ADHS

Hämodynamik in der Nahinfrarot-Spektroskopie (NIRS)
Unterschiedliche Effekte von ATX und MPH im Präfrontallappen

Das Stimulans Methylphenidat (MPH) und das Nichtstimulans Atomoxetin (ATX) sind die am häufigsten eingesetzten ADHS-Medikamente, ihre Wirkweise ist aber im Detail noch nicht erschlossen. Jetzt wurden in Japan Effekte beider Medikamente auf die präfrontale Hämodynamik mithilfe der Nahinfrarot-Spektroskopie (NIRS) untersucht.

Quelle: Nakanishi Y et alk.: Differential therapeutic effects of atomoxetine and methylphenidate in childhood attention deficit/hyperactivity disorder as measured by near-infrared spectroscopy. Child Adolesc Psychiatry Ment Health 2017; 11: 26. [Epub 12. Mai; doi: 10.1186/s13034-017-0163-6]

ADHS und Komorbiditäten
Depression und Sucht erschweren Diagnose und Therapie

Bei erwachsenen Patienten mit einer ADHS treten häufig komorbide Störungen auf, die ein sehr heterogenes Krankheitsbild bewirken. In der Auftaktveranstaltung der von MEDICE veranstalteten reihe Praxis Workshop in Hamburg diskutierten die Teilnehmer und Referenten aktuelle Aspekte zum Thema ADHS und Komorbiditäten.

Quelle: Praxisworkshop: „ADHS und Komorbiditäten“, Hamburg, 25. Februar 2017. Veranstalter: Medice Methylphenidat: Medikinet® adult®

CAPPA: Europäische Befragung zur ADHS
Worunter leiden die Eltern besonders?

Die Eltern bzw. Familienangehörige oder andere „Caregiver“ von Kindern und Jugendlichen mit einer ADHS leiden unter vielschichtigen, bislang nicht im Detail untersuchten Belastungen. Anhand der europäischen Online-Befragung „Caregiver Perspective on Pediatric ADHD“ (CAPPA) wurde nun versucht, die einzelnen Belastungen und die damit assoziierten Faktoren zu klären.

Quelle: Fridman M et al: Factors associated with caregiver burden among pharmacotherapy-treated children/ adolescents with ADHD in the Caregiver Perspective on Pediatric ADHD survey in Europe. Neuropsychiatr Dis Treat 2017; 13: 373-86

Therapieoptionen
Umfassende Wirkung von MPH bei ADHS

Bei der ADHS Erwachsener ist Methylphenidat (MPH) eine bewährte Therapieoption und gilt wegen der gesicherten Evidenz auf Basis einer umfassenden Datenlage als therapeutischer Goldstandard. Die Zweiphasen-Galenik von retardiertem MPH (Methylphenidat: Medikinet® adult®; Medice) fü...

Update der Studienlage
Aktuelle Daten zum Übergewicht bei ADHS

Aus der letzten Dekade mehren sich die Hinweise, dass eine ADHS mit verschiedenen komorbiden körperlichen Krankheiten einhergeht. Ein Forscherteam befasste sich in einem Update eines systematischen Reviews von 2012 mit der seit Jahren ungelösten Problematik, ob Kinder mit einer ADHS wirklich häufiger übergewichtig bzw. adipös sind und ob auch umgekehrt ein Zusammenhang besteht.

Quelle: Cortese S, Tessari L: Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD) and obesity: update 2016. Curr Psychiatry Rep 2017; 19(1): 4 [Epub 19. Jan.; doi: 10.1007/s11920-017- 0754-1]

ADHS bei Erwachsenen
fMRT-Neurofeedback bessert Kognition

In einer exploratorischen randomisierten Studie wurde geprüft, wie ein auf funktionelle MRT-Aufnahmen (fMRT) gestütztes Neurofeedback-Training die klinische Symptomatik und die kognitiven Fähigkeiten erwachsener ADHS-Patienten beeinflusst.

Quelle: Zilverstand A et al.: fMRI neurofeedback training for .... PLoS One 2017; 12(1): e0170795 [Epub 26. Jan.; doi: 10.1371/journal.pone.0170795]

Workshop zu ADHS und Komorbiditäten
MPH ist auch für depressive ADHS-Patienten geeignet

Die ADHS tritt häufig zusammen mit psychischen Störungen wie Depressionen oder Suchtverhalten auf. Das sehr heterogene Krankheitsbild stellt den Arzt vor eine diagnostische Herausforderung. Im Praxis-Workshop „ADHS und Komorbiditäten“ des Unternehmens MEDICE kamen Fachbesucher und Experten zu einer Diskussion über die aktuellen Fragestellungen zusammen.

Quelle: Praxis-Workshop: „ADHS und Komorbiditäten“, Hamburg, 25. Februar 2016. Veranstalter: Medice Methylphenidat: Medikinet® adult®

ADHS und gestörte Exekutivfunktionen
Kortexdicke und Gyrierung als Substrat?

ADHS und kognitive Probleme haben wohl eine gemeinsame Ätiologie. In einer großen populationsbasierten Studie untersuchte ein niederländisches Team, ob eine veränderte kortikale Morphologie das gemeinsame neurobiologische Substrat sein könnte.

Quelle: Mous SE et al.: Cortical morphology as a shared neurobiological substrate of attention-deficit/hyperactivity symptoms and executive ... J Psychiatry Neurosci 2016 [Epub 27.09.2016; doi 10.1503/jpn.150371]

Therapie der ADHS
Methylphenidat ist Goldstandard, Dexamfetamin eine gute Second-line-Option

Die aktuellen Therapieoptionen für Kinder mit ADHS diskutierten renomminierte Experten im Rahmen eines von Medice organisierten Praxisworkshops mit Kinder- und Jugendpsychiatern sowie Pädiatern. Goldstandard für betroffene Kinder ab dem sechsten Lebensjahr ist nach wie vor Methylphenidat. Sprechen die Kinder nicht an, bieten sich Amfetamine wie Dexamfetamin als eine erfolgsversprechende Option an.

Quelle: Praxisworkshop: „Werkstatt ADHS 2016“, Unterschleißheim/München, 11. Juni 2016. Veranstalter: Medice Methyphenidat: Medikinet® , Medikinet® adult Dexamfetamin: Attentin®

Therapieoptionen
MPH und Dexamfetamin bei ADHS

Bei Kindern mit ADHS ist Leitlininienempfehlungen zufolge ein multimodaler Therapieansatz indiziert. Medikamentöser Goldstandard für Kinder ab dem 6. Lebensjahr ist Methylphenidat (MPH, z. B. Medikinet®, Medice), das eine umfassende Kontrolle der ADHS-Symptome erlaubt. Sprechen Kinder ...

Signifikanter Zusammenhang?
Frühe Sprachprobleme und ADHS-Risiko

In der prospektiven EDEN Mother-Child Cohort-Studie wurde primär versucht, verschiedene pränatale und frühe postnatale Faktoren für die spätere Entwicklung und Gesundheit der Kinder zu identifizieren. Jetzt analysierten Wissenschaftler, inwieweit zwischen der Sprachentwicklung im dritten Lebensjahr und dem Vorliegen von Unaufmerksamkeits- und Hyperaktivitäts- Symptomen im Vorschulalter (ggf. bidirektionale) Zusammenhänge bestehen.

Quelle: Peyre H et al. für die EDEN Mother-Child Cohort Study Group: Relationship between early language skills and the development of inattention/hyperactivity symptoms during the preschool period. BMC Psychiatry 2016; 16(1): 380 [Epub 8. Nov.; doi: 10.1186/s12888-016-1091-3]

Beziehungsstörung, Angst und Depression
Spezielle psychiatrische Komorbidität bei den Mädchen

Leiden Kinder mit einer ADHS unter weiteren psychiatrischen Störungen, können diese die Psychopathologie und Prognose stark beeinflussen. In einer Metaanalyse nahmen US-Psychologen jetzt die Muster komorbider psychiatrischer Erkrankungen speziell bei den angeblich „eher stillen“ Mädchen mit einer ADHS unter die Lupe.

Quelle: Tung I et al.: Patterns of comorbidity among girls with ADHD: a meta-analysis. Pediatrics 2016; 138(4): pii: e20160430 [Epub 21. Sept.; doi: 10.1542/peds.2016-0430]

ADHS-Risiko bei Kindern rauchender Mütter
Zusätzlich weitere psychiatrische Störungen?

Frauen, die in der Schwangerschaft rauchen, setzen ihre Kinder einem erhöhten ADHS-Risiko aus. In einer populationsbasierten Kohortenstudie in Finnland wurde untersucht, ob davon auch zusätzliche (komorbide) psychiatrische Erkrankungen betroffen sind.

Quelle: Joelsson P et al.: Prenatal smoking exposure and neuropsychiatric comorbidity of ADHD: a finnish nationwide population-based cohort study BMC Psychiatry 2016; 16(1): 306 [Epub 31. Aug.; doi: 10.1186/s12888-016-1007-2]

ADHS und Übergewicht
Neue Daten und eine Metaanalyse

Einige Studien deuten darauf hin, dass Patienten mit einer ADHS ein deutlich erhöhtes Risiko aufweisen, übergewichtig oder adipös zu werden – dies könnte aber auch nur Subgruppen betreffen. In einer Übersichtsarbeit und anschließender Metaanalyse wurde dieser Zusammenhang anhand neuer Studiendaten überprüft – und dabei nach relevanten Einflussfaktoren gesucht.

Quelle: Nigg JT et al.: Attention-deficit/hyperactivity disorder (ADHD) and being overweight/obesity: New data and meta-analysis. Clin Psychol Rev 2016; 43: 67-79

Epilepsie in der Kindheit
Viele Patienten entwickeln eine ADHS

Verschiedene Studien legen genetisch und exogen bedingte Zusammenhänge zwischen Epilepsie und ADHS nahe. Eine dänisch-norwegische Gruppe untersuchte in einer großen prospektiven Längsschnitt-Kohortenstudie die Zusammenhänge zwischen Epilepsie (bzw. Fieberanfällen) in der Kindheit und dem Risiko, später eine ADHS zu entwickeln.

Quelle: Bertelsen EN et al.: Childhood epilepsy, febrile seizures, and subsequent risk of ADHD. Pediatrics 2016; 138(2); pii: e20154654 [Epub 13. Juli; doi: 10.1542/peds.2015-4654]

Detaillierte Analyse
ADHS-Symptome und Substanzmissbrauch

In einer repräsentativen Studie in Kanada wurde bei undiagnostizierten Erwachsenen die Bedeutung von ADHS-Symptomprofilen für das Suchtverhalten analysiert. Im Fokus standen geschlechtsspezifische Unterschiede.

Quelle: Kolla NJ et al.: Adult attention deficit hyperactivity disorder symptom profiles and concurrent problems with alcohol and cannabis: sex differences in a representative, population survey. BMC Psychiatry 2016; 16: 50 [Epub 27. Feb.: doi 10.1186/s12888-016-0746-4]

ADHS bei Erwachsenen
Nicht unbedingt die gleiche Krankheit wie bei Kindern

Bei Erwachsenen kann eine ADHS-Diagnose bislang nur gestellt werden, wenn die Symptomatik bereits im Kindesalter bestand. Daten der Pelotas Birth Cohort Study weisen nun darauf hin, dass dieses Kernkriterium vielleicht unzulässig ist – und möglicherweise auch eine Late-onset-ADHS existiert.

Quelle: Caye A et al.: Attention-deficit/hyperactivity disorder trajectories from childhood to young adulthood: evidence from a birth cohort supporting a late-onset syndrome. JAMA Psychiatry 2016; 73(7): 705-12

Bipolar-Störung vs. ADHS in der Aktigraphie

Die Symptomatik von bipolaren Erkrankungen und ADHS überschneiden sich teilweise erheblich. Ob mittels objektiver aktigraphischer Messungen zwischen beiden unterschieden werden kann, untersuchten nun US-Forscher. Offenbar mit Erfolg...

Quelle: Faedda GL et al.: Actigraph measures discriminate pediatric bipolar disorder from attention-deficit/hyperactivity disorder and typically developing controls. J Child Psychol Psychiatry 2016; 57(6): 706-16

Zucker, Computer, Schlaf
Sind Lifestyle-Faktoren ADHS-relevant?

Inwieweit ist eine ADHS auch von den Lebensgewohnheiten der Kinder abhängig? In einer US-Studie wurde jetzt geprüft, ob Zucker- und Fernsehkonsum, Internetnutzung, Schlaf und andere Lifestyle-Faktoren bei Kindern mit einer ADHS häufiger sind.

Quelle: Holton KF, Nigg JT: The association of lifestyle factors and ADHD in children. J Atten Disord 2016: pii: 1087054716646452 [Epub: 28. Apr.]

ADHS-Screening bei den Eltern
Die Hälfte der Väter und ein Viertel der Mütter sind selbst betroffen

Ob die Eltern von Kindern mit einer ADHS selbst unter dieser Erkrankung leiden, kann u. a. die Therapieaussichten maßgeblich beeinflussen. In einem Kollektiv von Müttern und Vätern betroffener Kinder untersuchten deutsche Forscher nun Prävalenz und Schwere eines elterlichen ADHS. Es waren erstaunlich viele Elternteile betroffen – Väter deutlich häufiger als Mütter.

Quelle: Starck M et al.: Occurrence of ADHD in parents of ADHD children in a clinical sample. Neuropsychiatr Dis Treat 2016; 12: 581-8

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