone.0169463]

Alzheimer, DBL, VaD und FTLD
Psychische und Verhaltensprobleme bei den vier häufigsten Demenzen

Ausgeprägte Verhaltensprobleme und psychische/psychiatrische Symptome können die Prognose von Demenzkranken verschlechtern und die Belastung der pflegenden Angehörigen massiv erhöhen. Wie sich diese Symptomatiken bei Patienten mit den vier häufigsten Formen der Demenz darstellen, wurde jetzt in einer Studie untersucht.

Quelle: Kazui H et al.: Differences of behavioral and psychological symptoms of dementia in disease severity in four major dementias. PLoS One 2016; 11(8): e0161092 [Epub 18. Aug.; doi: 10.1371/journal.pone.0161092]

Große Registerauswertung
CAVE: BZD erhöhen das Demenzrisiko

Auf der Suche nach modifizierbaren Risikofaktoren für eine Demenz stehen neben komorbiden Krankheiten auch verschiedene Medikamente auf der „Fahndungsliste“. Anhand zweier großer Register wurde untersucht, ob die Einnahme von Benzodiazepinen (BZD) das spätere Demenzrisiko maßgeblich beeinflusst.

Quelle: Takada M et al.: Association between benzodiazepine use and dementia: data mining of different medical databases. Int J Med Sci 2016; 13(11): 825-34

Demenz-Patienten
APA-Guidelines zu Antipsychotika bei Agitation und Psychose

Neuropsychiatrische Symptome wie Depression, Psychose, Agitation, diverse Verhaltensstörungen etc. komplizieren die Versorgung von Demenz-Patienten und belasten die Angehörigen oft sehr stark. Wie der nicht seltene Einsatz von Antipsychotika bei agitierten oder psychotischen Patienten zu handhaben ist, legte nun die American Psychiatric Association (APA) in aktuellen Praxis-Guidelines dar.

Quelle: Reus VI et al.: The American Psychiatric Association practice guideline on the use of antipsychotics to treat agitation or psychosis in patients with dementia. Am J Psychiatry 2016; 173(5): 543-6

Schmerz, Psychose und Agitation
Hilft eine gestufte Schmerztherapie?

Demenz-Patienten leiden nicht nur unter kognitiven Einschränkungen, im Alltag oft viel problematischer sind neuropsychiatrische Symptome. Die Sekundärauswertung einer Cluster-randomisierten klinischen Studie zufolge interagieren diese Symptome mit dem Schmerz. Was kann eine systematische schrittweise Schmerztherapie bewirken?

Quelle: Habiger TF et al.: The interactive relationship between pain, psychosis, and agitation in people with dementia: results from a cluster-randomised clinical trial. Behav Neurol 2016; 7036415 [Epub 9. Mai; doi: 10.1155/2016/7036415]

Intensives Bewegungstraining bei dementen Heimbewohnern
Das Gleichgewicht bessert sich – die Agitation nimmt ab

Unzählige Studien haben den positiven Einfluss von Bewegung auf die körperliche und geistige Fitness dementer Pflegeheimbewohner gezeigt. Ein über zwölf Wochen andauerndes intensives Bewegungsprogramm verbesserte jetzt in einer einfach geblindeten kontrollierten Studie den Gleichgewichtssinn und die Agitation der Betroffenen – signifikant und anhaltend.

Quelle: Telenius EW et al.: Long-term effects of a 12 weeks highintensity functional exercise program on physical function and mental health in nursing home residents with dementia: a single blinded randomized controlled trial. BMC Geriatrics 2015; 15: 158 [Epub 3. Dez.; doi 10.1186/s12877-015-0151-8]

CAVE Antihypertensiva
Kognitiver Abbau durch Blutdrucksenkung

Die Resultate verschiedener Studien zum Zusammenhang zwischen Blutdruckhöhe und Demenzrisiko sind verwirrend unterschiedlich. Italienische Internisten und Geriater weisen nun in einer großen Kohortenstudie auf den möglichen negativen Effekt einer starken medikamentösen Blutdrucksenkung auf die Kognition älterer, kognitiv bereits beeinträchtigter Menschen hin.

Quelle: Mossello E et al.: Effects of low blood pressure in cognitively impaired elderly patients treated with antihypertensive drugs. JAMA Intern Med 2015; 175(4): 578-85

Pflegende Angehörige Demenzkranker
Ist die Internet-basierte Hilfe „Mastery over Dementia" wirksam?

Da pflegende Familienangehörige oft psychisch erkranken, fordert die WHO für diese Menschen wirksame und kosteneffektive Maßnahmen. In einer randomisierten kontrollierten Studie prüften niederländische Forscher nun, was sich mit der Internet-basierten Intervention „Mastery over Dementia“ (MoD) für diese belastete Personengruppe erreichen lässt.

Quelle: Blom MM et al.: Effectiveness of an internet intervention for family caregivers of people with dementia: results of a randomized controlled trial. PLoS One 2015; 10(2): e0116622. [Epub ahead of print 13. Feb. 2015; doi:

Parkinson-assoziierte Demenz
Angehörige durch psychiatrische Symptome am meisten belastet

Symptome wie Depression, Angst, Apathie, Agitation etc. stellen beim Morbus Parkinson ein Problem dar – nicht nur für die Betroffenen. Koreanische Forscher gingen nun der Frage nach, wie stark neuropsychiatrische Symptome zur Belastung der Angehörigen von Patienten mit Parkinson-assoziierter Demenz beitragen.

Quelle: Oh YS et al.: Neuropsychiatric symptoms in Parkinson's disease dementia are associated with increased caregiver burden. J Mov Disord 2015; 8(1): 26-32

„Henne-Ei“-Problematik?
Depression fördert eine Demenz, aber nicht umgekehrt

Depression und Demenz sind bei älteren Menschen keine seltene Kombination, aber kausale Zusammenhänge sind noch immer nicht eindeutig geklärt. Mit der Frage, welche Erkrankung der anderen vorausgeht, hat sich nun eine Forschergruppe aus New York anhand einer Zwölfjahresstudie beschäftigt.

Quelle: Zahodne LB et al.: Depressive symptoms precede memory decline, but not vice versa, in non-demented older adults. J Am Geriatr Soc 2014; 62: 130-134

Demenzpatienten in Pflegeheimen
Fast alle entwickeln NPS

Bei Demenzpatienten, die im Pflegeheim betreut werden, sind neuropsychiatrische Symptome (NPS) alles andere als eine Seltenheit. Ihr Langzeitverlauf, über den bislang noch sehr wenig bekannt ist, stand nun im Mittelpunkt einer prospektiven Langzeit-Kohortenstudie in Norwegen.

Quelle: Selbæk G et al.: The course of neuropsychiatric symptoms in nursing-home patients with dementia over a 53-month follow-up period. Int Psychogeriatrics 2014; 26: 81-91

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