bipolare Störung

Pharma Neu
Ergenyl® Chrono nicht substituieren!

Ergenyl® Chrono (Sanofi) mit dem bewährten Wirkstoff Valproat/ Valproinsäure, zugelassen zur Therapie der Epilepsie und manischer Episoden bei bipolaren Störungen, steht seit 1. August 2016 auf der Substitutionsausschlussliste. Nach dieser Festlegung durch den GB-A darf es also in...

Therapie-Optionen
Paliperidonpalmitat nur viermal im Jahr

Paliperidonpalmitat (Trevicta®, Janssen) ist das einzige zur Schizophrenie- Therapie zugelassene Antipsychotikum mit lediglich vier Anwendungen pro Jahr und damit mit dem längsten Applikationsintervall. Die intramuskulären Injektionen können die Positiv- und Negativsymptome der ...

1H-MRS-Studien ausgewertet
Senken Antipsychotika die Glutamat-Spiegel?

Eine Schizophrenie geht mit einer Verstärkung der glutamatergen Transmission einher, kann die Psychose möglicherweise sogar auslösen. Nun wurde anhand der gepoolten Daten von Studien zur Protonen-gewichteten Magnet-Resonanz-Spektroskopie (1H-MRS) geprüft, ob die Behandlung schizophrener Patienten mit Antipsychotika die Spiegel des erregenden Transmitters Glutamat im Gehirn beeinflusst.

Quelle: Egerton A et al.: Effects of antipsychotic administration on brain glutamate in schizophrenia: a systematic review of longitudinal 1H-MRS studies. Front Psychiatry 2017; 8: 66 [Epub 28. Apr.; doi: 10.3389/ fpsyt.2017.00066]

Weiße und graue Substanz
Kleinere Volumina – stärkere Psychopathologie

Eine koreanische Arbeitsgruppe untersuchte mittels Voxel-basierter Morphometrie (VBM), inwieweit bei Schizophrenie-Patienten Hirnvolumenänderungen mit der Symptomschwere korrelieren. Es wurden etliche Zusammenhänge festgestellt, vor allem mit einer verringerten grauen Substanz im Gyrus temporalis superior.

Quelle: Kim G-W A et al.: Whole brain volume changes and its correlation with clinical symptom severity in patients with schizophrenia: A DARTEL-based VBM study. PLoS One 2017, 12: e0177251 [Epub 17. Mai; doi: 10.1371/journal.pone.0177251

Fallbericht: Therapierefraktäre bipolare Störung mit Suizidalität
Schnelle Remission unter Ketamin – allerdings nur für kurze Zeit

Ketamin-Infusionen bei therapierefraktärer Depression werden derzeit intensiv diskutiert. Ein Fallbericht aus Spanien bestätigt die bemerkenswerten Wirkungen dieses NMDA-Rezeptorantagonisten, aber auch, dass diese von relativ kurzer Dauer sind.

Quelle: López-Díaz A et al.: Use of repeated intravenous ketamine therapy in treatment-resistant bipolar depression with suicidal behaviour: a case report from Spain. Ther Adv Psychopharmacol 2017; 7: 137-40

Therapieoptionen
Aripiprazol-Depot langzeitverträglich

Psychosoziale Probleme, verringerte Arbeitsfähigkeit und reduzierte Lebensqualität belasten viele schizophren erkrankte Patienten über die Remission der akuten Psychose hinaus. Neben einer wirksamen Symptomverringerung und Rezidivreduktion lassen sich diese Aspekte mit dem Atypikum ...

Messung der Pulswellengeschwindigkeit
CAVE: Atypika könnten die Arterien versteifen

Die Therapie bipolar und schizophren erkrankter Patienten mit Atypika kann bekanntlich metabolische Nebenwirkungen haben und die Arteriosklerose fördern. Nun untersuchten türkische Wissenschaftler durch eine Messung der Pulswellengeschwindigkeit, ob Atypika zu einer Verhärtung der Arterienwände beitragen können.

Quelle: Findikli E et al.: Arterial stiffness in patients taking second-generation antipsychotics. Clin Psychopharmacol Neurosci 2016; 14(4): 365-70

Aktuelle Guidelines ausgewertet
Antipsychotika bei der Erstpsychose

Was tun bei erster schizophrener Psychose? Welche Antipsychotika sind am besten geeignet, und welche taugen in therapierefraktären Fällen? Im Rahmen einer systematischen Übersicht verglichen irische Autoren zehn aktuelle Guidelines.

Quelle: Keating D et al.: Pharmacological guidelines for schizophrenia: a systematic .... BMJ Open 2017; 7(1): e013881 [Epub 6. Jan.; doi: 10.1136/bmjopen- 2016-013881]

CAVE: Moodstabilizer bei Bipolarstörung
Das sind die wesentlichen Nebenwirkungen

In einer britischen Kohortenstudie wurde geprüft, mit welchen Nebenwirkungen die am häufigsten eingesetzten Moodstabilizer bei bipolar Erkrankten einhergehen.

Quelle: Hayes JF et al.: Adverse renal, endocrine, hepatic, and metabolic events during maintenance mood stabilizer treatment for bipolar disorder: a populationbased cohort study. PLoS Med 2016; 13(8): e1002058 [Epub 2. Aug.; doi: 10.1371/journal.pmed.1002058]

Bipolar-I-Patienten
Sind Herzinfarkt und Schlaganfall wirklich häufiger?

Bipolar Erkrankte weisen diversen Studien zufolge eine erhöhte kardiovaskuläre Sterblichkeit auf. In einer populationsbasierten Kohortenstudie wurde geprüft, ob vaskuläre Ereignisse wie Myokardinfarkt und Schlaganfall bei Patienten mit einer Bipolar-I-Störung wirklich häufiger auftreten. Der Beobachtungszeitraum betrug bis zu 46 Jahre.

Quelle: Prieto ML etal.: Long-term risk of myocardial infarction and stroke in bipolar I disorder: a population-based cohort study. J Affect Disord 2016; 194: 120-7

Pharma Neu
Aripiprazol-Depot jetzt auch als Fertigspritze

Das atypische Antipsychotikum Aripiprazol in Depotform (Abilify Maintena®, Otsuka Pharma/Lundbeck) zur Behandlung erwachsener Schizophrenie-Patienten ist ab dem 15. Jan. 2016 als praktisches Kit mit je einer Fertigspritze Aripiprazol- Depot 400 mg erhältlich. Mit der Zweikammer-Spritze ist ...

Aripiprazol in Depotform
Hoher Nutzen bei frühzeitigem Einsatz

Eine frühe und konsequente antipsychotische Therapie kann den Verlauf einer Schizophrenie deutlich verbessern. Dass dies auf das atypische Antipsychotikums in Depotform Aripiprazol besonders zutrifft, erläuterten renommierte Psychiater auf einem von Otsuka Pharma/Lundbeck unterstützten DGPPN-Satellitensymposium. Mit dem Atypikum lässt sich auch die Lebensqualität deutlich erhöhen – besonders bei den jüngeren Patienten.

Quelle: Satellitensymposium: „Schizophrenie-Behandlung heute: Früh, besser, mehr erreichen“, DGPPN-Kongress, Berlin, 27.11.2015. Veranstalter: Otsuka Pharma/Lundbeck GmbH Aripiprazol: Abilify Maintena®

Metaanalyse zum COMT-Polymorphismus
Val158Met-SNP und Antipsychotika-Response

Dass ein relativ häufiger Singel nucleotid Polymorphismus (SNP) der Catechol-O-Methyltransferase (COMT) beeinflusst, wie gut Patienten mit einer Schizophrenie auf Antipsychotika ansprechen, legt eine Metaanalyse zu Patienten mit Val158Met-Variartion nahe.

Quelle: Huang E et al.: Catechol-O-methyltransferase Val158Met polymorphism and clinical response to antipsychotic treatment in schizophrenia and schizoaffective disorder patients: a meta-analysis. Int J Neuropsychopharmacol 2016; pii: pyv132. [Epub 8. Jan.; doi: 10.1093/ijnp/pyv132]

Soziale Netzwerke bei Psychose
Bindungen vor allem zu Familienmitgliedern

In einem systemischen Review wurde die Größe von sozialen Netzwerken (SN) als Marker für die soziale Integration von Psychose- Patienten untersucht.

Quelle: Palumbo C et al.: Social networks of patients with psychosis: a systematic review. BMC Research Notes 2015; 8: 560 (Epub: 12.Okt.; doi 10.1186/s13104- 015-1528-7)

Therapieresistente bipolare Depression
EKT besser als Pharmakotherapie?

In Leitlinien wird die Elektrokrampftherapie (EKT) bei schwerer bipolarer Depression oft als Second-line-Option genannt. Norwegische Forscher überprüften in einer randomisiert- kontrollierten Studie nun, ob die EKT der medikamentösen Therapie bei therapieresistenter bipolarer Depression über- oder unterlegen ist.

Quelle: Schoeyen HK et al.: Treatment-resistant bipolar depression: a randomized controlled trial of electroconvulsive therapy versus algorithm-based pharmacological treatment. Am J Psychiatry 2015; 172: 41-51

Patienten mit bipolarer Erkrankung
Was nutzen psychosoziale Interventionen?

Trotz symptomatisch wirksamer (medikamentöser) Therapien leiden viele bipolar erkrankte Menschen nicht nur unter einer hohen Rückfallrate, sondern auch unter persistierenden funktionellen Beeinträchtigungen. An der Universität von Thessaloniki wurde nun der mögliche Nutzen von psychosozialen Interventionen bzw. Behandlungen untersucht. Hier einige der Resultate.

Quelle: Miziou S et al.: Psychosocial treatment and interventions for bipolar disorder: a systematic review. Ann Gen Psychiatry 2015; 14: 19 [Epub 7. Juli; doi: 10.1186/s12991-015-0057-z

Bipolare Depression
CAVE: Manie-Induktion durch Antidepressiva in Monotherapie

Bei einer bipolaren Depression kann die alleinige Gabe eines Antidepressivums einen Switch in die Manie fördern. Ob die Kombination mit einem Stimmungsstabilisierer dies in der Akutphase und darüber hinaus verhindert, wurde jetzt in Schweden analysiert.

Quelle: Viktorin A et al.: The risk of switch to mania in patients with bipolar disorder during treatment with an antidepressant alone and in combination with a mood stabilizer. Am J Psychiatry 2014; 171(10): 1067-73

Patienten mit bipolarer Depression
Bei komorbider Angst mehr Psychotherapie

Patienten mit bipolarer Depression und komorbider Angststörung weisen eine längere Erkrankungsdauer, stärkere Krankheitsschwere und oft eine schlechtere Therapieresponse auf als jene ohne diese Komorbidität. Inwieweit auch das Outcome nach einer Psychotherapie von Angsterkrankungen beeinflusst wird, stand im Fokus der Studie STEP-BD (Systematic Treatment Enhancement Program for Bipolar Disorder).

Quelle: Deckersbach T et al.: Do comorbid anxiety disorders moderate the effects of psychotherapy for bipolar disorder? Results from STEP-BD. Am J Psychiatry 2014; 171: 178-86

Neu erkrankte Bipolar-Patienten
Wie wirkt die Recovery-fokussierte CBT?

Am Royal College of Psychiatrists in London und anderen britischen Unizentren untersuchten Psychiater in einer randomisierten kontrollierten Pilotstudie die Erfolgsaussichten einer neu entwickelten kognitiven Verhaltenstherapie (CBT), die speziell auf die schnelle Erholung von erst seit Kurzem bipolar erkrankten Patienten ausgelegt ist.

Quelle: Jones SH et al.: Recovery-focused cognitivebehavioural therapy for recent-onset bipolar disorder: randomised controlled pilot trial. Br J Psychiatry 2015 Jan; 206(1): 58-66

Jugendliche mit Bipolar-I- und II-Störung
Ist die Familien-fokussierte Therapie besser?

Eine state-of-the-art-Behandlung der bipolaren Erkrankung umfasst Medikamente und psychotherapeutische/psychosoziale Interventionen. Doch wie intensiv sollten Letztere sein? In einer randomisierten Zweijahresstudie wurde nun an bipolar erkrankten Jugendlichen untersucht, ob eine aufwändige Familien-fokussierte Psychotherapie unter Einschluss der Angehörigen einer Kurzintervention überlegen ist.

Quelle: Miklowitz DJ et al.: Pharmacotherapy and familyfocused treatment for adolescents with bipolar I and II disorders: a 2-year randomized trial. Am J Psychiatry 2014; 171(6): 658-67

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