unipolare Depression

FDA-Reviews ausgewertet
Zunehmende Placebo-Response in Antidepressiva-Studien?

In allen klinischen Studien spricht ein gewisser Teil der Patienten auf Placebo an. Besonders ausgeprägt scheint dies in Antidepressiva-Studien der Fall zu sein. Eine zunehmende Placebo-Response könnte die Studienergebnisse und damit auch die Zulassung von Antidepressiva beeinflussen. Diesem Phänomen gingen nun US-Forscher nach.

Quelle: Khan A et al.: Has the rising placebo response impacted antidepressant clinical trial outcome? Data from the US Food and Drug Administration 1987-2013. World Psychiatry 2017; 16(2): 181-92

Therapie-Optionen
Photosensibilisierung überschätzt

Im Sommer wird die medikamentöse Therapie depressiver Störungen häufig vernachlässigt. Vermutlich hat die Furcht vor einer erhöhten dermalen Lichtempfindlichkeit daran einen Anteil. Für den Johanniskraut-Extrakt Laif® 900 (Bayer), wird das zu erwartende ...

Psychiatrische Komplikationen der THS
CAVE: Kognitive Probleme und Depression

Die tiefe Hirnstimulation (THS) – zumeist des Nucl. subthalamicus (STN) oder des Globus pallidus - pars interna (GPi) – verbessert die motorischen Parkinson- Symptome fortgeschritten erkrankter Patienten oft dramatisch, aber Studien zufolge kommt es nicht selten auch zu Nebenwirkungen. Mit den psychiatrischen Problemen im Anschluss an eine THS befassten sich nun US-Psychiater in einer Literaturübersicht.

Quelle: Davis RA et al.: Disambiguating the psychiatric sequelae of Parkinson‘s disease, deep brain stimulation, and life events: case report and literature review. Am J Psychiatry 2017; 174(1): 11-5

Mit CBT und Analyse verglichen
Psychosoziale Kurzintervention unterlegen?

Patienten mit einer Major Depression können von einer psychotherapeutischen Kurzintervention erheblich profitieren, bis zu 70% remittieren. Nun verglich ein britisches Team anhand der IMPACT-Studie, ob die Effekte einer CBT, Kurzzeit-Psychoanalyse und kurzen psychosozialen Intervention an Jugendlichen mittelfristig erhalten bleiben, und ob sich die drei Therapien darin unterscheiden.

Quelle: Goodyer IM et al.: Cognitive behavioural therapy and short-term psychoanalytical psychotherapy versus a brief psychosocial intervention in adolescents with unipolar major depressive disorder (IMPACT) ... Lancet Psychiatry 2017; 4(2): 109-19

Screening auf eine Major Depression
Eignet sich die Herzraten-Variabilität?

Die Herzraten-Variabilität (HRV) ist ein Maß für die Aktivität und Reaktivität des autonomen Nervensystems. Sie hat sich in etlichen Studien als viel versprechender Biomarker depressiver Erkrankungen dargestellt. Nun wurde die HRV in einer aktuellen Studie auf ihre Eignung als Screening-Tool für eine Major Depression geprüft.

Quelle: Sun G et al.: An objective screening method for major depressive disorder using logistic regression analysis of heart rate variability data obtained in a mental task paradigm. Front Psychiatry 2016; 7: 180 [Epub 4. Nov.; doi: 10.3389/fpsyt.2016.00180]

Internationale MS-Übersicht
Sexuelle Probleme bei der Mehrheit

Schwierigkeiten mit der Sexualität belasten gerade jüngere MS-Patienten. In einer Querschnittsstudie wurden nun mehrere tausend MS-Patienten zu sexuellen Funktionsstörungen und ihrer Zufriedenheit mit ihrem Sexualleben befragt. Für die häufigen sexuellen Problemen wurden assoziierter Faktoren identifiziert, u. a. Depression und Fatigue.

Quelle: Marck CH et al.: Sexual function in multiple sclerosis and associations with demographic, disease and lifestyle characteristics: an international cross-sectional study. BMC Neurol 2016; 16(1): 210 [Epub 4. Nov.; doi: 10.1186/s12883-016-0735-8]

Effekt schon bei den Sechsjährigen
Körperlich Aktive später seltener depressiv

In einer norwegischen Längsschnittstudie wurden Kinder zwischen sechs und zehn Jahren aus Trondheim auf mögliche Assoziationen zwischen mangelnder körperlicher Aktivität und dem späteren Auftreten depressiver Symptome untersucht.

Quelle: Zahl T et al.: Physical activity, sedentary behavior, and symptoms of major depression in middle childhood. Pediatrics 2017; 139(2): pii: e20161711 [Epub 9. Jan.; doi: 10.1542/peds.2016-1711]

Metaanalyse aller Doppelblindstudien
Wie wirksam ist Ketamin wirklich?

Etwa 33% aller Patienten mit einer Major Depression sprechen auf die zugelassenen Antidepressiva nicht an. In einer Metaanalyse aller verfügbaren Doppelblindstudien untersuchten Wissenschaftler wie wirksam der als Anästhetikum eingesetzte N-Methyl-d-Aspartat-Rezeptorantagonist Ketamin bei diesen Patienten wirklich ist.

Quelle: Han Y et al.: Efficacy of ketamine in the rapid treatment of major depressive disorder: a meta-analysis of randomized, double-blind, placebo-controlled studies. Neuropsychiatr Dis Treat 2016; 12: 2859-67

Therapie-Optionen
Depot-Atypikum nur viermal im Jahr

Das atypische Antipsychotikum Paliperidon wurde 2007 in der EU zur Behandlung der Schizophrenie als Retardtablette (Invega®, Janssen) und 2011 auch als Depotzubereitung für die Erhaltungstherapie zur einmal monatlichen i.m.-Injektion (Xeplion®) zugelassen. Nun steht das Atypikum von ...

DGPPN-Kongress 2016, 23. bis 26. November 2016 in Berlin
Kongress-Splitter aus der Welt der Psychiatrie

Beim Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) im November 2016 in Berlin wurden neue Leitlinien, ethische Fragestellungen und aktuelle Studienergebnisse diskutiert. Um die 10 000 Fachbesucher, vornehmlich aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, strömten in den CityCube.

Melatonerges Antidepressivum
Agomelatin auch bei Komorbidität

Wie depressive Patienten mit komorbiden Erkrankungen behandelt werden können, stand im Mittelpunkt eines von Servier unterstützten Satellitensymposiums beim DGPPN-Kongress 2016 in Berlin. Den Expert(inn)en zufolge ist das gut verträgliche Agomelatin in vielen Fällen eine günstige Option. Auch die Nutzung des Online-Psychotherapieprogramms deprexis®24 wurde ausführlich erörtert.

Quelle: Satellitensymposium: „Herausforderung – Therapie der Depression bei Komorbidität“, DGPPN-Kongress, Berlin, 24. November 2016. Veranstalter: Servier Agomelatin: Valdoxan® Online-Psychotherapie: deprexis®24

Nutzen und Nebenwirkungen von Antidepressiva
Die Langzeittherapie aus Patientensicht

Zur Behandlung rezidivierender Depressionen werden Antidepressiva zunehmend über sehr lange Zeiträume verabreicht. Welche Wirkungen sich aus Patientensicht erzielen lassen, welche Nebenwirkungen auftreten und wie diese von den Betroffenen bewertet werden, wurde nun in Neuseeland untersucht.

Quelle: Cartwright C et al.: Long-term antidepressant use: patient perspectives of benefits and adverse effects. Patient Prefer Adherence 2016; 10: 1401-7

Modafinil gegen kognitive Dysfunktionen bei remittierter Depression
Episodisches und Arbeitsgedächtnis gebessert

Kann Modafinil die kognitiven Fähigkeiten von Patienten mit gegenwärtig remittierter Depression und beeinträchtigter Kognition verbessern? Diese Frage stand im Fokus einer Doppelblindstudie. Die Resultate sprechen für die Wirksamkeit bei dieser Klientel.

Quelle: Kaser M et al.: Modafinil improves episodic memory and working memory cognition in patients with remitted depression .... Biol Psychiatry: Cognitive Neuroscience and Neuroimaging 2017 [Epub 14.12.2016; doi.org/10.1016/j.bpsc.2016.11.009]

Subklinische Depression
Ist die internetbasierte CBT erfolgreich?

Mit einer internetbasierten kognitiven Verhaltenstherapie (iCBT) lassen sich die Symptome einer subklinischen Depression verringern. In einer Metaanalyse wurde nun die kurz- und langfristige Wirksamkeit untersucht.

Quelle: Zhoue T et al.: Internet-based cognitive behavioural therapy for subthreshold depression ... BMC Psychiatry 2016; 16: 356 (Epub 21.Okt. 2016 doi: 10.1186/ s12888-016-1061-9)

Therapieoptionen
Johanniskraut gegen Depression

Bei leichten und mittelschweren depressiven Episoden stellt der hochdosierte, verschreibungspflichtige und erstattungsfähige Johanniskrautextrakt STW 3-VI (Laif® 900, Bayer) eine vorteilhafte Alternative zu synthetischen Antidepressiva dar. Hochdosierter Johanniskraut- Extrakt hat sich in ...

Therapieoptionen
Psychotherapie online mit deprexis®24

Nur etwa 10% aller behandlungsbedürftigen Patienten mit akuter Depression erhalten hierzulande eine geeignete Psychotherapie; die Wartezeit beträgt oft sechs Monate. Eine rasch zugängliche (und datenschutzkonforme) Hilfe bietet das individualisierte Online-Therapieprogramm deprexis&...

Diffusion tensor imaging der Weißen Substanz bei Depressiven
Veränderungen bei unbehandelten Patienten?

Eine internationale Forschergruppe untersuchte anhand einer systematischen Übersicht und Metaanalyse bei Patienten mit einer Major Depression mikrostrukturelle Veränderungen der weißen Substanz (White matter, WM) im Diffusion tensor imaging (DTI). Das Besondere war, dass nur medikamentös unbehandelte Patienten beurteilt wurden.

Quelle: Jiang J et al.: Microstructural brain abnormalities in medication-free patients with major depressive disorder .... J Psychiatry Neurosci 2016; 42(1): 150341 [Epub 25. Okt.; doi: 10.1503/jpn.150341]

Hartnäckige Depression
Die EKT im klinischen Alltag

Die Elektrokrampftherapie (EKT) ist eine etablierte Option bei Patienten mit therapierefraktärer Depression. In einer naturalistischen Studie wurde geprüft, wie wirksam eine unilaterale EKT bei schwer depressiven Patienten im Behandlungsalltag ist.

Quelle: Alves LP et al.: A naturalistic study of high-dose unilateral ECT among severely depressed inpatients: how does it work in the clinical practice? BMC Psychiatry 2016; 16(1): 396 [Epub 11. Nov.; doi: 10.1186/s12888-016-1095-z]

Agomelatin bei Depression
Ein Weg zurück in die Normalität

Werden depressive Patienten nach ihren Behandlungszielen gefragt, nennen sie oft an erster Stelle eine Rückkehr in ihr Alltagsleben und die Wiederherstellung von Lebensfreude. Dass sich diese Ziele mit Agomelatin erreichen lassen, schilderten Experten auf einem von Servier unterstützten Satellitensymposium beim diesjährigen ECNP-Kongress.

Quelle: Satellitensymposium: „From clinical to functional remission in depression: How big is the gap?“,Wien, 18.09.2016, 29. ECNP-Kongress. Veranstalter: Servier Agomelatin: Valdoxan®

Psychotische Erstepisode bei Depression
Wie ist das Outcome nach zehn Jahren?

Eine Major Depression mit psychotischen Episoden hat eine höhere Inzidenz als bipolare Erkrankungen, ist aber weit weniger gut erforscht. Ein Psychiaterteam prüfte nun das Langzeitoutcome im Vergleich mit schizophren oder bipolar erkrankten Patienten.

Quelle: Heslin M et al.: Ten-year outcomes in first episode psychotic major depression patients compared with schizo... Schizophr Res 2016; 176(2-3): 417-22

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